Alternative Mobilität

Hybrid zum Mitnehmen

Das günstige Pedelec Vektron von Klappradspezialisten Tern fährt erfreulich gut und ist ideal für die mit dem ÖPNV kombinierte Mobilität.

Die E-Bike-Antriebe von Bosch dominieren den europäischen Markt. Es gibt aber durchaus mindestens ebenbürtige Alternativen. Das beweist eindrucksvoll das Klapp-Pedelec Vektron von Tern. Im vergangenen Jahr als erstes E-Faltrad der Welt mit Bosch-Mittelmotor auf den Markt gekommen, startet zum Modelljahr 2018 eine Version, dies wahlweise als S10 mit dem dynamischen Performance-Motor von Bosch für 3.400 Euro oder als P9 mit einem 800 Euro günstigeren Bafang-Mittelmotor zu haben ist.

Günstiger aber keineswegs billig.

Trotz des deutlich günstigeren Preises fühlt sich die Bafang-Variante des S10 im Fahrbetrieb keineswegs wie eine Billig-Version an. Einen Anteil daran hat die wahlweise als Neungang-Kettenschaltung (P9) oder siebenstufigen Nabenschaltung (D7i) ausgeführte Kraftübertragung. Auch im optischen Vergleich zum teuren S10 wird der Laie beim ersten Blick auf das P9 kaum einen Unterschied ausmachen. Der Mittelmotor ist etwas anders eingehängt und der Akku hinter der Sattelstange wirkt vielleicht eine Spur klobiger als beim Bosch-Pendant. Ansonsten finden sich nur kleine Unterschiede bei einigen Komponenten: Die teuren Ergon-Griffe, FSA-Tretkurbeln und 10-Gang-Deore-Kettenschaltung des S10 hat Tern beim P9 durch günstigere Alternativen ersetzt.

Im handumdrehen faltbar und viele Verstellmöglichkeiten.

Die solide Rahmenkonstruktion blieb vom Rotstift verschont. Entsprechend bietet das P9 die gleiche extrastabile und extravariable Konstruktion wie das S10. Einerseits gibt es praktische Verstellmöglichkeiten für Sitz und Lenker, die eine Anpassung für sehr kleine wie sehr große Menschen mit wenigen Handgriffen erlauben, andererseits lässt sich die Konstruktion schnell zusammenfalten. Zunächst wird das Fahrrad in der Länge halbiert, zusätzlich kann man die lange Lenkerstange samt Lenker und Vorbau herunterklappen. So geschrumpft, reicht dem Vektron eine vergleichsweise kleine Abstellfläche, was auch den Transport in Autos oder Zügen möglich macht. Allerdings kommt hier das konzeptbedingt hohe Gewicht von 23 Kilogramm des klappbaren E-Bike im wahrsten Wortsinn erschwert zum tragen.

Kleiner Flitzer macht Laune in der City und taugt auch für längere Touren.

Ganz anders sieht das dann auf der Straße aus: Beim Vektron handelt es sich um einen kleiner Spaß-Flitzer. Im urbanen Umfeld macht das spritzige, wendige und schräglagenfreudige E-Bike jedenfalls viel Laune. Auch für längere Touren kann man das zudem erfreulich stabil fahrende Bike nutzen. Federelemente gibt es keine, doch sofern man die 20-Zoll-Ballonreifen nicht zu stark aufpumpt, können diese immerhin kleinere Unebenheiten eliminieren. Spritzig ist das P9 auch dank des Max Drive genannten Bafang-Antriebs. Über eine Kontrolleinheit mit Display am Lenker kann man zwischen fünf Antriebsstufen wählen.

Antrieb: Leise und kraftvoll.

Am meisten Freude bereit es, mit maximaler Unterstützung zu fahren. In fast allen Situationen ist man dann mit 25 und oftmals sogar ein oder zwei km/h schneller unterwegs. Das Tempo kann man an vielen Steigungen nahezu halten, wenn man denn vor steileren Passagen in eine kürzere Übersetzung des mittelprächtig schaltenden Sora-Getriebes wechselt. Der Bafang-Antrieb geht nicht nur kräftig und mit einem satten Drehmoment von 80 Newtonmetern zur Sache, er arbeitet außerdem schön leise. Zum Fitnessaufbau eignet sich der stärkste Antriebsmodus selbstverständlich nicht. Außerdem schmilzt hier die mögliche Reichweite von 90 Kilometern drastisch zusammen - bei frostigen Außentemperaturen sogar auf deutlich unter 40 Kilometer. Zum Aufladen lässt sich der mit einem eigenen Schloss gesicherte Akku herausnehmen, was Laternen- oder Kellerparkern ein Aufladen in der Wohnung erlaubt.

Übrige Ausstattung auch für täglichen Einsatz geeignet.

Ansonsten bietet das Vektron eine für den Alltagseinsatz rundum gute Ausstattung. Dazu gehören lichtstarke LED-Lampen, fein dosierbare und fest zupackende Hydraulik-Scheibenbremsen, Bordcomputer, kompetent vor Spritzwasser schützende Schutzbleche, ein Zweibeinständer und ein vielseitig nutzbarer und stabiler Gepäckträger, an dem sich seitlich auch Packtaschen befestigen lassen. Immerhin 2.600 Euro kostet das P9. Das ist gewiss kein Pappenstiel, aber immerhin deutlich günstiger als die Version mit Bosch-Antrieb. Egal für welche Motorvariante man sich entscheiden mag, handelt es sich beim Vektron um ein erfreulich gut gemachtes E-Bike, welches als Besonderheiten hochvariable Einstellmöglichkeiten für Lenker und Sattel sowie einen Faltmechanismus bietet, der raumoptimiertes Verstauen und den einfachen Transport erlaubt. (md/SP-X)

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