Mit dem Kleinwagen BYD Dolphin G DM-i will das Unternehmen auch den Fuhrpark erobern. Ein Plug-in-Antrieb erlaubt bis zu 105 Kilometer elektrische Reichweite.
Als Kleinwagen mit Plug-in-Antrieb und wahlweise zwei unterschiedlichen Batteriegrößen hat der Dolphin G DM-i ein Alleinstellungsmerkmal. BYD bietet den 4,16 Meter langen, 1,82 Meter breiten und 1,57 Meter hohen Wagen in vier Varianten an. In der Einstiegsversion Active bringen es der 70 kW (95 PS) starke Verbrenner in Verbindung mit dem an der Vorderachse platzierten E-Motor mit 120 kW (163 PS) auf eine Systemleistung von 129 kW (176 PS). Die Modelle Boost, Comfort und Sport kommen auf eine Systemleistung von 156 kW (212 PS).
BYD spricht bei dem eingesetzten Plug-in-Antrieb von der im Unternehmen entwickelten Super-Hybrid-Technologie. Dabei arbeitet der Benziner überwiegend als Generator und schaltet sich lediglich bei Bedarf direkt zum Vortrieb dazu. Die Antriebseinheit arbeitet erfreulich leise. Lediglich bei höheren Geschwindigkeiten macht sich der Benziner deutlicher bemerkbar.
Deutliche Unterschiede gibt es zwischen Active und den drei anderen Varianten auch bei den eingesetzten Größen der BYD-Blade-Batterien (Lithium-Eisenphosphat). 7,42 kWh im Basismodell sollen für eine elektrische Reichweite von etwa 40 Kilometern reichen. Mit vollem Benzintank verspricht BYD bis zu 1.020 Kilometer ohne Lade- oder Tankstopp. 20 Kilometer mehr werden für das restliche Trio angegeben. Hier ist eine Batterie mit einer Kapazität von 18,3 Kilowattstunden (kWh) verbaut. Die speichert laut Hersteller Strom für eine Reichweite von etwas mehr als 100 Kilometern.
Damit misst sich der Kleine mit den Großen der Zunft. Die Ladeleistung indessen ist mit 3,3 kW für die Basis und 6,6 kW für den größeren Akku eher überschaubar. Die 18,3-kWh-Batterie kann auch mit 39 kW an einer Schnellladensäule mit frischer Energie versorgt werden. 26 Minuten gibt BYD an, um den Akku von zehn auf 80 Prozent zu laden. Serienmäßig sind die drei besseren Ausstattungen zudem mit einer V2L-Funktion bestückt. So lassen sich andere batteriebetriebene Geräte bei einem Stopp aufladen.
Die äußere Größe oder treffender ausgedrückt, die geringen Abmessungen, sind die beste Voraussetzung für den Stadtverkehr und die oftmals engen Parkbuchten. Hier fühlt sich der Dolphin G DM-i so richtig wohl. Das dürfte Liefer-, Service- und Pflegediensten sehr entgegenkommen.
Doch auch wenn es über Land geht, zeigt sich das neue BYD-Familienmitglied voll auf der Höhe. In 8,3 Sekunden spurtet der Kleine aus dem Stand auf Tempo 100 und in der Spitze sind 180 Kilometer pro Stunde machbar. Die liegen tatsächlich relativ schnell an, wie die Testfahrt mit dem Dolphin G DM-i-Sport gezeigt hat.
Dabei überzeugte der Dolphin zudem mit einem gut abgestimmten Fahrwerk. Dem vermutlich hauptsächlichen Einsatzgebiet entsprechend stand bei der Entwicklung der Komfort im Vordergrund. Doch auch flotte Kurvenfahrten meistert der Wagen problemlos. Er lässt sich ohne Mühe in der vorgegebenen Spur halten.
Beim ersten Blick ins Passagierabteil fällt auf, dass BYD eine Reihe von Schaltern und Knöpfen verbaut hat. „Wir haben erkannt, dass das Wischen und Tippen auf dem Touch-Screen vom Verkehrsgeschehen ablenken kann“, erklärt Deutschland-Chef Lars Bialkowski. Dessen ungeachtet gibt es ein großes Touch-Infotainmentdisplay, 10,1 Zoll in der Basis, sonst 12,8 Zoll, in der Mitte des Armaturenträgers.
Die Instrumentenanzeige vor dem Platz am Steuer ist ebenfalls digital und misst 8,8 Zoll. In allen Dolphin G DM-i-Modellen sind unter anderem vorhanden:
Der BYD Dolphin bietet aufgrund des Radstands von 2,61 Metern erstaunlich viel Platz auch auf der Rückbank. Allerdings sind die vorderen Sitze sehr tief montiert, so dass die Füße der Passagiere im Fond nicht darunter geschoben werden können.
Mit einem Kofferraumvolumen von 425 Litern unterstreicht der Dolphin grundsätzlich seine Alltagstauglichkeit. Allerdings muss zum Be- und Entladen eine hohe Ladekante überwunden werden. Das kann bei schwereren oder unhandlichen Gegenständen auf den Rücken gehen.
Werden die hinteren Lehnen vorgeklappt und damit bis auf die Basis im Verhältnis 60:40 geteilt, erhöht sich die Kapazität des Ladeabteils auf bis zu 1.225 Liter. Und quasi im Keller, also unter dem Ladeboden, liegt noch ein 45 Liter großes Fach, um Kleinteile oder Ladekabel aus dem Weg zu räumen.



Optisch rollt der Dolphin mit seinen sehr kurzen Überhängen durchaus gefällig an. Die weit nach unten gezogene Front hinterlässt schon aufgrund der riesigen schwarzen Spange unterhalb des Kennzeichens sowie den seitlichen Lufteinlässen einen markanten Eindruck. Die Scheinwerfer sind schmal gezeichnet, dehnen sich bis in die Radhäuser aus. Das nach hinten leicht abfallende Dach betont die fließende Seitenansicht. Und das Heck wird von einem durchgehenden Leuchtenband dominiert.
Die Preise starten bei 24.361 Euro für den Active. Der Boost steht ab 26.882 Euro, der Comfort ab 28.143 Euro in der Preisliste. Für die Version Sport müssen mindestes 28.983 Euro ausgegeben werden.
Verbrauch, Emissionen und Reichweiten nach WLTP, Preise exkl. MwSt.