Kabellose Ladeflächen gehören in vielen Autos zur Ausstattung. Die Technik dahinter ist einfach, bringt im Alltag aber auch Einschränkungen mit sich.
Induktive Ladeschalen haben sich in Autos als Ergänzung zu klassischen USB-Anschlüssen etabliert. Sie ermöglichen das Laden von Smartphones ohne Kabel, indem das Gerät einfach auf eine Ablage gelegt wird.
Das System basiert auf elektromagnetischer Induktion. Dabei arbeitet eine Spule im Fahrzeug mit einer zweiten im Smartphone zusammen. Fließt Strom durch die Spule in der Ladeschale, entsteht ein elektromagnetisches Feld, das im Gerät Strom erzeugt und so den Akku lädt.
Autohersteller begannen Anfang der 2010er-Jahre mit ersten Anwendungen. Als Vorreiter gilt Toyota, das 2012 im Modell Avalon eine entsprechende Ladefläche anbot. Ein Jahr später folgte Mercedes. Inzwischen ist die Technik in vielen Fahrzeugsegmenten verbreitet.
Voraussetzung ist ein kompatibles Smartphone mit Qi-Standard. Höherwertige Modelle verfügen meist serienmäßig darüber, bei älteren Geräten können Adapter oder spezielle Hüllen nachhelfen.
Die Leistung der Systeme hat sich verbessert. Frühere Lösungen arbeiteten oft mit fünf Watt, moderne erreichen häufig zehn bis 15 Watt oder mehr. Damit lassen sich Smartphones schneller laden, bleiben jedoch deutlich hinter kabelgebundenen Schnellladesystemen zurück.
Der Vorteil liegt im Bedienkomfort, da Kabel entfallen und das Gerät griffbereit bleibt. Gleichzeitig weist die Technik Schwächen auf. Die Effizienz ist geringer, ein Teil der Energie geht als Wärme verloren. Bei hohen Temperaturen kann dies dazu führen, dass Geräte die Ladeleistung reduzieren oder den Vorgang unterbrechen.
Auch die Positionierung spielt eine Rolle. Verrutscht das Smartphone, kann der Ladevorgang gestört werden. Große Geräte oder hervorstehende Kameras erschweren mitunter den Kontakt zur Ladefläche. Zudem können metallische Gegenstände die Funktion beeinträchtigen.
Hersteller arbeiten an Weiterentwicklungen, etwa mit mehreren Spulen oder neuen Standards wie Qi2 für eine stabilere Ausrichtung. Kabelgebundene Lösungen dürften dennoch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. (SP-X)