Wo Geld im Spiel ist, gibt es auch Betrug. Dies gilt auch beim Bezahlen an Ladesäulen. Betrügereien sind zwar noch selten, könnten aber in Zukunft zunehmen. Hier sind fünf häufige Betrugsmaschen.
Immer mehr Menschen laden ihr Elektrofahrzeug an öffentlichen Ladesäulen – oft per App oder Ladekarte. Doch wo Geld, Daten und Fremdzugriff aufeinandertreffen, tauchen auch neue Betrugsmaschen auf. Der folgende Überblick zeigt fünf aktuelle Maschen beim Bezahlen an Ladesäulen, wie sie funktionieren und welche einfachen Schutzmaßnahmen angewendet werden können.
RFID-Ladekarten sind nicht sicher. Da viele Karten ohne Verschlüsselung arbeiten, können sie leicht kopiert werden. Unbefugte können dann unter fremdem Namen Strom laden. Der eigentliche Karteninhaber bemerkt dies oft erst bei der monatlichen Abrechnung. Wer sich schützen will, sollte die Push-Mitteilungen seines E-Mobilitätsproviders aktivieren. So ertönt bei jedem Bezahlvorgang ein Hinweiston.
Gefälschte QR-Codes sind ein weiteres Problem. Kleinere Ladesäulenbetreiber nutzen oft QR-Codes für die Freischaltung. Betrüger überkleben diese Codes durch gefälschte Varianten, um Zahlungsdaten zu stehlen. Um sicherzugehen, sollten Nutzer überprüfen, ob die Codes überklebt wirken. Dynamische QR-Codes im Display sind am sichersten. An AC-Ladesäulen sind Displays aktuell aber noch selten.
Konto-Hijacking durch „Credential-Stuffing“ ist eine weitere Masche. Kriminelle nutzen gestohlene E-Mail/Passwort-Kombinationen aus früheren Datenlecks, um Zugang zu Lade- oder Fahrzeugkonten zu erlangen. Nutzer sollten unterschiedliche Passwörter für verschiedene Dienste verwenden und diese regelmäßig ändern.
Ladegutscheine werden von Autohändlern häufig als Rabattbestandteil mitverkauft. Wer diese nicht nutzt, weil vor allem zu Hause geladen wird, verkauft sie meist online weiter. Aber nicht alle dieser Angebote sind seriös. Hinter manchen Inseraten steckt gestohlene oder ungültige Ware. Gutscheine, die weit unter Wert verkauft werden sind ein Warnsignal.
Fake-Accounts bei Ladestromanbietern sind ebenfalls ein Problem. Einige Ladestromanbieter verlangen von neuen Kunden nur wenige Angaben. Darunter Name, Adresse und Bankverbindung für das Lastschriftverfahren. Meist dauert die Überprüfung der Daten ein wenig. Betrüger:innen legen viele solcher Accounts an und verkaufen sie online weiter. Der Strom wird geladen aber die Rechnung bleibt unbezahlt. Dies schädigt die Anbieter direkt, aber ehrliche Kunden könnten indirekt durch höhere Preise betroffen sein. (SP-X/vdf)