Fahrstrom wird immer teurer. Insbesondere an öffentlichen Ladestationen muss zunehmend mehr bezahlt werden, sodass teils der Energiekostenvorteil entfällt.
Kostensprung: Wer sein E-Auto an öffentlichen Säulen lädt, fährt teils teurer als mit einem Verbrenner. Im Schnitt kostet die Kilowattstunde am Normalllader in Deutschland aktuell 46 Cent (alle Preise netto zzgl. USt.) und am Schnelllader 56 Cent, wie eine Studie des Energieversorgers Lichtblick ergibt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Aufschlag von drei beziehungsweise vier Cent. Damit fahren E-Mobilisten nun unter Umständen teurer als Verbrenner: So kosten 100 Kilometer bei einem Durchschnittsverbrauch von 20 kWh 9,33 Euro beziehungsweise 11 Euro. Ein Benziner mit sechs Litern Verbrauch muss auf der gleichen Distanz für 8,72 Euro betankt werden.
Lichtblick sieht einen Hauptgrund für die hohen Preise an öffentlichen Ladesäulen in der Monopolbildung im Markt. Vor allem die Normalladesäulen würden häufig von den örtlichen Stadtwerken betrieben – in einigen Regionen liegt der Marktanteil der lokalen Energieversorger demnach oberhalb von 90 Prozent. Lichtblick setzt sich seit Jahren für mehr Wettbewerb im Fahrstrommarkt ein, fordert unter anderem ein Durchleitungsmodell, wie es vom Haushaltsstrommarkt bekannt ist. Verbraucher könnten ihren Stromversorger dann selbst wählen und überall nach dessen Konditionen laden. Inwieweit E-Autofahren tatsächlich hinsichtlich der Energiekosten teurer ist als das Nutzen eines Verbrenners, ist allerdings sehr individuell. Das Tanken an der eigenen Wallbox etwa ist in der Regel deutlich billiger als das Laden am Straßenrand oder im Ladepark. Für Vielfahrer gibt es bei den meisten E-Mobilitätsprovidern zudem Ladesäulentarife mit deutlich geringeren kWh-Preisen; im Gegenzug wird dann eine Grundgebühr fällig. (SP-X/MN)