Foto: PantherMedia / tristantan71

Serie "Effizienz im Fuhrpark", Teil 5

Spritkosten und Schadstoffe reduzieren

Ein effizientes Kraftstoffmanagement und die Reduktion von Emissionen können eine nachhaltige und eine kostensparende Strategie im Fuhrpark vereinen.

Inhaltsverzeichnis

Von Marcus Schulz*

Für einen effizienten Fuhrpark sind die Wirtschaftlichkeit, die Motivation der Mitarbeiter und das Image des Unternehmens entscheidend. Hier spielen die Kraftstoffkosten und die Emissionen der Fahrzeuge eine wichtige Rolle. Folglich gilt es, die passenden Antriebe zu wählen, die optimalen Tankzeitpunkte zu nutzen und die Dienstwagennutzer im ökologischen und sicheren Fahren zu trainieren.

Das müssen Fuhrparkmanager nicht alleine bewältigen: Leasing- und Flottenmanagementdienstleister beraten sie bei der Optimierung der ökonomischen und ökologischen Gestaltung. Denn die Anforderungen sind gestiegen. Es reicht heute nicht mehr aus, nur Finanz- oder Serviceraten bei der Fuhrparkgestaltung zu vergleichen. Wichtiger ist der Blick auf die Gesamtheit aller Faktoren. Dazu gehören Modellpolitik, Verbrauch, Schadstoffausstoß, Restwertentwicklung sowie Fahrverhalten der Nutzer. Dadurch bieten sich zudem Vorteile für umweltbewusste Nachhaltigkeit – im Bereich der Kosten und beim Image.

Erste Weichenstellung

Die erste grundlegende Weichenstellung wird durch die Car Policy gesetzt. Diese regelt unter anderem, welche Fahrzeuge, welche Modelle und welche Antriebsarten das Unternehmen anschaffen will. Derzeit werden in den Fuhrparks laut einer Dataforce-Auswertung vom April 2018 zu 60 Prozent Dieselantriebe genutzt. Doch in zunehmendem Maße drängen auch alternative Antriebsformen auf den Markt:

  • Elektromobilität

  • Wasserstoff

  • Brennstoffzellen

  • Hybride (in verschiedenen Formen)

  • Alternative Kraftstoffe (Erdgas, Autogas)

Hier gilt es für Unternehmer, die Angebote und technischen Möglichkeiten der verfügbaren Modelle mit den geplanten Einsatzarten abzugleichen. Wer lange Strecken abdecken muss, hat derzeit relativ wenige Alternativen zum Dieselantrieb - sei es durch unzureichende Reichweiten oder eine lückenhafte Ladeinfrastruktur. Hierbei sollte man jedoch darauf achten, modernste Diesel-Technologien zu wählen. Für innerstädtische Fahrten oder Kurzstrecken kann der Unternehmer auch die alternativen Antriebsformen wie Elektrofahrzeuge wählen.

Auch Zusatzfunktionen sollten bei der Beschaffung bedacht werden. Denn es kann lohnenswert sein, einen Aufpreis für Extras wie Start-Stopp-Automatik oder Assistenzsysteme zu zahlen, um das Energiemanagement zu optimieren. Reine Umweltfaktoren sind im Vergleich dazu noch nicht ganz in den Unternehmen angekommen.

Auch bei der Auswahl der Reifen können durch Energy- und Leichtlaufreifen langfristig Kosten eingespart werden - sowohl beim Kraftstoff als auch beim Reifenersatzzyklus. Bei der regelmäßigen Überprüfung des Luftdrucks helfen ebenfalls Assistenzsysteme.

Nutzerbewusstsein schärfen

Mindestens so bedeutsam wie die Fahrzeugauswahl ist das Nutzerverhalten für die Verbrauchseffizienz des Fuhrparks. Bei Betriebsversammlungen kann den Nutzern etwa dargestellt werden, wie durch bestimmte Fahrweisen die Kosten steigen. Es gilt, ein Grundbewusstsein dafür zu schaffen, das Fahrzeug umweltbewusst zu bewegen, was Ersparnisse für das Unternehmen mit sich bringt. Im nächsten Schritt können Schulungen eine bewusstere Fahrweise vermitteln, wie sie beispielsweise markenunabhängige Fuhrparkmanagementgesellschaften in Zusammenarbeit mit dem TÜV, ADAC oder der DEKRA anbieten. Maßnahmen der internen Kommunikation können dieses Vorgehen flankieren.

Wenn Unternehmen noch einen Schritt weitergehen wollen, können sie über entsprechende Reporting-Tools Ausreißer bei den Kraftstoffverbräuchen ausmachen und gegebenenfalls ahnden. Auch eine Reduzierung des Kilometer-Kontingents kann in manchen Fällen dienlich sein. Eine softere Variante ist die Teilnahme an Fahrökonomie-Wettbewerben. Angestrebte Ziele von regelmäßigen Kraftstoffspartrainings sind eine niedertourige Fahrweise sowie ein Bewusstsein für die optimalen Tankzeitpunkte.

