Jaguar I-Pace (2018)

Vorstellung

Jaguar I-Pace: Der britische Stromer

Mit einem kompakten Elektro-SUV starten die Briten ins Elektrozeitalter. Auch für Fuhrparks ist der neue durchaus eine Überlegung wert.

Mit einer Reichweite von bis zu 480 Kilometer pro Batterieladung, einer Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 zielt der neue Jaguar I-Pace ab Sommer, ganz klar auf den US-Konkurrenten Tesla. Das gilt erst recht für den Preis: der Elektro-Jaguar startet ab 77.850 Euro und unterbietet das Tesla Model X um mehr als 13.000 Euro.

Der Brite der aus Österreich kommt.

Für die Entwicklung von der auf verschiedenen Messen präsentierten Studie seines Elektro-SUV bis zum Serienmodell hat sich Jaguar rund eineinhalb Jahre Zeit genommen. Das Ergebnis unterscheidet sich optisch kaum von der Studie und macht auch technisch nur wenige Zugeständnisse an die Studie. Der nicht bei Jaguar in Coventry, sondern von Magna Steyr im österreichischen Graz gefertigte Serien-I-Pace misst 4,68 Meter– das Standardmaß in der SUV-Mittelklasse. Der Innenraum soll jedoch dank des platzsparenden E-Antriebs spürbar geräumiger ausfallen als bei der konventionellen Konkurrenz. Das gilt aber nur für die Passagiere, denn 656 Liter Kofferraumvolumen bei voller Bestuhlung und 1.453 Liter mit umgelegter Rückbank sind allenfalls Mittelmaß.

Top-Technik aber immer noch lange Ladezeiten.

Zur Spitzengruppe zählt der Jaguar jedoch beim Antrieb. Zwei E-Motoren, je einer pro Achse, stellen ein Drehmoment von knapp 700 Nm zur Verfügung und erzeugen eine Leistung von 294 kW/400 PS. Einer 90 kWh große Batterie im Fahrzeugboden versorgt das Duo mit Strom. Rund 480 Kilometer Reichweite sollen nach der strengen WLTP-Messung möglich sein, dann muss der Allrader wieder an die Steckdose. Wie schnell der Ladevorgang dauert, hängt von der verfügbaren Stromstärke ab. Jaguar verspricht im Idealfall von 40 Minuten für eine 80-prozentige Füllung, wenn der I-Pace an einem 100-kW-Anschluss hängt. Weil diese (noch) außer für Tesla-Fahrer extrem selten sind, wird es in der Praxis bis auf weiteres deutlich länger dauern. An einer gängigen CCS-Schnellladesäule (22 kWh) werden wohl um die vier Stunden vergehen, an der heimischen Wallbox eine ganze Nacht.

Schon 2019 droht ein überzeugender Konkurrent.

Mit dem Gesamtpaket des I-Pace muss sich Jaguar dennoch nicht vor Tesla und dem Model X verstecken. Die Kalifornier nennen für ihr Elektro-SUV zwar eine Reichweite von bis zu 565 Kilometern – allerdings nach dem wenig praxisnahen NEFZ-Zyklus. Beim Preis hat Jaguar wie bereits angeschnitten deutlich die Nase vorn. Allerdings ist das Model X mit gut 5 Metern Länge auch eine Ecke größer als der I-Pace. Stärkere Konkurrenz dürfte dem Briten daher künftig aus Deutschland erwachsen. Mercedes hat mit dem EQ C ein ähnliches Modell mit vergleichbaren Rahmendaten für 2019 angekündigt. Und auch VW, Porsche und Audi planen Elektro-SUVs – mit Praxis-Reichweiten deutlich jenseits der 500-Kilometer-Marke. (md/SP-X)

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