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Sommerreifen

Was die neuen Sommerreifen besser können

Sommerreifen 2018: Die warme Jahreszeit naht, und die Reifenindustrie war nicht untätig. Ein Überblick über die Neuheiten der Saison und Pirellis Mut zur Farbe.

Elfriede Munsch

Bei der Entwicklung der neuen Sommerreifen für die kommende Warm-Periode standen diverse Wetterszenarien im Mittelpunkt und wurden von den Entwicklern einbezogen: Sonne, Regen, von allem etwas und zur Not auch Schnee. Es wurde bei den Neuheiten außerdem auf Laufleistung sowie Ruhe geachtet - und das Thema Robustheit kommt auch nicht zu kurz. Ein Überblick in alphabetischer Reihenfolge.

Bridgestone

Bridgestones Reifenentwickler haben wohl die Wetterdaten der vergangenen Sommer eifrig studiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass Regen unbedingt zur europäischen Sommerperiode dazu gehört und der neue Turanza T005 sich daher besonders auf nassen Straßen bewähren soll. Er soll sich zudem durch einen niedrigen Spritverbrauch sowie eine hohe Laufleistung auszeichnen. Der Pneu, der in über 140 Größen für 14 bis 21 Zoll-Räder angeboten wird, kann durch eine durch eine besondere Anordnung von Blöcken im Mittelteil der Lauffläche Wasser schnell und effizient ableiten. Eine besondere Mischung mit speziellen Polymeren soll den Verschleiß minimieren, den Grip verbessern und die Kraftstoffeffizienz optimieren.

Continental

Der Reifenhersteller Continental erweitert in dieser Saison sein Sommerlieferprogramm für Sportwagen, Mittel- und Oberklassefahrzeuge und Kleinwagen um mehr als 210 neue Größen. So ist der PremiumContact 6 nun von 16 bis 22 Zoll Durchmesser für die Bereifung von Pkw und SUV lieferbar. Die Geschwindigkeitsfreigaben liegen zwischen 210 km/h und 300 km/h. Der ContiEcoContact 5, der kurze Bremswege auf nasser und trockener Straße mit niedrigem Rollwiderstand in Einklang bringen will, kann nun für Fahrzeuge mit Felgen zwischen 13 und 20 Zoll Durchmesser geordert werden. Wenn es richtig schnell sein soll, weil der Firmenchef selbst sein fahrerisches Können unter Beweis stellen möchte, kommt der SportContact 6 ins Spiel. Er kann jetzt auf Felgen von Sportwagen von 18 bis 23 Zoll aufgezogen werden. Der Pneu ist bis zu 350 km/h freigegeben.

Cooper

Nicht ganz so rasant geht es bei Cooper zu. Der neue CS7 richtet sich an Besitzer von Klein- und Mittelklassefahrzeuge, denen Geschwindigkeiten bis zu 190 beziehungsweise 210 km/h reichen. Der Reifen ist in 30 Größen mit 14 und 15 Zoll Durchmesser erhältlich. Seine Silica-Laufflächenmischung soll für gute Traktion und Bremsleistungen sowie für gute Seitenhaftung und Lenkreaktionen bei Nässe sorgen. Seine optimierte Laufflächenkontur trägt zu einer gleichmäßigen Druckverteilung in der Bodenaufstandsfläche bei. Das soll positive Auswirkungen auf Rollwiderstand, Verschleiß und Laufleistung haben. Außerdem will der CS7 durch eine geräuschdämpfende Struktur in den Profilrillen besonders leise sein.

Weniger auf Laufruhe als Robustheit legt der Discoverer S/TMAXX POR Wert. Die Laufflächenmischung des Allradpneus ist für extremes Gelände ausgelegt und will schnitt- und rissfester sein als beim Vorgängermodell. Eine Karkassenkonstruktion mit drei Schichten macht die Seitenwand ebenso wie die Lauffläche besonders widerstandsfähig. Spezielle Profilelemente verhindern, dass Steine sich verfangen können. Eine Schutzrippe an der Seitenwand schützt vor Verletzungen. Geländereifen ist ab in 23 verschiedenen Größen von 15 bis 20 Zoll lieferbar.

Falken

Wer den neuen Sommerreifen von Falken bestellt, braucht ein gutes Namensgedächtnis. Neben seinem komplizierten Namen will der ZIEX ZE310 ECORUN mit guter Traktion und Grip auf nasser und trockener Fahrbahn bei gleichzeitig niedrigem Verschleiß durchsetzen. Der Reifen ist mit der sogenannten Adaptive Constant Pressure-Technologie ausgestattet und verfügt dadurch über ein Laufstreifenprofil, das über eine gleichbleibende Druckverteilung in der Aufstandsfläche gewährleistet. Eine besondere Gummimischung soll eine hohe Laufleistung und optimale Effizienz gewährleisten. Den Reifen gibt es zunächst in 40 Dimensionen von 14 bis 18 Zoll. Weitere Größen folgen im Laufe des Jahres.

