Foto: NISSAN

Auto-Neuheiten 2018

Teil 5: Hybride, Elektromobile und Co.

Die Autowende kommt. Wie schnell und in welcher Ausprägung, ist noch ungewiss. Das Autofahren wird aber künftig ganz sicher anders aussehen als heute.

Auf Dieselgate und Autokartell folgen in großen Schritten fortschreitende Digitalisierung, autonomes Fahren und egal mit welcher Technik eine drastische Reduzierung der CO2-Emssionen. Bereits 2018 ist die Zahl der Neuerscheinungen mit alternativen Antrieben (Elektroautos, Hybride und Plug-in-Hybride) mehr als dreimal so groß wie im Vorjahr. OK, die große E-Modellflut kommt erst im Jahr 2020 in den Handel, doch der Anteil der Plug-in-Hybride, die ja eine Art Brücken-Technologie darstellen, wächst schon jetzt unübersehbar.

Das meistverkaufte Elektroauto der Welt, der Nissan Leaf (283.000 Exemplare in rund sieben Jahren Produktionszeit), wird vom Leaf ZE1 abgelöst. Diese zweite Generation debütiert im Februar im Handel und kostet rund 33.600 Euro brutto, inkl. der Wallbox-Ladestation zur Installation in der Garage. Der E-Motor leistet 150 PS (110 kW) und die Batteriekapazität beträgt 40 kWh, damit soll der rund 1,5 Tonnen schwere Leaf 378 Kilometer (NEFZ) schaffen.

Mit 48 Volt kommt der Mild-Hybrid auf Stückahlen

Vor dem Blick auf die alternativen Antriebs-Premieren der deutschen Premiumhersteller eine kurze Begriffsklärung: Mit zunehmender Verbreitung von 48-Volt-Bordnetzen lebt der Mild-Hybrid wieder auf. Audi nennt ihn abgekürzt MHEV. Alle A8 Motorisierungen verfügen über diese Technik. Dabei wandelt ein Riemen-Starter-Generator am Motor die Rekuperationsleistung in elektrische Energie. Diese wird in einer LI-Batterie im Kofferraum gespeichert und dann zum Segeln, Boosten und erneuten Motorstart genutzt. Beim V6 TFSI bringt das eine Verbrauchsreduzierung von bis zu 0,7 l/100 km. Audi setzt diese Technik auch bei 12-Volt-Netzen ein, zum Beispiel beim 2.0-TFSI-Motor im A4. Dann fällt der Effekt etwas kleiner aus.

Über kurz oder lang werden immer mehr Benziner und Diesel mit MHEV laufen, auch die der Audi-Wettbewerber. Es handelt sich um eine Technik zur Optimierung der herkömmlichen Verbrennungsmotor-Technik. Echte alternative Antriebstechnologien sind dagegen der Plug-in-Hybrid (PHEV) und der reine Elektroantrieb (BEV), denn bei beiden wird elektrische Energie (im besten Fall grüner Strom) von außen in das Fahrzeug eingespeist. Und wenn wir explizit auf diese beiden Antriebsformen schauen, bewegt sich 2018 eine ganze Menge.

Im Herbst startet auch endlich der Hybrid-A8

Im Oktober bringt Audi den A8 e-tron und damit die PHEV-Technik in seine große Limousine. Mit etwas Verzögerung soll dann auch das induktive Laden (also ohne Kabel) möglich sein. Wir kennen das ja von der elektrischen Zahnbürste. Ebenfalls im Oktober erscheint der Q5 e-tron mit PHEV und das große SUV-Coupé Q8, nach einiger Zeit auch mit PHEV. Das erste rein elektrische Modell von Audi geht voraussichtlich im Dezember in den Handel. Dieser Audi e-tron quattro wird als großes E-SUV rund 4,90 Meter lang und rangiert damit zwischen Q5 und Q7. Branchenkenner sprechen von drei E-Motoren mit insgesamt rund 435 PS Leistung sowie einer 95 kWh starken LI-Batterie. Wenn der e-tron damit tatsächlich eine Reichweite von 500 Kilometer schafft, wäre er der erste echte „Tesla-Fighter“.

