Foto: bfp/Timo Bürger

bfp Fuhrpark testet CNG-Variante

Fiat Panda: quadratisch, praktisch und meistens auch gut

Der Fiat Panda ist wendig, klein, bietet innen aber viel Platz und fährt mit günstigem Erdgas. Ein Auto für den Fuhrpark also? Ja, eingeschränkt.

Inhaltsverzeichnis

Von Timo Bürger

Ist das denn ein SUV? Nein, ein Fiat Panda ist natürlich keines der zurzeit so beliebten hoch gelegten Fahrzeuge, sondern ein gerade mal gut 3,60 Meter langer – oder treffender formuliert: kurzer – Kleinwagen. Aber SUV hin, Kleinstwagen her – man sitzt hier auch erhöht und überraschend luftig im kleinen Italiener.

Das liegt auch daran, dass sich der Fahrersitz (140 Euro Aufpreis, nur manuell verstellbar) nicht wirklich tief nach unten arretieren lässt. Aber das hat durchaus auch seine Vorteile, genießt der Fahrer doch in dem sehr kastig geformten Mini eine hervorragende Über- und Rundumsicht. Die Stoffsitze sind zudem bequem gepolstert, wenngleich die Seitenwangen etwas stärker ausgeformt sein dürften.

Fiat Panda – im Innersten quadratisch

Das gesamte Interieur ist im Quadrat-Look mit abgerundeten Ecken gehalten. Türgriffe, Pralltopf, Schalter, die Einfassungen der Instrumente oder der Schaltknüppelkopf – überall kehrt dieses Motiv wieder. Das ist stimmig und hübsch anzusehen obendrein. Zudem macht der Innenraum einen recht wertigen Eindruck. Zwar haben die Italiener – wen wundert das wirklich bei einem Fahrzeug in dieser Preisklasse? – viel Plastik verbaut, das aber haben sie optisch charmant hinbekommen.

Fiat Panda TwinAir CNG: munterer, aber lauter Motor

Um den 80 PS starken Zweizylinder zu mögen, bedarf es ein bisschen Eingewöhnungszeit. Nicht, dass die Leistung für das nur etwas über 1150 Kilogramm schwere Fahrzeug zu wenig wäre – im Gegenteil: Richtig flott kommt der Panda aus dem Stand, und genauso munter geht es weiter, bis schließlich Landstraßen – und letztlich Autobahntempo erreicht ist.

In jedem Fall fühlt sich der Panda deutlich flotter an, als es die 12,8 Sekunden bis Tempo 100 aus dem Datenblatt vermuten lassen. Zudem ist der Italiener ein idealer Begleiter für die Innenstädte, gefühlt lässt er sich wirklich auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel wenden.

Schnarren und Knattern

Allerdings schnarrt und knattert der Zweizylinder vor allem beim Beschleunigen aus den unteren Gängen akustisch so vehement, dass die Insassen zuweilen glauben, in einem Nutzfahrzeug Platz zu nehmen. Oder anders ausgedrückt: Die Klangfarbe ist irgendwo zwischen Dreizylinder und Diesel angesiedelt. Das mag auch eine sympathische Komponente haben - auf die Dauer kann diese sehr spezielle Modulation aber anstrengend sein.

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Und: Die Vibrationen des 0,9-Liter-Motörchens sind zuweilen so stark, dass der Innenspiegel heftig zittert. Mit der Folge: Der Fahrer kann die hinter ihm fahrenden Pkw zwar als solche erkennen - der Vibration und des Flimmerns wegen kann aber die Geschwindigkeit aber nur schwer eingeschätzt werden.

Mit Gas und Benzin geht der Fiat recht sparsam um

Hurtig ja, durstig nein – so das Fazit. Zwar hat der Italiener weder für Erdgas noch für Super eine exakte Verbrauchsanzeige, sondern nur zwei Balkengrafiken, dies genügt aber, um zumindest den Verbrauch zu überschlagen: Nach knapp 150 Kilometern waren sechs des 12,1 Kilogramm fassenden Tanks verbraucht. Der Kleine kommt also mit etwa vier Kilogramm CNG auf 100 Kilometer aus, was bei einem derzeitigen Preis von 1,15 Euro pro Kilo Kraftstoffkosten von etwa 4,50 Euro pro 100 Kilometer bedeutet.

Zusätzlich ist ein 35 Liter fassender Tank für Benzin an Bord, falls mal keine Erdgastankstelle in der Nähe ist. Ohnehin ist der bivalente Benzin-Gas-Antrieb völlig problemlos. Einzig das leise Zischen und Klacken beim Öffnen der Ventile verrät den Passagieren, dass sie in einem Gasfahrzeug sitzen. Mit einem einfachen Tastendruck kann zwischen beiden Kraftstoffen gewechselt werden.

Der Fiat Panda ist ein kleines Raumwunder

Wo der Fiat ganz groß rauskommt, ist in Sachen Platzeffizienz: Zwar mögen die 200 Liter Volumen des Kofferraumes beim Blick aufs Datenblatt nicht für Verzückung sorgen, aber nichtsdestotrotz: Drei Kisten Mineralwasser lassen sich problemlos hinten verstauen. Wer noch mehr Platz benötigt, hat im Nu per Hebel die Rückbank (im Verhältnis 60/40 umklappbar) nach vorne geklappt und freut sich über insgesamt 800 Liter Stauraumvolumen.

Das geht locker und leicht von der Hand. Etwas knickerig: Fiat gönnt dem Panda im Kofferraum nur einen einzigen Haken zum Festklemmen von Einkaufstaschen.

Spärliche Sicherheitsausstattung

Was die Sicherheits- und Assistenzsysteme angeht, kommt der Kleine leider kümmerlich daher: Viel mehr als die gängigen Sicherheitshelfer ABS, ESC, Isofix (zwei Mal) sind auch gegen Geld und warme Worte nicht zu bekommen. Für 250 Euro extra gibt es noch Seitenairbags, 190 Euro hingegen muss hinblättern, wer Wert auf den City-Notbremsassistenten legt. Für ein Fahrzeug, das überwiegend im urbanen Raum bewegt wird, sicher eine sinnvolle Option.

Fazit Fiat Panda 0.9 TwinAir Lounge CNG

Unterm Strich ist der Fiat Panda ein flott gemachter und flotter Kleinwagen. Seiner Wendigkeit, Übersichtlichkeit und Geräumigkeit wegen ist er bestens geeignet für Liefer- oder Betreuungsdienste in der Stadt und im erweiterten Stadtgebiet. Der absolut problemlos funktionierende CNG-Antrieb spricht ebenfalls für den kleinen Italiener. Anfreunden muss man sich allerdings mit dem akustisch sehr präsenten Zweizylinder.

Ebenfalls berücksichtigt werden sollte der gegenüber einem gleichstarken Nur-Benziner erhöhte Anschaffungspreis (15.690 Euro für das hier getestete Fahrzeug gegenüber 13.160 Euro für den gleichwertig ausgestatteten Fiat Panda 0.9 TwinAir Turbo Start&Stopp). Auch eine Variante mit dem noch günstigeren Kraftstoff Autogas (LPG) hat Fiat im Programm – und die schlägt mit mindestens 13.390 Euro zu Buche.

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