Welche Unternehmen und Institutionen verfügen über die größten Fahrzeugflotten Deutschlands? Ein Ranking der zehn größten Fuhrparks nach Fahrzeuganzahl.
Zu den größten Fuhrparkbetreibern Deutschlands zählen Logistikunternehmen, Technologiekonzerne und staatliche Institutionen. Grundsätzlich haben auch Mietwagenanbieter wie Sixt und Europcar große Flotten, für das Ranking sind diese aber ausgenommen.
Hinweis: Die Größe der Flotten deutscher Unternehmen und Institutionen ist zum Teil schwer vergleichbar, da Zahlen nicht jedes Jahr aktualisiert werden und zum Teil auch unterschiedliche Fahrzeugarten für die Flottengröße angegeben werden, zum Beispiel Dienstfahrzeuge für Mitarbeiter und Nutz- beziehungsweise Servicefahrzeuge, was die Vergleichbarkeit ebenfalls erschwert. Viele Unternehmen und Institutionen machen außerdem keinerlei Angaben zu ihrer Flottengröße, da diese Zahl keine berichtspflichtige Information ist. Die folgende Auflistung erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern basiert lediglich auf öffentlich zugänglichen Informationen.
Flottengröße: Die DHL Group betreibt den größten Fuhrpark unter allen deutschen Unternehmen, mit circa 67.600 Transportern für die Paketzustellung in Deutschland. Der Elektroanteil lag im Jahr 2025 bei 48 Prozent, mit 32.400 Stromern. Bis Ende 2025 wollte DHL die Zahl der Elektrotransporter auf 37.000 Fahrzeuge erhöhen.
Der Bonner Konzern setzt stark auf den Ford E-Transit und E-Transit Custom. Der E-Transit kommt insbesondere in der städtischen Paketzustellung zum Einsatz, während der E-Transit Custom überwiegend in der Verbundzustellung in ländlichen und stadtnahen Gebieten in Betrieb ist.
Nutzung: Genutzt werden die Fahrzeuge zur Paket- und Briefzustellung, für Kurier- und Expressdienstleistungen sowie für die Frachtlogistik. Das Unternehmen operiert dabei national und international.
Unternehmensprofil: Die DHL Group mit Sitz in Bonn ist der weltweit führende Logistikkonzern. Das Unternehmen beschäftigt über 600.000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern und Territorien. In Deutschland betreibt der Konzern ein flächendeckendes Brief- und Paketnetz und ist mit der Deutschen Post der Marktführer für Postdienstleistungen. Bis 2030 will der Konzern 66 Prozent aller Zustellfahrzeuge weltweit elektrisch betreiben. Der Umsatz der DHL Group betrug im Jahr 2025 82,9 Milliarden Euro.
Die Bundeswehr unterhält einen der größten Fuhrparks Deutschlands mit über 42.150 Fahrzeugen. Verwaltet werden diese durch das Dienstleistungsunternehmen BwFuhrparkService mit Sitz in Troisdorf, bei Bonn. Allein die zivile Flotte der Bundeswehr zählt über 30.000 Fahrzeuge. Zu den militärischen Fahrzeugen gehören unter anderem gepanzerte Fahrzeuge, Geländefahrzeuge und militärische Spezialfahrzeuge.
Nutzung: Die militärischen Fahrzeuge werden für den Truppentransport, die Versorgung, Auslandseinsätze und Übungen genutzt, während die zivilen Fahrzeuge vor allem als Dienstfahrzeuge genutzt werden, und die BwFuhrparkService auch den Fahrdienst des Bundestags betreibt.
Institutionsprofil: Die Bundeswehr ist die Streitkraft der Bundesrepublik Deutschland und untersteht dem Bundesministerium der Verteidigung. Sie beschäftigt 81.300 zivile Mitarbeiter und rund 185.400 Soldaten. Darüber hinaus sind 12.700 als freiwillige Wehrdienstleistende und kurz dienende Zeitsoldaten tätig. Für den Betrieb der Bundeswehr ist Mobilität unverzichtbar, sowohl für die Grundversorgung im Inland als auch für internationale Einsätze. Der Verteidigungshaushalt für das Jahr 2026 beträgt 108,2 Milliarden Euro.