Hankook

Hankook spricht mit dem Kinergy Eco2 Fahrer von Klein-, Kompakt- und Mittelklassefahrzeugen an und ist zunächst in 54 Größen von 13 bis 18 Zoll verfügbar. Seine Silica-Laufflächenmischung in Verbindung mit einer besonderen Mischungstechnologie in der Laufflächenmischung sorgt für einen guten Nassgrip und niedrigen Rollwiderstand. Drei umlaufende Profilrillen ermöglichen eine schnelle Drainage und erhöhen so ebenfalls die Kontrolle des Fahrzeugs auf nasser Fahrbahn. Außerdem konnten die Entwicklungsingenieure eine deutliche Reduzierung der Geräuschentwicklung an der Lauffläche auch bei fortschreitender Laufleistung erreichen.

Außerdem erweitert das Unternehmen das Größenangebot des Ventus Prime³: 11 neue Größen von 215/65 R16 bis hin zu 235/60 R17 sind jetzt erhältlich. Als Run-Flat-Versionen vervollständigen 205/55 R17) und 205/55 R16 das Portfolio. Ebenfalls im Regal stehen neue Dimensionen für Ventus S1 evo² und Ventus S1 evo² SUV. Der UHP-Pneu ist nun von 16 bis 22 Zoll sowie bis zur Geschwindigkeitsfreigabe 270 km/h verfügbar. Vier Größen (285/35R22, 275/30R20, 265/35ZR19, 245/45R18) sind nun mit Hankooks „sound absorber“-Technologie ausgestattet. Reifen mit dieser Technologie reduzieren die bei bestimmten Geschwindigkeiten im Fahrzeuginneren hörbaren Reifenresonanzen.

Kumho

Kumho hat mit dem ecowing ES31 einen Pneu für Klein- und Kompaktfahrzeuge entwickelt. Dieser verspricht im Vergleich zum Vorgänger eine deutliche Verbesserung bei Laufleistung und Rollwiderstand. Fahrsicherheitsrelevante Eigenschaften wie Handling oder Nassbremsen kommen nicht zu kurz, sie konnten gegenüber seinem Vorgänger ebenfalls optimiert werden. Zum Marktstart wird er in 38 Größen von 14 bis 17 Zoll erhältlich sein.

Michelin

Michelin stellt den Sommerreifen Primacy 4 in die Regale der Händler. 64 Dimensionen für 15- bis 18-Zoll-Räder stehen zum Marktstart zur Wahl. Rechtwinklig gestaltete Profilrillen sorgen für eine gute Wasserableitung selbst dann noch, wenn der Reifen nur noch wenig Profil hat. Neben der üblichen Verschleißanzeige an der Reifenschulter verfügt der Reifen über einen zusätzlichen Indikator am Grund der Profilrillen. Der Reifen will zudem durch seine hohe Laufleistung überzeugen.

Wenn es etwas schneller sein darf: Der Pilot Sport 4 S ist für leistungsstarke Limousinen gedacht. Der Nachfolger des Super Sport will mit Lenkpräzision, maximalen Grip auf trockenem und nassem Asphalt sowie herausragender Stabilität punkten. Der sportliche Sommerreifen kommt für 19- und 22-Zoll-Räder auf den Markt. Alle Ausführungen verfügen über den Geschwindigkeitsindex ZR für Höchstgeschwindigkeiten über 300 km/h. Falls das nicht reicht, sind noch zwei Versionen, die bis zu 400 km/h freigegeben sind, verfügbar.

Ebenfalls neu im Programm ist der Agilis CrossClimate, der für 15 und 16 Zoll-Räder verfügbar ist. Damit bieten die Franzosen jetzt auch für Transporter und leichte Nutzfahrzeuge einen Ganzjahresreifen an. Der Transporterreifen eignet sich daher auch bei winterlichen Straßenbedingungen bietet aber das gleiche Handling, die gleichen Bremseigenschaften und die gleiche Haltbarkeit auf trockener Straße wie ein Sommerreifen. Grund hierfür sind Gummimischungen mit hoher Flexibilität, selbst bei niedrigen Temperaturen. Darüber hinaus will er durch hohe Laufleistung, niedrige Betriebskosten und Robustheit (Flankenschutz) auf sich Aufmerksam machen.

Nokian

Robustheit wird auch in diesem Sommer bei Nokian großgeschrieben. Der finnische Hersteller stattet daher seine Transporter- und Camper-Reifen mit Aramidfasern aus. Diese werden in die Seitenwandstruktur eingearbeitet und verstärken die Seitenwand, so dass sie äußeren Einflüssen, Schnitten und Deformierungen besser standhält.

