Telematik-Lösungen können im Fuhrpark zu deutlich mehr Effizienz führen. Und staatlich gefördert werden Anschaffung und Betrieb auch.
Lange Zeit war sie zumindest hierzulande ein unterschätztes Instrument des Fuhrparkmanagements – die Telematik. Zwar verzichten auch heute noch viele Unternehmen auf die digitale Unterstützung zur Steuerung ihrer Pkw und Transporter. Laut Arval Mobility Observatory (AMO) 2020 ist der Anteil der Firmen in Deutschland, die im Rahmen ihre Fuhrparkmanagements auf Telematik setzen, aber mittlerweile auf 23 Prozent gestiegen. Sie nennen die Optimierung der betrieblichen Effizienz, die Fahrzeug-Lokalisierung und die Einsparung von Fuhrparkkosten als wichtigste Gründe für den Telematik-Einsatz.
Vor allem größere Unternehmen setzen derzeit laut der AMO-Ergebnisse Telematik-Lösungen ein. Dabei können auch kleinere und mittlere Unternehmen von der Telematik profitieren. Weil ihr Fuhrparkmanagement nicht selten einen geringeren Organisationsgrad aufweist, fehlt für die Entwicklung spezieller Effizienzmaßnahmen und Reportings oftmals die Zeit. Gerade für Handwerksbetriebe, KEP-, Kurier- und Logistik-Dienste oder auch Pflegedienste ist der effiziente Einsatz ihrer Service- und Transporter-Flotte aber essenziell für den Geschäftserfolg.
Genau hier können Telematik-Lösungen ansetzen. In vielfacher Hinsicht lassen sie sich für mehr Kosten- und Prozesseffizienz einsetzen. Dabei ziehen sich die Einsatzmöglichkeiten und Einsparpotenziale quer durch die wichtigsten Fuhrparkprozesse. Hier einige Beispiele:
Zu diesen Beispielen gesellen sich weitere Telematik-Funktionen, die das Fuhrparkmanagement effizienter machen können. Ein verändertes Fahrverhalten führt möglicherweise nicht nur zu geringeren Kraftstoffkosten, sondern auch zu weniger Unfällen und damit weniger Fahrzeugausfällen und reduzierten Versicherungsprämien. Und wer den technischen Zustand seiner Fahrzeuge ganz genau kennt, verhindert auch Bußgelder zum Beispiel wegen nicht vollzogener Hauptuntersuchung.
Webbasierte Telematik-Lösungen erlauben den Blick auf die Daten dabei zu jeder Zeit von überall. Dazu benötigen Fuhrparkverantwortliche ausschließlich ihren Login und einen Internet-Anschluss. Dann haben sie Zugriff auf individuelle Reportings, Grafiken und Analysen, die ihnen einen kompletten Überblick auf ihren aktuellen Fahrzeug-Status erlauben.
Zu haben sind Telematiksysteme anbieterabhängig in verschiedenen Modellen. Eine monatliche Servicegebühr fällt grundsätzlich an. Ist die Hardware in dieser Gebühr nicht enthalten, haben die Kunden oftmals die Wahl, die Geräte zu kaufen oder zu mieten.
Allerdings: Unternehmen können auf staatliche Unterstützung hoffen. Zahlreiche Förderprogramme unterstützen die Anschaffung und den Betrieb von Telematiksystemen. Ein Beispiel ist das De-Minimis-Programm zur Förderung der Sicherheit und Umwelt in Unternehmen des Güterkraftverkehrs des Bundesverkehrsministeriums, das über das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) abgewickelt wird. Zielgruppe sind Halter schwerer Nutzfahrzeuge mit mindestens 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Sie erhalten pro Fahrzeug 2.000 Euro und insgesamt maximal 33.000 Euro pro Jahr auch für Kauf, Miete oder Leasing von Telematik-Hardware sowie für den Betrieb des Telematiksystems, also zum Beispiel für Servicegebühren oder Kommunikationskosten.
Aber auch für Pkw und Transporter unterstützt der Staat den Einsatz von Telematiksystemen. Dazu haben Bund und Länder eine Vielzahl von Förderprogrammen ins Leben gerufen, die finanziell bei Digitalisierungsvorhaben greifen. Und zwar nicht nur für Anschaffung und Betrieb der Systeme, sondern oftmals auf für Beratungsleistungen im Vorfeld.
Apropos Beratung: Wer sein Telematiksystem heute noch mit 3G- beziehungsweise UMTS-Mobilfunktechnik betreibt, sollte sich schleunigst nach Ersatz umsehen. Denn spätestens Ende 2021, ja nach Anbieter auch bereits Mitte des Jahres, wird diese Technik zugunsten der aktuelleren 4G-/LTE-Technik beziehungsweise des neuesten Standards 5G abgeschaltet.
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