E10 fällt durch den sinkenden Ölpreis wieder unter zwei Euro, während der Tankrabatt laut Ifo-Institut weiterhin nicht vollständig an Verbraucher weitergegeben wird.
Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind weiter gesunken. Sowohl Benzin als auch Diesel erreichen neue Tiefststände seit März, bleiben aber im historischen Vergleich erhöht.
Ein Liter Super E10 kostete am Donnerstag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,984 Euro. Das seien 1,8 Cent weniger als am Vortag, teilte der ADAC mit. Diesel verbilligte sich um 3,1 Cent auf 2,025 Euro. Damit erreichten beide Sorten den niedrigsten Stand seit rund zwei Monaten.
Bereits am Vortag waren die Preise deutlich gesunken, sodass sich insgesamt spürbare Rückgänge ergeben. Für E10 war es der niedrigste Wert seit dem achten März, bei Diesel seit dem vierten März. Seit Einführung des Tankrabatts am ersten Mai lag der E10-Preis nur einmal unter der Marke von zwei Euro.
Als Hauptgrund für den Rückgang gilt der gesunkene Ölpreis, der nach einem Hoch zu Wochenbeginn deutlich nachgegeben habe. Dennoch lag der Preis für E10 am Donnerstag lediglich 14,2 Cent unter dem Niveau vom 30. April. Die steuerliche Entlastung beträgt 16,7 Cent pro Liter. Diesel war 19 Cent günstiger.
Nach Einschätzung des ADAC und des Ifo-Instituts wird der Tankrabatt bislang nicht vollständig an Verbraucher weitergereicht. Ifo-Experte Florian Neumeier erklärte, bei E10 seien rund 15 Cent, bei Diesel etwa 14 Cent des Rabatts angekommen. Grundlage der Berechnungen sind unter anderem Preisvergleiche mit Frankreich.
Trotz Entlastung bleibt Kraftstoff deutlich teurer als vor dem Anstieg infolge des Iran-Krieges. E10 kostet derzeit gut 20,6 Cent mehr, Diesel 27,9 Cent.
Die Preise unterscheiden sich je nach Region und Tankstelle deutlich. Am Morgen lagen E10-Preise in Städten wie München und Köln teilweise unter 1,90 Euro pro Liter, während sie in Hamburg seltener unter dieser Marke lagen.
Im Tagesverlauf zeigen sich typische Schwankungen: Am späten Vormittag sind die Preise meist am niedrigsten, zur Mittagszeit steigen sie deutlich, bevor sie wieder sinken. Seit dem ersten April gilt zudem die Regel, dass Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen dürfen. (dpa)