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Elektro-Mobilität

Neue Elektroautos für 2018 und 2019

Schluss mit Verzichts-Mobilen – jetzt bringen die großen Hersteller E-Autos für die Chefetage. Ausgerechnet Jaguar macht mit dem i-Pace den Anfang.

Von Thomas Wüsten / AutoAmbition

Die Top-Ten-Liste der auf dem deutschen Markt erhältlichen Elektroautos liest sich wie ein Klein- und Kompaktwagen-Katalog: Renault Zoe, VW e-Golf, Smart Fortwo, Kia Soul und BMW i3, erst auf Platz 6 und 7 folgen mit Tesla Model S und Model X größere, komfortablere Modelle. Mit 2036 Zulassungen in 2017 (Model S) und 1090 Zulassungen (Model X) spielen sie auch schon eine ernst zu nehmende Rolle in der Luxusklasse um 100.000 Euro. Mit zusammen 3126 Einheiten knabbern sie am Kuchen den sich ansonsten die Mercedes S-Klasse (6759 Zulassungen in 2017), der BMW 7er (4594), der Porsche Panamera (3977) und der Audi A8 (nur 3966 im Auslaufjahr) aufteilen.

Tesla hat sich bereits bei Managern und Selbstständigen etabliert

Bislang richtete sich einzig Tesla mit dem Model S und dem Model X an Geschäftsführer, Inhaber und Selbstständige. Mit diesem Solo-Angebot ist jedoch bald Schluss. Die europäischen Hersteller bringen 2018 und 2019 erstmals große, luxuriöse Elektroautos auf den Markt. Allen voran nicht etwa Audi, BMW oder Mercedes, sondern Jaguar. Die Briten, die zum indischen Tata-Konzern gehören, starten voraussichtlich im Spätsommer 2018 mit der Auslieferung ihres E-SUVs I-Pace. Der optisch gelungene Viertürer wurde bereits präsentiert und ist konfigurierbar sowie bestellbar.

Der Jaguar I-Pace macht auf Vorreiter – sein Preis beginnt bei 78.000 Euro

Damit treibt Jaguar die deutschen Hersteller vor sich her. Die Daten des rund 4,70 Meter langen BEV (Battery Electric Vehicle) werden sich die Wettbewerber einprägen müssen: Allradantrieb mit zwei Elektromotoren (jeweils vorn u. hinten), insgesamt 294 kW/400 PS, 696 Newtonmeter maximales Drehmoment und eine Batteriekapazität von 90 kWh. Der I-Pace soll nach der anspruchsvollen WLTP-Norm eine Reichweite von 480 Kilometern schaffen (Verbrauch: 21,2 kWh/100 km) und in nur 4,8 Sekunden von Null auf 100 km/h sprinten können. Jaguar gibt das Gewicht mit rund 2,2 Tonnen an. Der Einstiegspreis liegt bei knapp 78.000 Euro, über 25.000 Reservierungen sollen bereits bei Jaguar vorliegen.

Audi will mit dem e-tron den Jaguar-Vorsprung eliminieren

Audi will spätestens im September 2018 sein erstes E-Automobil unter dem Namen e-tron auf den Markt bringen. Der Preis der Basis-Version soll 80.000 Euro betragen und kürzlich erklärte Audi-Chef Rupert Stadler, dass auch dieses erste rein elektrische angetriebene Modell direkt Geld verdienen soll – sprich kein Zuschuss-Geschäft für Audi werden darf. Der e-tron wird nicht einzig dem Zweck dienen Elektro-Marktanteile zu kaufen, um mit einem Zero-CO2-Auto EU-Strafzahlungen zu vermeiden.Optisch präsentiert sich der vollelektrische e-tron als viertüriges SUV etwa im Format des Q5. Audi setzt auf drei Elektromotoren, einen vorne und zwei an der Hinterachse. Die Batteriekapazität soll 95 kWh betragen. Das ermöglicht eine Reichweite von rund 500 Kilometer, natürlich nur dann, wenn die maximale Leistung von etwa 440 PS nicht zu oft abgerufen wird. Ende 2019 folgt dann das nächste Audi-BEV, der e-tron Sportback. Er übernimmt die Technik des e-tron kommt jedoch optisch im Look eines viertürigen SUV-Coupés.

BMW lässt sich mit weiteren E-Autos sehr viel Zeit

BMW, einst Vorreiter mit dem vollelektrischen i3 und dem Hybrid-Sportwagen i8, bringt kurzfristig kein weiteres E-Auto. Zwar geht zurzeit mit dem i3s eine leistungsstärkere Variante in den Handel, ansonsten konzentrieren sich die Münchner auf die Ausweitung des Plug-in-Hybrid-Angebots. Ein viertüriges Elektro-Coupé, das i5 oder iNext heißen wird, ist erst für 2021 angekündigt. Einen Vorgeschmack darauf gab die Studie i Vision Dynamics von 2017. Über die Daten wie Batterie- und Motorleistung kann man nur spekulieren. Vermutlich wird es verschiedene Stufen geben und den Anfang macht eine Version mit etwa 250 kW/341 PS und rund 450 km Reichweite zum Preis von gut 70.000 Euro.MINI wird ab 2019 den MINI E ins Angebot aufnehmen. Die Batterie soll aus dem i3 stammen und der E-Motor kommt vom i8. Da MINI unterhalb der Muttermarke BMW positioniert ist, wird der MINI E preislich unter dem i3 liegen.