Die Elektrifizierung erfasst die SUV

VW bringt im Juni den neuen großen SUV Touareg in den Handel. Neben der technischen Aktualisierung bei Konnektivität und Assistenzsystemen wird er etwas größer und dennoch rund 200 Kilo leichter. Ein PHEV wird auch hier schnell verfügbar sein. Bereits im März wird Porsche die soeben gestartete Cayenne-Modellreihe der dritten Generation um den Cayenne S E-Hybrid erweitern. Die Gesamtleistung des PHEV beträgt 416 PS, davon kommen 95 PS aus dem Elektromotor. Die rein elektrische Reichweite gibt Porsche mit 38 Kilometer an. Auch Land Rover verpasst seinen großen schweren SUV PHEV-Technik. Sowohl der Range Rover Hybrid P400E als auch der Range Rover Sport Hybrid P400E gehen im April in den Handel. In beiden Modellen kommt ein 2.0-Liter-Vierzylinder-Benziner (300 PS) zusammen mit einem 116 PS starken Elektromotor zum Einsatz. Im klassischen Range soll so eine rein elektrische Reichweite von bis zu 51 Kilometer möglich sein. BMW schärft etwa zum April seinen PHEV-Sportwagen i8 nach. Insider sprechen von einem spürbaren Leistungszuwachs. Und für Frischluftfreunde gibt es dann den i8 Spyder mit der identischen Technik.

Jaguar will mit dem I-Pace das erste kaufbare Elektro-SUV anbieten

Jaguar agiert in Sachen Elektromobilität besonders schnell. Bereits im Juli 2018 geht das Elektro-SUV Jaguar I-Pace in den Handel. Wenn die Leistungen auch nur halbwegs den Daten der prästierten Studie I-PACE Concept entsprechen, dann überholen die Briten damit die deutschen Hersteller und auch Tesla quasi auf der rechten Spur. Der knapp 4,70 Meter lange Fünfsitzer besitzt zwei E-Motoren mit insgesamt 400 PS und speichert die benötigte Energie in einer 90 kWh starken LI-Batterie. Von 0 auf 100 km/h soll´s in etwa vier Sekunden gehen und die Reichweite wird mit rund 500 Kilometer angegeben. Branchenkenner rechnen mit einem Brutto-Preis von rund 80.000.- Euro.

Rein elektrisches City-SUV von Hyundai

Ebenfalls im Juli schickt Hyundai sein City-SUV Kona als EV mit reinem Elektroantrieb in den Handel. Hyundai-Manager nennen 200 PS und eine Reichweite von 500 Kilometer als Eckdaten. Neben den Elektro-Modellen arbeitet Hyundai auch weiterhin an der Brennstoffzellen-Technik. Im August geht damit der ix35 Fuel Cell an den Start. Die Reichweite des 163 PS starken SUV soll bei 800 Kilometer liegen, vorausgesetzt man findet eine Wasserstoff-Tankstelle.

Renault: E-Twingo zum Jahresende

Möglicherweise im November bringt Renault eine Elektrovariante des Twingo als „ZE“ (zero emission) auf den Markt. Der technische Zwilling, der Smart forfour electric drive ist ja bereits seit 2017 im Handel. Beim Smart wird die Reichweite mit 160 Kilometer angegeben und sein E-Motor von Renault leistet 60 kW (82 PS).

(Thomas Wüsten/AutoAmbition)

Teil 1: Kleinwagen, Kompaktmodell und City-SUV

Teil 2: Kombis, Mittelklasse und SUV

Teil 3: Luxusklasse und Sportler

Teil 4: Leichte Nutzfahrzeuge

Der bfp-Modellplaner 2018 zum Download

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