Was bedeutet „67“, wann geht jemand „Crashout“ und was ist „gute Käse“? Wie man die Jugendwörter im Fuhrpark richtig verwendet – und wie besser nicht.
Als Fuhrparkverantwortliche haben Sie nicht nur mit Fahrzeugen, Werkstätten und Leasingfirmen zu tun, sondern auch mit Azubis und jüngeren Kollegen. Und da kann schon mal ein „Ragebait“, „Peak“ oder „67“ fallen, wobei Sie vielleicht nicht sofort wissen, was damit gemeint ist. Vor allem, wenn TikTok, Instagram und Co. nicht zur täglichen Routine gehören.
Langenscheidt hat die zehn Kandidaten für das Jugendwort des Jahres 2026 veröffentlicht:
Sie können mit allen Begriffen etwas anfangen? Dann haben Sie wohl den direkten Draht zu den Social-Media-affinen Leuten auf der Arbeit. Damit auch alle anderen mitreden können, kommen hier die Erklärungen mit Anwendungsspielen aus dem Fuhrparkalltag.
„67“, ausgesprochen „six seven“, hat keinen festen Sinn – und genau darin liegt auch irgendwie der Sinn. 67 funktioniert damit wie ein Insider unter Jugendlichen: Wer ihn versteht und im richtigen Moment benutzt, gehört dazu.
Der Ausdruck verbreitete sich unter anderem über TikTok und den Song „Doot Doot (6 7)“ des US-Rappers Skrilla. Verwendet wird die Zahlenkombination mittlerweile in den unterschiedlichsten Situationen, oft begleitet von einer abwägenden Handbewegung.
Beispiel: „Wie viele Strafzettel hast du diesen Monat eigentlich gesammelt?“ „Six seven.“
Falls Sie jetzt genauso schlau sind wie vorher: Das gehört zum Konzept.


Das englische „Peak“ bezeichnet eigentlich einen Gipfel oder Höhepunkt. In der Jugendsprache steht der Begriff für etwas besonders Gutes oder etwas, das kaum zu übertreffen ist. Ist etwas vor allem unterhaltsam, spricht man auch von „Peak Content“.
Beispiel: Für einen Azubi ist es Peak Content, wenn der Fuhrparkleiter hektisch nach dem Autoschlüssel sucht, während der noch im Zündschloss steckt.
„Ragebait“ bezeichnet Inhalte, die bewusst provozieren sollen. Überspitzte oder pauschale Aussagen sollen Menschen dazu bringen, sich aufzuregen und zu kommentieren. Wozu das Ganze gut ist? Manche tun es für Aufmerksamkeit, andere finden es schlicht lustig, zuzusehen, wie sich Menschen über etwas völlig unnötig aufregen.
Beispiel: Fragt Ihr Mitarbeiter vor der Fahrt beiläufig: „Muss ich den Führerschein eigentlich wirklich dabeihaben, wenn ich nur kurz zum Kunden fahre?“ – und Sie zu einem ellenlangen Vortrag über Halterverantwortung ausholen, wurden Sie leider erfolgreich geragebaitet.
Wer sich von Ragebait nicht nur provozieren lässt, sondern komplett ausrastet, landet beim nächsten Jugendwort: „Crashout“ oder auch „Crashout gehen“. Häufig ist der Ausdruck aber nicht ganz ernst gemeint, sondern wird eher humorvoll verwendet.
Beispiel: „Wenn der Fahrer mir jetzt zum dritten Mal sagt, dass die Tankkarte nicht funktioniert, obwohl er wieder die falsche PIN eingibt, gehe ich Crashout.“
Die Phrase „Du bist gut genug“ stammt aus einem Song von KitschKrieg, Blumengarten und Shirin David und wurde anschließend über Social Media verbreitet. Viral ging die Zeile wohl auch deshalb, weil sich Melodie und Text schnell als Ohrwurm festsetzen. Dazu kommt die einfache positive Botschaft. Es ist ein Satz, den jeder gelegentlich gebrauchen kann.
Beispiel: Falls ein Azubi nach einem Missgeschick die Motivation verliert, könnte ein gesungenes „Du bist gut genuuuuug“ für Aufmunterung sorgen. Bei Gehaltsverhandlungen raten wir allerdings eher davon ab. In den sozialen Medien wird der Refrain ohnehin gerne abgewandelt – aus „Du bist gut genug“ wird dort zum Beispiel „Arbeitszeitbetruuuuug“.
Nein, bei „Gute Käse“ geht es nicht um den Inhalt des Pausenbrots. Der Ausdruck bedeutet sinngemäß „richtig gut“ oder „gefällt mir“.
Beispiel: Wenn Sie nach der Übergabe eines neuen Dienstwagens „richtig gute Käse“ von Ihrem jüngeren Kollegen hören, geht es nicht unbedingt um Krümel im Auto. Wahrscheinlicher ist, dass Sitzheizung und Beschleunigung richtig gut angekommen sind. Oder vielleicht auch beides.
Den Begriff „Macker“ dürfte wohl jeder kennen. Früher meinte man damit meistens einen unangenehmen Angeber-Typen. In der Jugendsprache wird Macker heute dagegen oft lockerer und sogar liebevoll für Freunde, Partner oder Bekannte verwendet.
Beispiel: Der Kollege bringt den Poolwagen vollgeladen und frisch gewaschen zurück? Dann ist er ein echter „Ehrenmacker“!
„Schere“ war bereits 2025 unter den Top 10 Kandidaten und schafft es 2026 erneut. Das Jugendwort wird genutzt, um einen Fehler zuzugeben oder die Schuld auf sich zu nehmen. Ursprünglich kommt der Slang aus der Gaming-Szene. In Schere, Stein, Papier wird die Schere oft als Symbol für eine Niederlage gesehen. Daher nutzen Spieler den Begriff, wenn das Team durch den eigenen Spielzug eine Niederlage erleiden musste – als knappes Eingeständnis des eigenen Fehlers.
Beispiel: „Wer hat vergessen, den Leasingrückläufer rechtzeitig abzumelden?“ „Schere.“
„Digga“ ist alles andere als neu: Der Begriff hat seine Wurzeln vermutlich im Hamburger Slang und geht auf „Dicker“ zurück. Verwendet wird er ähnlich wie „Bro“, „Alter“ oder „Kumpel“. Digga funktioniert aber genauso als Ausruf am Anfang oder Ende eines Satzes – ob genervt, überrascht oder begeistert.
Beispiel: „Digga, was kostet denn an einem Außenspiegel bitte 1.400 Euro?“
„Süper“ ist das türkische Wort für „super“ – daher auch die Schreibweise mit dem Umlaut. Zum Internetphänomen wurde der Ausdruck durch den Berliner Ultramarathonläufer Arda Saatçi. Nach einem seiner Läufe antwortete er in einem Interview auf die Frage, wie es ihm gehe, mit einem „Süper“. Der Ausschnitt verbreitete sich anschließend in den sozialen Medien.
Beispiel: „Wie lief eigentlich das DEKRA-Seminar?“ „Süper.“