Kraftstoff professionell managen

Mit einem professionellen Treibstoffmanagement können Fuhrparkbetreiber weitere Kosten einsparen. Tankkarten ermöglichen beispielsweise eine übersichtliche und beleglose Abrechnung mit optionalen Zusatzleistungen. Sie sollten auch deshalb ein fester Bestandteil im Fullserviceleasing sein, weil rund ein Viertel der gesamten Fuhrparkkosten dem Kraftstoffverbrauch geschuldet sind.

Tankkarten reduzieren nicht nur die Abrechnungskosten, sondern ermöglichen auch eine unternehmensspezifische Verbrauchs- und Mobilitätsanalyse, aus der wiederum weitere Optimierungsmaßnahmen abgeleitet werden können. Die Mitgliedsunternehmen des Verbands der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften VMF empfehlen maximal ein bis zwei unterschiedliche Tankkarten mit den größten Netzabdeckungen.

Für eine gute Entscheidungsgrundlage haben auch die Reports der 2013 geschaffenen Markttransparenzstelle für Kraftstoff beim Bundeskartellamt gesorgt. Was viele Fuhrparkbetreiber bereits geahnt haben: Die auf den Daten aufbauenden Untersuchungen des ADAC und die Ergebnisse des Benzinpreisspiegels vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e. V. zeigen klare Gesetzmäßigkeiten. Kostenersparnisse beim Tanken von bis zu 16 Cent/Liter sind möglich, wenn die richtige Auswahl beim Kraftstoff getroffen wird.

Relevante Kriterien für ein optimales Kraftstoffmanagement sind Mineralölanbieter, Standort und Tankzeitpunkt. Am wenigsten beeinflussbar ist in der Regel der Standort, am einfachsten hingegen der Tankzeitpunkt. Mit Hilfe von Tank-Apps lässt sich hier pro Region und Ort feststellen, wann und wo der Kraftstoff am günstigsten ist: laut RWI in der Regel wochentags gegen 19 Uhr, am teuersten ist er von etwa 23 bis 5 Uhr und am Wochenende.

Nachhaltigkeit fördern

Letztendlich haben Fuhrparkbetreiber eine Reihe von Möglichkeiten, deutliche Kostenersparnisse zu realisieren und gleichzeitig Gutes für die Umwelt zu tun: über Downsizing der Motorisierungen, die Nutzung alternativer Antriebe, die Sensibilisierung der Fahrzeugnutzer hinsichtlich des Fahrstiles und des Tankzeitpunktes. Und mit modernen und umweltschonenden Fuhrparkkonzepten sichern Unternehmen nicht nur finanzielle Risiken ab, sondern verbessern intern sowie auch extern ihr Image.

Nachhaltigkeit im Fuhrpark

  1. Technik: Passen Sie die Fahrzeuge den jeweiligen Einsatzbedingungen an. Achten Sie auf Umweltfreundlichkeit und niedrige CO2-Werte.

  2. Menschen: Sensibilisieren Sie Ihre Fahrzeugnutzer und bilden Sie sie mit entsprechenden Trainings zu sicheren und ökologischen Fahrern aus.

  3. Organisation: Tankkarten sind zeitgemäß, denn ein umfassendes Kraftstoff-Reporting ist die Grundlage eines professionellen Flottenmanagements.

  4. Transparenz: Empfehlen Sie Ihren Fahrern gute Apps, um beispielsweise optimale Tankzeitpunkte effektiv zu nutzen.

* Marcus Schulz ist Vorsitzender des Verbands der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V. (VMF) - und Vorsitzender der Geschäftsführung der Arval Deutschland GmbH

Fuhrparkmanagement

Wie sich der Fuhrpark effizienter gestalten lässt

Im Rahmen der Serie „Effiziente Fuhrparkgestaltung“ erläutert VMF-Vorsitzender Michael Velte, worauf beim Management von Fuhrparks zu achten ist. Teil 1: Einleitung.

Cleveres Bezahlmanagement

Tankkarten: Steuern und Abrechnen leicht gemacht

Für große und kleine Fuhrparks sind die Tankkarten aus dem Flottenalltag nicht mehr wegzudenken. bfp verrät, worauf Fuhrparkmanager achten sollten.

Tankkarten

Tankkarten für den Fuhrpark

Die Tankkarte – unverzichtbares Instrument in den meisten Firmen-Fuhrparks.

Gilt an über 3000 Tankstellen

Tankkarten: Aral und Total kooperieren

Das wird Vielfahrer und Flottenbetreuer freuen: Die beiden Unternehmen erkennen ab sofort gegenseitig die Tankkarten an.