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Kombi im Test

Neuer Audi A6 Avant: in der Flotte beliebt

80 Prozent der Flottenkunden, die sich für einen Audi A6 entscheiden, wählen einen Avant. Und auch der Dieselanteil liegt bei 80 Prozent.

Von Wolfgang Schäffer

In vielen Ländern Europas, vor allem aber in Deutschland, liegt der Avant in der Gunst der A6-Käufer ganz weit vorn. Die sind übrigens mit einem Durchschnittsalter von etwa 50 Jahren laut Audi vier Jahre jünger als bei den Wettbewerbern. Für Extras werden den Angaben zufolge um die 10.000 Euro ausgegeben und die meisten Bestellungen liegen um etwa 40 Prozent über dem Basispreis.

Audi A6 Avant lockt 80 Prozent Dienstwagenfahrer

Da der Anteil der Dienstwagenfahrer bei 80 Prozent liegt, sind diese Zahlen wohl auch für diese Kundengruppe zumindest ansatzweise übertragbar. Besonders geschätzt wird von diesen Nutzern aber die im Vergleich zur Limousine höhere Alltagstauglichkeit und die damit verbundenen breiteren Einsatzmöglichkeiten.

Der Komfort und die Sportlichkeit, die wir an dieser Stelle vor einigen Monaten der Limousine bescheinigt haben, sollten bei allen praktischen Überlegungen allerdings nicht leiden. Nach ersten Fahrten mit der Kombiversion des Audi A6 steht fest, dass es keinen Grund gibt für Befürchtungen solcher Art.

Auch der Audi A6 Avant lässt sich überaus sportlich bewegen, bietet ein hohes Maß an Komfort und übertrifft dazu seinen Vorgänger beim Platzangebot für die Passagiere. Der Laderaum indessen ist mit einem Volumen von 565 Litern identisch geblieben. Das überrascht. Denn optisch scheint es eher so, als hätten die Designer Kapazitäten des Gepäckabteils einer noch schicker gezeichneten Linienführung geopfert.

Kombi bei der Entwicklung mit im Blick

Doch bei der Entwicklung des Audi A6 Avant haben die Gestalter von Anfang an die Kombiversion mit im Blick gehabt. Das ist an vielen Positionen zu erkennen. So wurde der Dachverlauf von der A-Säule an um einen Hauch nach oben verlegt. Damit ergibt sich eine für beide Versionen gleichermaßen schwungvolle Linie, ohne dass tiefgreifende und entsprechend kostenintensive Eingriffe für den Avant notwendig waren.

Die flach nach hinten verlaufenden D-Säulen und die entsprechend schräg stehende Heckscheibe geben dem Kombi allerdings schon im Stand einen dynamischen Schub nach vorn. Generell steht das Auto mit einer Länge von 4,94 Metern (plus sieben Millimeter), einer Breite von 1,89 Metern (plus zwölf Millimeter), einer Höhe von 1,46 Metern (plus zwei Millimeter) sowie einem Radstand von 2,92 Metern (plus zwölf Millimeter) wuchtig auf der Straße.

Sogar die Heckleuchten sind mit der Limousine identisch

Vorn beschert der weiter nach unten gewanderte und in die Breite gezogene Singleframe-Grill dem Gesicht eine markante Note. Dazu tragen zusätzlich große seitliche Lufteinlässe sowie schmal geschnittene LED-Scheinwerfer bei. Alles wie schon beim Viertürer.

Anders als sonst meist üblich enden die Gemeinsamkeiten von Limousine und Kombi beim neuen Audi A6 jedoch nicht an der B-Säule. Auch die hinteren Türen konnten aufgrund der frühen Einbeziehung der Avant-Entwicklung bis hinauf zur Unterkante der Fenster für beide Versionen des Modells der oberen Mittelklasse identisch übernommen werden.

Mit einem gewissen Stolz verweisen die Designer darauf, dass es selbst bei den Heckleuchten keinen Unterschied gibt. In beiden Fällen verlaufen die Rücklichter bis in die Kofferraum-Klappe, deren jeweilige Breite entsprechend angepasst wurde.

Ladeboden ist nicht ganz eben

Beim Audi A6 Avant öffnen sich die hintere Klappe (niedrige Ladekante) und die Laderaumabdeckung serienmäßig elektrisch. Die hinteren Lehnen lassen sich dreigeteilt vorklappen, was das Ladevolumen auf 1.680 Liter erhöht. Wie schon beim Vorgänger aber ergibt sich dann keine komplett ebene Fläche.

Die leichte Schrägstellung, in der die Lehnen nach dem Umlegen zum Stillstand kommen, sind nach Aussagen eines Audi-Sprechers einem höheren Sitzkomfort im Fond geschuldet.

Audi A6 Avant: mehr Platz für die Passagiere

Im Passagierabteil steht im Vergleich zum Vorgänger mehr Platz zur Verfügung. So wurde die Länge des Innenraums um 21 Millimeter erhöht. Dadurch haben die Mitfahrer im Fond zwölf Millimeter mehr Beinfreiheit. Die Kopffreiheit konnte hinten um elf und vorne um acht Millimeter gesteigert werden. Klare Komfortverbesserungen.

Die sind auch an den hochwertigen Materialien zu erkennen. Dafür steht beispielsweise das Black-Panel-Design des stufig ausgeführten Armaturenträgers. Der betont mit seiner horizontalen Linienführung dennoch die Breite.

Der Dreh-/Drücksteller ist verschwunden

Die Mittelkonsole und die beiden leicht zum Fahrerplatz geneigten Touch-Displays sind an den A8 und den A7 angelehnt. Wie bei einem Smartphone erfolgt die Bedienung mit Wischbewegungen und Berührungen. Letzteres gibt zudem eine haptische oder auch akustische Rückmeldung wie bei einem echten Schalter.

