Gemeinsam mit Nvidia sowie weiteren Technologiepartnern will Mercedes automatisiertes Fahren und Fahrzeugentwicklung beschleunigen.
Mercedes-Benz erweitert die Zusammenarbeit mit Nvidia. Ziel ist es, neue Funktionen für automatisiertes Fahren schneller in Serienfahrzeuge zu bringen und gleichzeitig Entwicklungsprozesse mithilfe von künstlicher Intelligenz zu beschleunigen.
Nach Angaben von Mercedes soll im vierten Quartal 2026 der „Handsfree Assist“ eingeführt werden. Dabei müssen Fahrer ihre Hände nicht mehr dauerhaft am Lenkrad halten, müssen den Verkehr jedoch weiterhin überwachen.
Für Anfang 2027 ist zudem der „Drive Assist Pro“ angekündigt. Das System soll Fahrzeuge auf Wunsch von einem Punkt zum anderen steuern, etwa auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause. Durch sogenanntes kooperatives Lenken soll sich das System an den Fahrstil des Fahrers anpassen können.
Auch an der Weiterentwicklung des „Drive Pilot“ arbeiten Mercedes und Nvidia. Das System soll künftig bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h und bei unterschiedlichen Wetterbedingungen eingesetzt werden können. Darüber hinaus stehen Entwicklungen für hochautomatisierte Systeme der Stufe vier auf der Agenda, die in definierten Bereichen vollständig selbstständig fahren können. Einen Zeitplan nannten die Unternehmen nicht.
Neben Fahrassistenzsystemen setzt Mercedes Nvidia-Technologien auch für Simulationen und das digitale Produktionssystem MO360 ein. Ziel sind laut Unternehmen mehr Effizienz, Flexibilität und Qualität im globalen Produktionsnetzwerk.
Zudem arbeitet Mercedes gemeinsam mit Siemens und Contact Software an einem neuen System für das Product Lifecycle Management. Die KI-gestützte Plattform soll Entwicklung, Einkauf, Produktion, Vertrieb und After-Sales miteinander vernetzen. Mercedes erwartet dadurch eine Verkürzung der Entwicklungszeiten um bis zu 30 Prozent sowie Effizienzsteigerungen von bis zu 50 Prozent in einzelnen Bereichen.
Nach Unternehmensangaben könnten KI-gestützte Simulationen zudem dazu beitragen, physische Tests künftig gezielter einzusetzen und deren Umfang perspektivisch zu halbieren. Die Verantwortung für Produktentscheidungen verbleibe jedoch weiterhin bei den Mitarbeitern und Teams. (SP-X/ds)