Flottengröße: Rund 26.000 Straßenfahrzeuge sind laut eigener Unternehmensangabe für die Deutsche Bahn unterwegs. Denn neben ihren Schienenfahrzeugen betreibt die DB auch einen der größten Straßenfuhrparks Deutschlands. Diese Fahrzeuge sind unverzichtbar, um die Bahninfrastruktur aufrechtzuerhalten. Sie transportieren Werkzeuge, Wartungsteams sowie Materialien zu den Einsätzen entlang der Strecke und das rund um die Uhr.
Nutzung: Genutzt werden die Autos für die Instandhaltung und den Betrieb der Bahninfrastruktur, für Wartungsfahrten, für Serviceeinsätze und für die interne Logistik entlang des 33.400 Kilometer langen Streckennetzes.
Unternehmensprofil: Die Deutsche Bahn AG mit Sitz in Berlin gehört der Bundesrepublik Deutschland und ist einer der größten Logistik- und Transportkonzerne Europas. Im Kern betreibt die Deutsche Bahn den Schienenpersonen- und Güterverkehr in Deutschland. Nachdem die britische Nahverkehrstochter DB Arriva und DB Schenker 2024 und 2025 verkauft wurden, liegt der Fokus des Konzerns wieder stärker auf dem Kerngeschäft Schiene, wodurch der inländische Bahnverkehr gestärkt werden soll. Der Umsatz der Deutschen Bahn lag im Geschäftsjahr 2025 bei 27 Milliarden Euro.
Flottengröße: SAP ist mit rund 19.000 Fahrzeugen einer der größten Firmenwagen-Flottenbetreiber in Deutschland. Im Jahr 2025 fuhren bereits 5.000 dieser Dienstwagen elektrisch und ab 2026 sollen nur noch vollelektrische Dienstwagen angeschafft werden. Plug-In-Hybride werden dann für die Mitarbeiter mit Dienstwagenanspruch nicht mehr bestellt. Bis 2030 soll dann die gesamte Flotte auf Elektroautos umgestellt sein. Herausfordernd für die Zusammensetzung der Flotte ist, dass im Sortiment vieler Hersteller wenig familientaugliche Fahrzeuge und wenig preiswerte Fahrzeuge vorhanden sind. Tesla ist als Marke nicht Teil des SAP-Fuhrparks, da die Preisgestaltung unsicher und das Werkstattnetz unzureichend ist.
Nutzung: Die Dienstwagen nutzen hauptsächlich leitende Angestellte und Vertriebsmitarbeiter für Kundenbesuche und für Dienstreisen.
Unternehmensprofil: SAP SE mit Sitz in Walldorf ist eines der wertvollsten Unternehmen Europas und der weltweit führende Anbieter von Unternehmenssoftware. Über 110.000 Beschäftigte in mehr als 157 Ländern entwickeln Lösungen für Cloud-Systeme, Künstliche Intelligenz sowie Enterprise-Ressource-Planning-Systeme. Mit dem Bestellstopp für Verbrennerfahrzeuge für die Dienstwagenflotte hat sich SAP als einer der aktivsten Treiber der Elektromobilität in deutschen Unternehmensflotten positioniert. Der Umsatz belief sich im Jahr 2025 auf 36,8 Milliarden Euro.
Flottengröße: Rund 17.000 Dienst- und Geschäftsfahrzeuge umfasst die Flotte der Telekom MobilitySolutions (TMS), Full-Service-Provider und eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Hinzu kommen 8.000 Dienst-Fahrräder, eine eigene Carsharing-Flotte sowie Angebote zur Mikromobilität wie Scooter, Pool-Fahrräder und mehr. Besonders hervorzuheben ist der „Shuttle-Service on Demand“, den jährlich rund 120.000 Personen nutzen.
