Foto: Henrike Hamacher

Fahrbericht

Unterwegs mit dem neuen Nissan X-Trail

Sieben Sitze, kompakte Abmessungen, SUV-Optik – Nissan hat mit dem X-Trail ein echtes Multitalent im Angebot. Wir waren mit der Neuauflage unterwegs.

Inhaltsverzeichnis

Ein grauer Wintertag. Immer wieder trüben Regen und dicke Wolken die Sicht auf die umliegenden Berge. Es geht rauf in die Eifel. Das Ziel: Der Nürburg-Ring. Mit an Bord des neuen Nissan X-Trail zwei Mitfahrer, leichtes Gepäck für einen Kurztripp, eine Kameratasche. Vor uns auf der Straße: ein Wohnmobil. Wahrscheinlich mit dem gleichen Ziel. Das Gefährt zuckelt mit knapp 60 Stundenkilometer die langgezogenen Steigungen hinauf. Eine Nervenprobe.

Der Motor – etwas schwach auf der Brust

Also warten auf die nächste einigermaßen lange Gerade, runterschalten, Gas durchtreten und – nichts. Jedenfalls nicht das, was die vom Hersteller versprochenen 163 PS erwarten lassen. Sei’s drum. Der X-Trail ist kein Rennwagen.

Und ein Rennwagen – das muss der SUV auch gar nicht sein. Seine Stärke liegt woanders. Inzwischen sind wir kurz vor dem Zielort, haben damit knappe 400 Kilometer hinter uns – und noch immer sind alle Insassen entspannt unterwegs. Grund dafür ist der bemerkenswert großzügige Innenraum des X-Trail. Sowohl Fahrer und Beifahrer finden reichlich Platz, ebenso die Passagiere auf der Rückbank. Einzig die beiden platzsparend im Kofferraumboden versteckten Sitze der zweiten Rückbank sollten von nicht ganz so großen Menschen besetzt werden. Besonders bequem haben es freilich Fahrer und Beifahrer: Bequeme, durch und durch langstreckentaugliche Sitze bieten auch großgewachsenen Menschen genügend Platz.

Der Innenraum – großzügig bemessen

Die Verarbeitungsqualität des Interieurs ist erstaunlich hoch – und das, obwohl der Testwagen gerade einmal mit der zweithöchsten von insgesamt vier Ausstattungslinien ausgerüstet war.

Einen Teil zum großzügigen Raumgefühl an Bord trägt das großzügig dimensionierte Glas-Panorama-Dach bei, das sich auf Knopfdruck fast zur Hälfte öffnen lässt. Damit wird der X-Trail zwar nicht zum Cabriolet, aber das Freiheitsgefühl ist trotzdem beachtlich.

Auch bei der Ausstattung gibt sich Nissan nicht knauserig. So lassen sich zum Beispiel die wichtigsten Fahr- und Komfort-Systeme im Testwagen vom Lenkrad aus bedienen. Aktiviert wird hier auch der Tempomat, der neben dem Halten der Geschwindigkeit, auch das Tempo begrenzen kann. Gesteuert wird hier auch die im Navigationssystem enthaltene Kommunikationszentrale, über die Musik vom Smartphone gestreamt und telefoniert werden kann. Dabei liegt das griffige, unten abgeschrägte Volant gut in der Hand.

Rangieren aus der Vogelperspektive

Keine Rätsel geben die gut ablesbaren Rundinstrumente und die Bedienung des Bordcomputers auf. Dessen Informationen verteilen sich auf ein zentrales Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser und ein fünf Zoll großes Farbdisplay in der Mitte des Armaturenbrettes. Hier zeigt das Fahrzeug auch das Bild der im Heck, den Spiegeln und dem Bug verbauten Kameras des Around-View-Monitor-Systems. Es erlaubt eine Art Vogelperspektive, die sowohl das Rangieren als auch das Anhängen eines Trailers enorm vereinfacht.

Was in der Praxis ebenfalls bemerkenswert gut funktioniert, ist die Verkehrszeichen-Erkennung. Fährt man mit dem Fahrzeug an einem geschwindigkeitsbegrenzenden Verkehrszeichen vorbei, zeigt der Bordcomputer das Tempolimit im Display hinter dem Lenkrad an. Passiert man später das Aufheben-Schild, erlischt die Anzeige. Das klappt in der Praxis in acht von zehn Fällen perfekt.

Die Motoren – Allrad nur beim Diesel

Unter der Haube kann der X-Trail neben dem getesteten Benziner auch mit 1,6 oder 2,0 Liter großen Dieseltriebwerken ausgestattet werden. Die leisten 130 oder 177 PS und verteilen ihre Kraft über ein Schalt- oder ein Automatikgetriebe. Während der Benziner nur als Fronttriebler verfügbar ist, haben die Konstrukteure die Dieselmotoren wahlweise mit Front- oder einem Allrad-Antrieb kombiniert. Damit schleppt der X-Trail bis zu 2 Tonnen schwere Trailer zum Kunden oder auch zu den verschiedensten Freizeitaktivitäten.

Und der Verbrauch? Der getestete Benziner genehmigt sich in der Praxis durchschnittlich 7,2 Liter Kraftstoff. Wer ganz sensibel mit dem Gasfuß umgeht, wird vielleicht auch Verbrauchswerte unter sieben Litern erreichen können. Den von Nissan selbst für den 163-PS-Benziner angegebenen 6,2 Litern dürften aber – wie bei den meisten dieser Angaben – ziemlich perfekte und damit nur wenig realistische Bedingungen zugrunde gelegen haben. Für die Dieselaggregate nennt der Hersteller 4,9 beziehungsweise 5,6 Liter als Durchschnittsverbrauch.

Fazit

Nissan stellt mit dem neuen X-Trail einen komfortablen Reisebegleiter auf die Räder, der auch als kleiner Mannschaftsbus gut funktioniert. Wer lieber reist als rast und den Fahrkomfort sowie die Übersichtlichkeit von SUVs schätzt, sollte hier durchaus genauer hinschauen. Denn für knapp 27.000 Euro (zzgl. MwSt.) steht hier ein solide verarbeitetes und ausgestattetes Fahrzeug beim Händler, das – zumindest in der gar nicht mal so viel teureren Allrad-Version – auch vor schlammigen Wegen und schlechten Straßenverhältnissen nicht kapitulieren muss. Fest steht aber auch, dass der SUV mit seinen 163 Pferdestärken kein spurtstarker Supersportler ist.

Technische Daten

Name: Nissan X-Trail Acenta

Motor: 1.6 DIG-T Motor (120 kW/163 PS)

Zuladung: 640 kg

Anhängelast: 2 t

Verbrauch: 6,2 l/100km (Werksangabe)

Preis: ab 20.606 Euro (zzgl. MwSt.)

Preis Testwagen: 26.827 Euro (zzgl. MwSt.)

Torsten Hamacher

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