Foto: Arval

Interview

Kommt mit Macht: Business to Business to Employee

Interview mit Arval Vertriebschef Christian Schüßler.

Die Arval-Gruppe hat europaweit einige neue Angebote auf den Weg gebracht. Corporate Carsharing und eine ausgefeilte Software überraschen dabei eher nicht, die Ausweitung des Finanzierungsangebots für Elektrofahrzeuge auf die gesamte Infrastruktur – wie etwa Ladestationen am Arbeitsort und zuhause – schon. Wir haben bei Christian Schüßler nachgefragt.

bfp: Sie haben Elektrofahrzeuge im Fokus. In deutschen Fahrzeugflotten ist das E-Auto ja noch unterrepräsentiert. Wie sieht das in Europa aus und was wollen Sie damit erreichen?

Christian Schüßler: Das Thema E-Mobility ist erst im vergangenen Jahr merklich bei unseren deutschen Kunden angekommen. Dafür gehörte es auf Anhieb zu den Top-3-Themen, die sie, und somit unsere Account Manager, beschäftigten. Das aktuelle CVO Fuhrpark-Barometer zeigt, dass sich vor allem große Unternehmen und Konzerne für Elektrofahrzeuge in der Flotte interessieren. 26 Prozent von ihnen haben bereits reine Elektrofahrzeuge im Fuhrpark implementiert oder planen dies für die nächsten drei Jahre. Erfahrungsgemäß ziehen kleinere Unternehmen bei solchen Entwicklungen mittelfristig nach. Entsprechend bieten wir unseren deutschen Kunden mit „Electric Vehicle“ ab dem 2. Quartal 2018 ein modulares Angebot, mit dem wir die Antriebsart „Elektro“ im Fuhrpark breitentauglich machen wollen.

Wer ist Vorreiter bei der Nutzung neuer Antriebe?

Vorreiter in der Nutzung neuer Antriebstechnologien und Energien sind die Niederlande, Großbritannien und Italien. Deutschland schafft es beim CVO Fuhrpark-Barometer nur ins hintere Mittelfeld.

Letztendlich wollen wir natürlich Berührungsängste mit neuen Antriebsarten abbauen, aber unsere Kunden im Zuge des laufenden Mobilitätswandels nicht in eine Antriebs-Richtung drängen. Vielmehr gilt es, gemeinsam mit ihnen die optimale Lösung mit dem perfekt abgestimmten Energie-Mix für den individuellen Bedarf des Unternehmens oder auch des jeweiligen Fahrers zu finden. Als grobe Richtlinie gilt bei der Wahl der Antriebsart: In ländlichen Regionen sind klassische Antriebsarten meist die einzige sinnvolle Option. Bei einer Laufleistung über circa 35.000 Kilometer pro Jahr empfehlen wir in der Regel nach wie vor den Diesel. Doch besonders für Innenstädte und Kurzstrecken wird das Thema Elektrofahrzeuge zunehmend interessant. Da die Infrastruktur in Deutschland oftmals aber noch zu wünschen übrig lässt, bieten wir Kunden den vollen Service: Nicht nur das Fahrzeug, sondern alles, was dazugehört. Dafür konnten wir mit NewMotion ein etabliertes Branchenschwergewicht als Partner rund um das Thema Ladestationen gewinnen.

bfp: Der Kern Ihrer neuen Angebote zielt auf den Mitarbeiter als Privatperson, vor allem Mitarbeiter, die keinen Firmenwagen haben, ab. Was steckt hinter „Arval for Employees“?

Christian Schüßler: Damit können unsere Kunden ihren Mitarbeitern privates Leasing zu Unternehmenskonditionen ermöglichen. Bereits etablierte Angebote, wie ein Bruttogehaltsumwandlungsmodell und die Option gewerblich oder privat geleaste Fahrzeuge zu kaufen, erweitern wir zusätzlich um Carsharing-Angebote und in den ersten Ländern auch um das neue, umfassende Service-Paket „Arval for Me“. Damit können erstmals auch Privatpersonen unsere Full-Service-Leasing-Leistungen in vollem Umfang in Anspruch nehmen. Die Kernidee „Fahrzeugnutzung“ ermöglicht Endnutzern im Vergleich zum traditionellen „Fahrzeugkauf“ ein Maximum an Agilität bei voller finanzieller Planungssicherheit und minimalem Verwaltungsaufwand.