Mercedes will liefern – trotzdem startet der EQ C erst 2019

Mercedes hat sein erstes Elektromobil EQ C getauft. EQ ist der Name der Elektro-Submarke und C steht für das Modell, das ein SUV im Format zwischen GLC und GLE werden wird. Mercedes plant zwei Motoren mit zusammen rund 300 kW/409 PS, ein Drehmoment von rund 700 Nm und eine maximale Reichweite von 500 Kilometern. Die höchste Batteriekapazität liegt bei 110 kWh. Der Einstiegsversion soll rund 70.000 Euro kosten und 2019 Realität werden. Für 2020 ist dann laut ersten Medienberichten eine EQ Limousine im C-Klasse-Format geplant.

Der Porsche Mission E wird zum Organspender für Audi und Bentley

Porsche wird voraussichtlich Ende 2019 seinen bereits 2015 angekündigten Elektro-Viertürer Mission E in den Handel bringen. Die beiden Elektromotoren – einer pro Achse – sollen bis zu 600 PS leisten, als Reichweite werden rund 500 Kilometer angegeben. Der Einstiegspreis soll knapp unter 100.000 Euro liegen. Ebenfalls als gesetzt gilt, dass Audi die Mission-E-Plattform ab etwa 2020 für einen besonders sportlichen e-tron GT nutzen wird. Bislang geheim war dagegen die E-Zukunft von Bentley. Doch vor kurzem hat Design-Chef Stefan Sielaff gegenüber britischen Medien ein Bentley Elektro-Coupé bestätigt. Und so wird Bentley auch die Porsche-E-Plattform nutzen. Der VW-Konzern wird also bei seinen Premium-BEVs – ebenso wie bei Audi Q7, Porsche Cayenne und Bentley Bentayga – das Hütchen-Spiel praktizieren. Unten angepasste Konzerntechnik, obendrauf ein Design im Marken-Look.

Hop oder top – VW plant bis 2025 bis zu drei Millionen E-Autos

Nach E-Up und E-Golf bringt VW bald neue, eigens als BEVs (Battery Electric Vehicle) konstruierte Modelle. Den Anfang macht etwa ab Mitte 2019 der VW I.D., ein Kompaktwagen im leicht verkürzten Golf-Format. Der 170 PS starke E-Motor treibt die Hinterachse an und soll den I.D. in etwa acht Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Gegen Ende 2019 folgt dann der I.D. Crozz, ein SUV-Crossover-Coupé ebenfalls mit E-Heckmotor und zudem mit Allradantrieb. Das dritte Modell, der VW I.D. Buzz, ein MPV im modernisierten Look des VW Bulli, wird voraussichtlich erst 2022 serienreif sein.

Volvo polt den Namen seiner Power-Marke auf Elektro um

Volvo nennt seine E-Auto Submarke Polestar, das war bis jetzt die Performance-Marke der Schweden. Da passt es gut, dass der für Mitte 2019 angekündigte Polestar 1 ein Plug-in-Hybrid-Modell ist, das eher als Image-Lokomotive denn als ernster Umweltschützer auftritt. In der kantigen GT-Karosserie stecken 600 PS Systemleistung zu einem Preis von über 130.000 Euro. Mehr als 500 Autos pro Jahr sollen nicht gebaut werden. Der Polstar 2, ein echter BEV, erscheint frühestens Ende 2019 und soll im Mittelklasse-Format gegen den Tesla Model 3 antreten.

Borgward gehört zu den Außenseitern – kommen die Autos wirklich?

Auch die reanimierte Traditionsmarke Borgward – mittlerweile ein deutsch-chinesisches Unternehmen – kündigt ein E-Mobil im SUV-Gewand an. Voraussichtlich 2019 soll der BX-i7 auf den Markt kommen, der BX-7 als reiner Benziner wird sogar für die erste Jahreshälfte 2018 versprochen, mal abwarten. Im BX-i7 leisten zwei Elektromotoren (einer pro Achse) zusammen maximal 198 kW/270 PS, zurzeit verspricht Borgward eine Reichweite von rund 300 Kilometern.

Der Byton aus China wird ein volldigitales E-Auto

Ein weiterer Player bei den neuen, großen E-Autos könnte Byton werden. Der chinesische Hersteller hat auf der Digital-Messe CES im Januar seine Elektro-Studie SUV-Concept gezeigt. 2019 soll die Serienversion in China starten, 2020 dann in den USA und etwas später in Europa. Versprochen werden 220 kW/300 PS und 400 Kilometer Reichweite. Was das Projekt realistisch erscheinen lässt: Der Byton-Chef ist Carsten Breitfeld, der Ex-BMW-Entwickler, der den BMW i8 zur Serienreife geführt hat.

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