Foto: AUDI AG

Zukunft des Autofahrens

Teil 6: Ganzheitliche Mobilität

Die technische Revolution, die mit automatisiert/autonom fahrenden Modellen spätestens 2019 einsetzen wird, verändert die Fuhrpark-Welt komplett.

Bevor ganz Deutschland zu einem sich frei und bedarfsgerecht bewegenden Carpool wird, entstehen noch unzählige Zwischenschritte und -stufen. Fest steht jedoch eines: Die sogenannte Vision Zero (d.h. die Reduzierung der Unfallzahlen Richtung Null) nähert sich ihrem Ziel. Je mehr Intelligenz in zukünftigen Fahrzeugmodellen auf unsere Straßen rollt, je sicherer wird die Mobilität. Gleichzeitig wird das Angebot an Mobilitätsdiensten individueller und damit maßgeschneidert für jeden Bedarf auch ökonomischer. Anspruchsvolle CO2-Ziele können mit Hilfe der unaufhaltsamen Elektrifizierung nahezu aller Fahrbahn-gebundenen Verkehrsträger zum Leitbild einer neuen, verantwortungsvollen Mobilität werden.

Autonome Autos verändern nicht nur unsere Arbeitswelt

Mit den Autos der nahen Zukunft wird es weniger Unfälle und damit auch weniger Arbeit in der Fuhrparkverwaltung geben. Selbstfahrende Elektroautos werden technisch wesentlich einfacher als unsere herkömmlichen Dienstwagen. Sie werden dadurch viel billiger und schaffen den Nutzern durch ihre Selbstständigkeit neue freie Zeiträume. Im Unterschied zu heutigen Fahrzeugen, die oft nur eine Stunde pro Tag fahren, werden kleine Robo-Taxis in Car-Sharing-Flotten innerstädtisch fast rund um die Uhr unterwegs sein. Und wenn nicht, dann suchen sie sich selbst einen Parkplatz. Zu induktiv arbeitenden Ladestationen finden sie natürlich auch alleine. Der harte Wettbewerb der Mobilitätsanbieter wird möglicherweise dazu führen, dass Internet-Konzerne und andere Datensammler kostenlose oder stark subventionierte Minicar-Flotten in Städten bereitstellen, einzig um die Bewegungsprofile der Nutzer auf Shopping-Tour zu erforschen. In diesen Bereichen entstehen auch neue Märkte mit denen einzelne Unternehmen ihre Fuhrparks auslasten und zu weiteren Einnahmequellen umfunktionieren können.

Busfahrer und Fahrlehrer könnten sterbende Berufe werden

Auch Busse und Bahnen werden im Zuge der Mobilitäts-Wende fahrerlos unterwegs sein. Entsprechend werden auch hier die Kosten sinken, was sich wiederum auf die Mobilitätsnutzung auswirken wird. Gerade vor wenigen Tagen hat die VW Mobilitätsmarke MOIA einen per App rufbaren Elektrobus für den Einsatz in Städten vorgestellt. Der luxuriöse Shuttle basiert auf dem VW Crafter, soll 2018 in Hamburg starten und wird noch von einem Fahrer gesteuert. Der Massen-Einsatz soll die Städte entlasten, zur Eignung als autonomer Shuttle sagt VW noch nichts.

Das Autonome Fahren wird zum Haupt-Konkurrentn der Bahn

Für Geschäftsreisende, die bislang teils per Flugzeug oder teils per Firmen-PKW zu ihrem Zielpunkt reisen, ändert sich künftig alles. Statt einer halbtägigen Anreise am Vortag können sie bequem mit der Familie Abendessen und danach im Robo-Schlafwagen zum Ziel gleiten. Für Dusche und Frühstück geht’s in ein Freizeitbad mit Fitnessbereich und pünktlich um 9.00 Uhr beginnt der Geschäftstermin, ganz gleich wo in Deutschland. Auf der Rückreise, ebenfalls autonom, werden bereits alle Reports und Verträge geschrieben, Punkt.

Fahrzeit wird produktiv

Autonome Geschäftsreisen sparen Zeit und Geld, darum werden sie schnell Realität. Das gleiche gilt auch für kürzere Distanzen im ein- bis zwei-Stunden-Bereich oder wenn mehrere Kollegen gemeinsam fahren und im Fahrzeug selbst direkt ihr Meeting abhalten. Ein weiterer Einspareffekt für den Fuhrparkleiter ist der Wegfall der Führerscheinkontrolle und die ungeliebte Nachverfolgung von Ordnungswidrigkeiten. Und bei all dem bemühen sich autonome Firmenwagen auch stets um höchste Effizienz. Bei längeren Autobahn-Etappen schließen sich mehrere Wagen automatisch zu einer energiesparenden Kolonne zusammen – die Entwickler nennen das Platooning. Wenn´s dann mit Minimalabstand über die Autobahn geht, dann können ja empfindliche Passagiere die Scheiben verdunkeln und sich in aller Ruhe einen Block-Buster per virtual Reality auf ihrer Datenbrille anschauen. Wie wär´s denn zum Beispiel mit "Auf dem Highway ist die Hölle los" von 1981?

(Thomas Wüsten/AutoAmbition)

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