Foto: Cupra

Neue Marke am Start

Seat vermarktet Cupra ganz speziell

Um den Cupra Ateca zu vermarkten, will die Seat erstmals gezielt bestimmte Berufsgruppen ansprechen und kooperiert deshalb mit einem Mobilitätsdienstleister.

Von Wolfgang Schäffer

Die Cupra-Modelle von Seat stehen bei den Kunden hoch im Kurs. In den ersten neun Monaten dieses Jahres verkauften die Händler in Deutschland 4.825 Versionen. 2017 waren es im Vergleichszeitraum 2.938 Einheiten, was eine Steigerung um 64 Prozent bedeutet. Auch deshalb zeigen sich alle Verantwortlichen zuversichtlich, dass es ein geeigneter Zeitpunkt, Cupra als eigenständige Marke unter dem Seat-Dach zu positionieren.

Cupra zwischen den Massen- und Premiumprodukten

Anders als die bisherigen Versionen der unterschiedlichen Baureihen sollen die Modelle der Marke Cupra zwischen den Massen- und Premiumprodukten angesiedelt sein. Dafür stehen hochwertige Ausstattungen, besonders leistungsstarke Triebwerke und eine spezielle Optik, die aber "alles andere als protzig ist", wie ein Sprecher der Cupra-Sparte betont.

Cupra Ateca als erstes Modell

Erstes Modell der neuen Marke, von der bis 2021 sieben neue Modelle auf den Markt kommen sollen, ist der Cupra Ateca. Er rollte Ende November zu den deutschen Händlern. Gemeinsam mit dem Mobilitätsdienstleister Fleetpool aus Köln hat Seat in Deutschland ein Konzept entwickelt, dieses Fahrzeug für bestimmte Berufsgruppen besonders schmackhaft zu machen.

Geplant ist, mit entsprechenden Leasingraten und Umstiegsprämien zunächst einmal einen überschaubaren Kreis von Zahnärzten anzusprechen. Understatement ist dabei das entscheidende Stichwort.

300 PS an Bord

Das Fahrzeug sei außen und innen zwar emotional gestaltet, biete aber eine Performance, die dem Auto so auf den ersten Blick nicht anzusehen sei, sagt Johannes Fleck, Leiter Produkt, Planung und Strategie bei Seat Deutschland und damit auch verantwortlich für Cupra. Das mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombinierte Zweiliter-Turbotriebwerk biete immerhin satte 300 PS und ein Drehmoment von 420 Newtonmetern.

Die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt in 5,2 Sekunden – Lauch Control inklusive. In der Spitze schafft das auf Sport und Luxus getrimmte SUV knapp 250 Kilometer pro Stunde.

Das alles wird untermalt mit einem kernigen Sound, der aber keinesfalls prollig wirkt. Das entsprechend straff abgestimmte Sportfahrwerk rückt die Karosserie zehn Millimeter näher an die Straße.

Papierform wird betätigt

Bei ersten Testkilometern überzeugt der SUV in jeglicher Hinsicht, bestätigt seine Papierform. Antritt und Durchzug sind ebenso bestens wie das Fahrverhalten. Der generell verbaute Allradantrieb sowie die Progressivlenkung garantieren Spurtreue und ein exaktes Einlenkverhalten.

Über einen Drehknopf auf der Mittelkonsole lassen sich unterschiedliche Modi - von Comfort über Sport, Offroad bis hin zum besonders sportlich ausgelegten Modell - anwählen. Damit rollt das Fahrzeug souverän auch über schlechte Wegstrecken.

Wertige Materialien im Inneren

Im großzügig dimensionierten Innenraum mit viel Platz für Passagiere und Gepäck dominieren wertige Materialien. Türverkleidungen und Sitze sind mit Alcantara bezogen. Graue Kontrastnähe heben sich vom schwarzen Stoff ab. Passend dazu haben die Designer im Interieur jede Menge Carbonfaser-Optik untergebracht.

Vor dem Lenkrad mit dem Cupra-Logo liegt das hochauflösende digitale Cockpit, daneben mittig im Armaturenträger ein Acht-Zoll-Touchscreen, über den sich unter anderem das serienmäßige Navigations- sowie das Infotainmentsystem steuern lassen.

Ab Werk ebenfalls an Bord sind LED-Scheinwerfer, eine Klimaautomatik, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem, eine drahtlose Lademöglichkeit für Smartphones, ein GSM-Antennenverstärker, eine Kamera mit 360-Grad-Rundumsicht sowie Apple Car Play oder Android Auto.

Cupra Ateca ab gut 40.000 Euro zu haben

Außen dominieren schwarz glänzende Details das Design. Auf der Frontschürze des Cupra Ateca prangt am oberen Kühlergrill im Waben-Design das neue Logo. Die vier Auspuffrohre am Heckdiffusor und die exklusiven 19-Zoll-Alufelgen in Rautenform betonen zudem den elegant-sportlichen Look des SUV, das ab 42.850 Euro zu haben ist.

Auf Wunsch kann der Wagen unter anderem noch mit einer Vier-Kolben-Brembo-Bremsanlage (2.650 Euro) oder Schalensitzen (1.875 Euro) ausgestattet werden.

Spezielle Cupra-Corners für Kunden

Diese Mischung aus Leistung, Alltagstauglichkeit und außergewöhnlichem Design sieht Johannes Fleck als ideale Voraussetzung, um mit der Marke Cupra zu punkten und neue Kunden zu gewinnen, die auf gewisses Maß an Understatement setzen. Die 1000 Vorbestellungen unterstreichen den Optimismus.

Sollte das mit Fleetpool geplante Projekt mit dem Cupra Ateca greifen, sei ein Ausbau durchaus denkbar. Grundsätzlich sind Fahrzeuge der Marke Cupra bei allen 369 Seat-Händlern zu kaufen. 107 Stützpunkte in Deutschland werden aber als so genannte Specialists geführt, haben dafür spezielle Cupra-Corner eingerichtet.

Autos

Seat: Aufbruch in die Cupra-Welt

Es gibt eine neue Marke unter dem Seat-Dach.

800 Seat Leon ausgeliefert

Metro fährt nun auf Seat ab

Als Neukunde setzt der Handelskonzern Metro künftig für seine Kundenmanager auf den Kompaktklasse-Kombi Seat Leon ST.

Neuer Leiter Vertrieb

Führungswechsel bei Seat Deutschland

Zum 1. Juli folgt Jens Scheele auf Markus Leinemann. Scheele blickt auf lange Erfahrung in der VW-Gruppe zurück.

Praxistest

Seat Ateca: Stolzer Spanier

SUV sind auch im Fuhrpark gefragt, und mit dem Ateca hat Seat ein solches in der kompakten Klasse gebracht. Zeit für einen genaueren Blick mittels des Praxistests.