Nach den USA hat Kanada Strafzölle von 100 Prozent auf chinesische Elektroautos eingeführt. China reagiert scharf und kündigt Gegenmaßnahmen an.
Immer mehr westliche Länder reagieren mit scharfen Maßnahmen auf den wachsenden Einfluss chinesischer Elektrofahrzeuge auf ihren Märkten. Zuletzt hat Kanada im August 2024 nach dem Vorbild der USA Strafzölle von 100 Prozent auf Elektroautos aus China verhängt. Dies stellt eine drastische Erhöhung dar, die den Import solcher Fahrzeuge für kanadische Verbraucher nahezu unerschwinglich macht.
Die kanadische Regierung betonte, dass diese Entscheidung getroffen wurde, um den heimischen Automobilmarkt zu schützen. Finanzministerin Chrystia Freeland argumentierte, dass chinesische Hersteller aufgrund staatlicher Subventionen und niedriger Produktionsstandards einen unfairen Vorteil genießen würden. Zudem wurden auch Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus China eingeführt, um weitere Wirtschaftsbereiche zu schützen.
Doch China lässt diese Maßnahmen nicht unbeantwortet. Die chinesische Botschaft in Kanada kündigte an, "alle notwendigen Maßnahmen" zu ergreifen, um die Rechte und Interessen chinesischer Unternehmen zu wahren. Peking warnte, dass diese Strafzölle den Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern erheblich schaden und den globalen Kampf gegen den Klimawandel behindern könnten. Die neuen Abgaben würden nicht nur die Beziehungen zwischen China und Kanada belasten, sondern auch den kanadischen Bürgern schaden.
Auch die USA hatten bereits im Mai 2024 die Zölle auf chinesische Elektroautos auf 100 Prozent erhöht. Präsident Joe Biden sieht darin eine Antwort auf die zunehmende Flut von preisgünstigen Elektrofahrzeugen aus China, die die heimische Industrie gefährden könnten.
Diese Entwicklung führt jedoch auch in den USA zu hitzigen Diskussionen. Experten warnen, dass solche Maßnahmen die Preise für Elektrofahrzeuge in die Höhe treiben und die Klimaziele erschweren könnten. Währenddessen prüft die EU ähnliche Schritte und hat eine Untersuchung zu Subventionen für Elektroautos aus China eingeleitet. Sollte auch Europa Strafzölle verhängen, könnte dies den globalen Handelskonflikt weiter verschärfen. (ja)