Nutzung: Die Fahrzeuge werden für Außendienstfahrten und Serviceeinsätze genutzt und dienen der Mitarbeitermobilität. Zudem steht Konzernmitarbeitern ein eigenes Carsharing-Angebot zur Verfügung.
Unternehmensprofil: Die Deutsche Telekom AG mit Sitz in Bonn ist Deutschlands größtes Telekommunikationsunternehmen und weltweit über ihre US-Tochter T-Mobile präsent. Mit global rund 200.000 Mitarbeitenden betreibt der Konzern Mobilfunk-, Festnetz- und IT-Infrastrukturen. Die Deutsche Telekom AG ist seit 2024 zu mehr als 51 Prozent an T-Mobile US beteiligt. Im Geschäftsjahr 2025 lag der Konzernumsatz insgesamt bei 119,1 Milliarden Euro inklusive T-Mobile US. Auf dem deutschen Markt lag der Umsatz bei 25,6 Milliarden Euro.
Die Siemens AG unterhält in Deutschland nach Angaben aus dem Jahr 2020 14.000 Fahrzeuge, wovon 8.000 als Autos für Vielfahrer, 3.000 als Servicefahrzeug und 2.000 für leitende Manager genutzt werden. Für die Manager-Flotte hat Siemens im Jahr 2022 ein neues, wegweisendes Modell eingeführt. In Kooperation mit Sixt können Führungskräfte ihr Dienstfahrzeug jederzeit per App wechseln und an einer vereinbarten Sixt-Station abholen. Die Flotte wird schrittweise elektrifiziert und wurde im Jahr 2024 schon um 1.000 VW ID.4 erweitert. Bis zum Jahr 2030 soll die gesamte Flotte CO2-neutral sein.
Nutzung: Die Fahrzeuge werden für Serviceeinsätze bei Kunden genutzt, wie Wartung, Reparatur oder Inbetriebnahme. Auch der Außendienst hat Dienstwagen, ebenso die Führungskräfte.
Unternehmensprofil: Die Siemens AG mit Sitz in München und Berlin ist ein weltweit tätiger Technologiekonzern. Die Kernbereiche umfassen digitale Industrie, Gesundheit, Infrastruktur sowie Mobilitätslösungen. Der Rekordumsatz im Geschäftsjahr 2024/2025 betrug 78,9 Milliarden Euro.
Flottengröße: Nach Aussage der Schwarz Mobility Solutions GmbH, die den Fuhrpark der Schwarz-Gruppe verwaltet, betrug das Volumen der Dienstwagen-Flotte 13.000 Fahrzeuge im Jahr 2023. Im Jahr 2018 waren es noch 10.000 Fahrzeuge. Im Jahr 2023 waren rund 2 Prozent der Dienstwagen elektrisch. Der Elektro-Anteil soll zudem perspektivisch wachsen. 2018 stellte die Schwarz Gruppe ihre Flotte von Audi auf BMW um und verkauft seitdem auch selbst Gebrauchtwagen über die Geschäftssparte Schwarz Mobility Solutions.
Nutzung: Die Fahrzeuge sind für Außendienstmitarbeiter und Führungskräfte bei Lidl und Kaufland. Darüber hinaus gibt es eine umfangreiche LKW-Logistikflotte, um die über 3.250 Filialen in Deutschland zu versorgen. Genaue Zahlen dazu gibt der Konzern nicht preis.
Unternehmensprofil: Die Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm ist der größte Einzelhändler Europas und einer der größten der Welt. Die wichtigsten Marken sind Lidl und Kaufland, die in 32 Ländern mit 14.200 Filialen vertreten sind. Der Umsatz betrug im Jahr 2024 175,4 Milliarden Euro.