Tasten und Schalter sind auf ein Minimum reduziert. Der bekannte Dreh-Drücksteller des MMI ist verschwunden. Das obere Display, zentral in der Instrumententafel platziert, dient zur Steuerung des Infotainments.

Bei Ausstattung mit der MMI Navigation plus (Option/MMI Navigation Serie) hat es eine Diagonale von 10,1 Zoll. Das untere Display misst 8,6 Zoll und liegt auf der Mittelkonsole. Mit ihm managt der Fahrer die Klimatisierung und die Komfortfunktionen.

Wenn's ums Fahren geht, gibt es keine Unterschiede zwischen Limousine und Avant. Der Kombi, serienmäßig mit einer exakt reagierenden Progressivlenkung ausgerüstet, rollt locker über schlechtere Wegstrecken, ohne dass es zu heftigen Stößen oder Schlägen kommt. Flotte Kurvenfahrern sind ebenfalls kein Problem. Luftfederung mit Niveauausgleich (2.000 Euro) und eine Hinterachslenkung (1.900 Euro) verbessern auf Wunsch Komfort und Agilität.

Audi A6 Avant: Start mit drei unterschiedlichen Dieseln

Auf der Antriebsseite stehen zunächst drei Diesel zur Wahl. Einstiegstriebwerk ist der Vierzylinder mit 204 PS im 40 TDI zum Basispreis von 51.650 Euro (2.500 Euro mehr als die Limousine), der mit einem Norm-Verbrauch von 4,9 Litern angegeben wird und in der Flotte die meiste Verbreitung hat.

Die beiden anderen Selbstzünder haben drei Liter Hubraum, sechs Zylinder und leisten 231 PS im 45 TDI (57.550 Euro) und im 50 TDI 286 PS (60.550 Euro/beide werden mit 5,9 Litern angegeben). Die beiden Sechszylinder leiten ihre Kraft über eine Achtstufen-Tiptronic auf beide Achsen des serienmäßigen quattro-Antriebs.

Der Vierzylinder mit Frontantrieb (quattro ab Oktober erhältlich) ist mit einer Siebengang-S-Tronic ausgestattet. In wenigen Wochen folgt dann auch mit dem 55 TFSI quattro ein Dreiliter-Sechszylinder-Benziner, der 340 PS leistet.

Euro 6d-Temp und Mild-Hybrid an Bord

Die Motoren erfüllen die Euro 6d-Temp-Norm und sind zudem standardmäßig mit Mild-Hybrid-Technologie (MHEV) ausgestattet. Herzstück des 48-Volt-Bordnetzes ist ein Riemen-Starter-Generator. Der gewinnt beim Verzögern bis zu zwölf Kilowatt Leistung zurück, die dann in eine zusätzlich eingebaute Lithium-Ionen-Batterie eingespeist wird.

Das 48-Volt-System erlaubt es, den Funktionsbereich des Start-Stopp-Betriebs bis zu einer Geschwindigkeit von 22 Kilometer pro Stunde zu erweitern. Im Tempobereich zwischen 55 und 160 wird der Motor bis zu 40 Sekunden deaktiviert, wenn der Fahrer den Gasfuß lupft. Das spart Kraftstoff. Einen Vorteil von bis zu 0,7 Litern auf 100 Kilometer gibt Audi für diese so genannte Segelfunktion an.

Audi A6 Avant - Technische Daten

Viertüriger Kombi, Länge: 4,94 Meter, Breite: 1,89 Meter (ohne Außenspiegel), Höhe: 1,46 Meter, Radstand: 2,92 m, Leergewicht: ab1.785 kg, Kofferraumvolumen: 565 bis 1.680 Liter.

  • Audi A6 Avant 40 TDI S-Tronic, Vierzylinder, Hubraum: 1.968 ccm, 150 kW/204 PS zwischen 3.750 und 4.200 U/min, maximales Drehmoment: 400 Nm bei 1,750 – 3.500 U/min. Siebenstufen-Tiptronic, Frontantrieb. Vmax: 241 km/h, 0-100 km/h: 8,3 Sekunden, Normverbrauch: 4,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 129 g/km, Effizienzklasse: A, Preis: ab 51.650 Euro, Versicherungseinstufungen: KH 16, VK 25, TK 23, Wartungsintervalle: 30.000 Kilometer oder zwei Jahre.

  • Audi A6 Avant 45 TDI quattro Tiptronic, V6-Triebwerk, Hubraum: 2.967 ccm, 170 kW/231 PS zwischen 3.250 und 4.750 U/min, maximales Drehmoment: 500 Nm bei 1.750 – 3.250 U/min. Achtstufen-Tiptronic, Allradantrieb. Vmax: 250 km/h, 0-100 km/h: 6,5 Sekunden, Normverbrauch: 5,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 155 g/km, Effizienzklasse: B, Preis: ab 57.550 Euro, Wartungsintervalle: 30.000 Kilometer oder zwei Jahre

  • A6 50 TDI quattro Tiptronic, V6-Triebwerk, Hubraum: 2.967 ccm, 210 kW/286 PS zwischen 3.500 und 4.000 U/min, maximales Drehmoment: 620 Nm bei 2.250 – 3.000 U/min. Achtstufen-Tiptronic, Allradantrieb. Vmax: 250 km/h, 0-100 km/h: 5,5 Sekunden, Normverbrauch: 5,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 155 g/km, Effizienzklasse: B, Preis: ab 60.550 Euro, Wartungsintervalle: 30.000 Kilometer oder zwei Jahre

Technische Daten Audi A6 Avant

© Timo Bürger

In der Flotte beliebt

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