Was bietet „Arval for Employees“?

In Zeiten des Fachkräftemangels versetzt „Arval for Employees“ unsere Kunden in die Lage, den Fuhrpark strategisch zum HR-Tool aufzuwerten. Denn sie können jenen Arbeitnehmern einen Mehrwert bieten, denen kein Dienstwagen zusteht: im Schnitt sind dies 90 Prozent der Belegschaft. Bei der Umsetzung helfen natürlich, wie üblich, unsere erfahrenen Account Manager und ein State-of-the-Art-Set an digitalen Tools und Auswertungsmöglichkeiten. Das Programm läuft im Herbst 2018 – mit länderspezifischen Anpassungen – in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien, Belgien und den Niederlanden an. Viele Bestandteile, wie Car-Sharing oder Arbeitnehmer-Leasing, sind für unsere Kunden sehr einfach umzusetzen. Andere sind fraglos etwas komplexer, werden aber natürlich umfassend von unseren Account Managern begleitet.

bfp: Leasing ist für private Nutzer ja nach gängiger Meinung nicht so interessant, weil einige Vorteile, die Unternehmen haben, entfallen. Was hat der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer konkret davon?

Christian Schüßler: Für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer ist Leasing eine attraktive Option: Die große Investition „Kaufpreis“ entfällt, es gibt Vorteile bei der Steuer und nicht zuletzt in regelmäßigen Abständen ein brandneues Auto. Im laufenden Mobilitätswandel ist weiterhin sehr attraktiv, dass man nicht langfristig an ein bestimmtes Fahrzeugmodell beziehungsweise eine spezifische Antriebsart gebunden ist. Aktuell verändert sich der Markt so rasant, dass Prognosen immer schwerer werden. Entsprechend überrascht nicht, dass sich laut CVO Fuhrpark-Barometer 70 Prozent der teilnehmenden Unternehmen für eine Alternative zum Autokauf entschieden haben. Beim Kilometer-Leasing lassen sich zudem Marktrisiken, wie der Restwert, auslagern. Bei der Steuererklärung können Unternehmen die Leasingraten als Betriebsausgaben direkt vom Gewinn abziehen und entsprechend höhere Beträge abschreiben, als beim Wertverlust eines gekauften Fahrzeugs.

Wo liegen die Vorteile?

Ihre Vorteile beim Leasing können Unternehmen auch an ihre Mitarbeiter weitergeben: Wir nennen das B2B2E, also Business to Business to Employee. Das gilt in Deutschland kurzfristig via „Arval for Employees“ fürs Leasing selbst und mittelfristig mit „Arval for me“ für das umfassende Servicepaket des Full-Service-Leasings. Vom Reifenwechsel bis zur Wartung oder auch im Schadensfall werden sie in allen Fragen von unseren Experten unterstützt. Arbeitgeber haben von B2B2E-Leasingoptionen für ihre Mitarbeiter einen klaren strategischen Zugewinn im Bereich Recruiting: denn erstmals können sie der Belegschaft ohne Dienstwagen (im Schnitt 90 %) einen Mehrwert in Sachen Mobilität anbieten.

bfp: Herr Schüßler, herzlichen Dank für das Gespräch.

Dienstleister

Arval meldet Zuwächse

Steigerung auch in Deutschland - neue zukunftsweisende Angebote für Unternehmen - Portal für Flottenmanager.

Darauf sollte geachtet werden

Das sind die Vor- und Nachteile der Langzeitmiete

Eine Langzeitmiete scheint einfach: Passt das Fahrzeug nicht mehr zum Zweck, wird es eben oder zurückgegeben. Klappt das wirklich so einfach?

Alternative Mobilität

Green fleet: Sind E-Autos die Alternative für den Diesel?

Green Fleet ist seit Jahren in aller Munde. Wie kommt das Thema E-Fahrzeuge voran? Und was wird von der Politik erwartet?