Flottengröße: Hermes betreibt in Deutschland laut eigenen Angaben rund 1.200 E-Transporter, was Berichten zufolge 11,4 Prozent der Flotte ausmacht. Das spricht für eine gesamte Zustellflotte von rund 10.500 Fahrzeugen. Diese Gesamtzahl ist durch das Unternehmen allerdings nicht belegt und lediglich geschätzt. Hermes arbeitet viel mit Subunternehmern und gibt keine genaue Zahl an.
Nutzung: Die Fahrzeuge werden für die Zustellung von Paketen und Sendungen eingesetzt.
Unternehmensprofil: Die Hermes Group ist ein Paket- und Logistikdienstleister mit Sitz in Hamburg und gehört zur Otto Group. Nationale Paketzustellung und internationale Versandlösungen für Online-Händler sind das Kerngeschäft von Hermes, das ursprünglich im Jahr 1972 als Zustelldienst für den Otto-Versand gegründet wurde. Hermes hat 5.500 eigene Mitarbeiter und im Geschäftsjahr 2024/2025 1,63 Milliarden Euro umgesetzt.
Flottengröße: Rund 9.800 uniformierte und zivile Fahrzeuge fuhren im Jahr 2023 im Auftrag der Bayerischen Landespolizei durch das Bundesland. Somit ist die Bayerische Polizei einer der größten öffentlichen Fuhrparkbetreiber auf Landesebene in Deutschland. Die Flotte umfasst sowohl Streifenwagen und Zivilfahrzeuge als auch Fahrzeuge der Bereitschaftspolizei sowie des Landeskriminalamts. Die Anzahl der E-Fahrzeuge ist noch verhältnismäßig gering, mit 145 batterieelektrischen Fahrzeugen, was 1,55 Prozent des Fuhrparks ausmacht. Grundsätzlich ist geplant, den E-Anteil noch zu vergrößern, was vom Ausbau der Ladeinfrastruktur, Verfügbarkeit von Fahrzeugen und weiteren Aspekten abhängt.
Nutzung: Die Fahrzeuge werden für Streifen-, Einsatz- und Ermittlungsfahrten sowie Verwaltungsaufgaben eingesetzt.
Institutionsprofil: Die Bayerische Polizei untersteht dem Bayerischen Staatsministerium des Innern und beschäftigt 45.500 Mitarbeiter. Sie ist die zweitgrößte Landespolizei in Deutschland und für die öffentliche Sicherheit im Freistaat Bayern zuständig. Die Polizei hat keinen kommerziellen Umsatz, sondern der Haushalt wird über den bayerischen Staatshaushalt finanziert. Für 2026 sind 8,6 Milliarden Euro vorgesehen und für 2027 8,7 Milliarden Euro.
Flottengröße: Rund 9.000 Fahrzeuge innerhalb der deutschen Würth-Gruppe umfasst die Flotte. Als Spezialist für Schrauben- und Befestigungsmaterial betreibt Würth als Unternehmen mit einem starken Vertriebsfokus einen großen Außendienstfuhrpark. Im Jahr 2025 fuhren davon bereits 20 Prozent elektrisch, schon bald könnte der E-Anteil auf 30 Prozent steigen. Grundsätzlich zeigt sich das Unternehmen aber technologieoffen und hat Verbrennern noch nicht das Aus angesagt.Das Unternehmen zeigt sich zudem offen für chinesische Fahrzeughersteller.
Nutzung: Genutzt werden die Fahrzeuge im Außendienst und bei Kundenbesuchen der Vertriebsmitarbeiter, bei Serviceeinsätzen sowie bei Warenlieferungen.
Unternehmensprofil: Die Würth-Gruppe mit Hauptsitz in Künzelsau ist der Weltmarktführer von Montage- und Befestigungsmaterial. Das familiengeführte und nicht börsennotierte Unternehmen ist in über 80 Ländern aktiv, mit rund 88.000 Mitarbeitern in mehr als 400 Gesellschaften. 2025 wurde ein Umsatz von 20,7 Milliarden Euro erzielt.