Pirelli

Gleich zwei Trends bedient Pirelli und nimmt mit dem Scorpion Zero All Season einen Ganzjahresreifen für SUV ins Programm. Die Lauffläche verfügt über ein asymmetrisches Design mit abgeschrägten Profilblöcken im Schulterbereich. Das erhöht beim Bremsen die Kontrolle und das Ansprechen des Reifens. Die vier breiten Längsrillen leiten das Wasser aus der Aufstandsfläche ab und senken das Aquaplaning-Risiko. Der Pneu ist für 18 bis 23 zoll-Dimensionen zunächst erhältlich.

Dagegen zielt der Ganzjahresreifen Cinturato All Season Plus auf Pkw. Der Reifen enthält eine auf Polymeren basierende Laufflächenmischung mit hohem Silika-Anteil. Daraus resultieren eine erhöhte Steifigkeit und Stabilität in einem größeren Temperaturbereich. Die neue Mischung soll die Reifen-Leistung sowohl im Winter als auch im Sommer verbessern. Der Reifen wird für 15 bis 18 Zoll-Räder offeriert.

Yokohama

Mit drei neuen Reifen geht Yokohama in die Sommersaison. Der BluEarth ES32 ist für Kompaktfahrzeuge und kleine Vans geeignet und will hohen Nass- und Trockengrip mit einer langen Lebensdauer und niedrigem Rollwiderstand vereinen. Wie jeder Vertreter der BluEarth-Familie kommt hier Orangenöl zum Einsatz, um den Erdölanteil in der Gummimischung zu verringern. Das Laufflächendesign ist geprägt von einer Kombination aus blitzförmigen und geraden Rillen in der Reifenmitte sowie starken Schulterblöcken an den Reifenflanken. Dadurch werden einerseits die Wasserableitung und damit die Gefahr von Aquaplaning verringert und andererseits wird der ungleichen Abnutzung der Lauffläche vorgebeugt. Der Reifen ist in Größen von 13 bis 18 Zoll erhältlich.

Der BluEarth RV-02 ist ein SUV-Reifen und wird zum Marktstart in 30 Dimensionen von 15 bis 20 Zoll angeboten. Der Nachfolger des Geolandar SUV will mit geringer Geräuschentwicklung punkten. Erreicht wird dies durch spezielle Rillen im Schulterbereich, die zu weniger Abrollgeräuschen beitragen. Dafür sorgen auch geräuschmindernde 3D-Lamellen. Vier große Rillen im Profil helfen, das Wasser schneller abzuleiten und reduzieren so die Aquaplaning-Gefahr.

Der Entwicklungsschwerpunkt des Transporterreifens BluEarth-Van RY55 lag auf gutem Verschleißverhalten, guten Werten beim Nassgrip sowie geringem Rollwiderstand. Die Reifenschultern mit den tiefen Rillen und Lamellen verbessern nicht nur das Lenkverhalten und die Wasserdrainage, sondern verhindern gleichzeitig eine ungleichmäßige Abnutzung des Materials. Zum Marktstart sind 30 Größen von 14 bis 17 Zoll lieferbar.

Mut zur Farbe

Reifen sind rund und schwarz. Punkt. Das muss nicht so sein, haben sich die Reifeningenieure bei Pirelli gedacht und haben sich der Farbgestaltung gewidmet. Farbige Reifen gab es schon früher, doch meistens hielt die Farbe nicht lange. Die roten oder blauen Reifen sahen schnell schmuddelig aus. Auch bedruckte Pneus haben sich bislang nicht durchgesetzt. Pirelli setzt bei seiner Color Edition für die UHP-Reifen P Zero und Winter Sottozero (ab jeweils19 Zoll) jetzt auf farbige Streifen auf der Reifenflanke.

Für die Haltbarkeit der Farbe nutzt das Unternehmen ein Verfahren, dass es schon bei der Formel 1 genutzt wird. Die Reifenflanken werden mit einem speziellen Material versiegelt werden, bevor die Farbschicht aufgetragen wird. Diese Schicht wiederum wird durch chemische Substanzen vor dem Verblassen geschützt, die durch Sonneneinstrahlung, die Alterung und den täglichen Gebrauch der Reifen verursacht werden könnte. Neben sieben Standardfarben (Silber, Weiß, Gelb, Grün, Orange, Blau oder Rot) lassen sich auch individualisierte Farben auftragen, zum Beispiel passend zur Fahrzeugfarbe.

Natürlich hat das Ganze seinen Preis. Mindestens 2.120 Euro ruft Pirelli auf. Für diesen Preis gibt es zum Beispiel vier Streifenreifen für eine Mercedes E-Klasse AMG. 2.700 Euro werden für die Ausstattung eines Porsche 911 fällig. Für einen Lamborghini Aventador muss man mindestens 6.000 Euro einplanen.

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