Xpeng verfolgt in Deutschland ehrgeizige Absatzziele. Im Interview spricht Markus Schrick unter anderem über Flottenkunden und neue Modelle.
Der chinesische Hersteller Xpeng ist seit Mai 2024 offiziell auf dem deutschen Markt vertreten, die ersten Fahrzeuge wurden im September 2024 verkauft. Seit August 2023 leitet Markus Schrick als Geschäftsführer Deutschland die Geschäfte hierzulande. Ein Jahr später übernahm er zusätzlich als Geschäftsführer für Central Europe die Verantwortung für die DACH-Region.
Und die Geschäfte laufen gut: 2025, im ersten vollständigen Verkaufsjahr, entschieden sich 2.991 Kunden in Deutschland für ein Xpeng-Modell. Für 2026 peilt Schrick 8.000 Fahrzeuge an, 2027 sollen es 20.000 Einheiten sein. Eine wichtige Rolle spielen dabei Flottenkunden. Im Gespräch mit bfp spricht Schrick über das Geschäftskundensegment, den Ausbau des Händlernetzes und die weiteren Ziele der Marke.
Markus Schrick: Der Geschäftskundenbereich macht im Moment ungefähr 50 Prozent unseres Absatzes aus – wohlgemerkt ohne Vermietergeschäfte, auf die wir bewusst verzichten. Das ist ein guter und gesunder Mix. Wir haben aber auch nichts dagegen, wenn der Flottenanteil noch ein bisschen steigt.
Schrick: Im Augenblick sind wir speziell in den kleineren und mittleren Unternehmen sehr gut unterwegs. Generell zeigen auch große Flotten Interesse. Vor allem, weil die Unternehmen und die Mitarbeiter in den Betrieben von unseren Fahrzeugen begeistert sind.
Schrick: Der G6 steht mit 55 bis 60 Prozent unserer Verkäufe in der Gunst der Geschäftskunden an der Spitze. Beim G9 sind es zwischen 35 und 40 Prozent. Unser neuestes Modell, der L03, wird zunächst einmal stärker bei den Privatkunden auf Interesse stoßen. Er ist das zukünftige Einstiegsfahrzeug der Marke Xpeng für neue Kunden und junge Familien. Damit werden wir im Straßenbild noch präsenter. Und das wiederum wird sich auf die Nachfrage der Flottenkunden auswirken. Wir sind sicher: Der L03 wird als kompaktes SUV-Coupé auch bei den Fuhrparkplanern auf großes Interesse stoßen.
Schrick: Das B2B-Geschäft wird dann die 50-Prozent-Marke überschreiten, und die Schlüsselmodelle werden G6, G9 und der neue L03 sein. Wichtig für uns ist, dass sich G9 und G6 heute schon nicht nur sehr gut verkaufen, sondern auch in den hochwertigen Varianten, speziell in der Topausstattung, bestellt werden. Das ist für die Marke gut und auch fürs Geschäft. Immerhin konnten wir so bereits das erste volle Geschäftsjahr leicht profitabel abschließen. Und das alles ohne besondere Aktionen. Wir bauen auf einer qualitativ hochwertigen Basis auf und halten so Preise und Restwerte stabil. Zudem arbeiten wir sehr gut mit unserem neuen Händlernetz zusammen, das unsere Strategie aktiv unterstützt.
Schrick: Im Augenblick haben wir 70 Standorte. Bis zum Jahresende werden wir bei 110 Vertriebsstandorten liegen, die Xpeng im Angebot haben. Vorwiegend haben wir Mehrmarkenpartner. Anteilig sind jeweils mit etwa 30 Prozent BMW, Mercedes und die VW-Gruppe vertreten. Das ist ein Umfeld, in dem wir uns gut sehen lassen können.
Schrick: Wir möchten Vertrauen in unsere Marke kreieren. Das ist ein ganz entscheidender Punkt, da es immer noch gewisse Vorurteile gegen chinesische Hersteller gibt. Unser Ziel ist es, Xpeng attraktiv und hochwertig aufzustellen und die Marke emotional aufzuladen. Kunden sollen nach Probefahrten nicht sagen, ich war in „einem Chinesen“ unterwegs, sondern betonen: „Ich habe einen Xpeng gefahren.“ Wenn wir das geschafft haben, sind wir einen großen Schritt weiter.
Aber natürlich ist unser attraktiver Preis auch ein wichtiges Verkaufsargument. Doch mindestens ebenso wichtig ist die Qualität der Produkte. Weitere entscheidende Punkte sind Vertrauen und Zuverlässigkeit in Produkt, Teile und Service. Unsere Lieferquote bei den Teilen lag im vergangenen Jahr mit 95 Prozent sehr hoch. Für uns ist klar: Wir wollen uns mit hoher Zuverlässigkeit von anderen Mitbewerbern absetzen. Das schafft Vertrauen bei den Kunden und ebenso bei den Händlern. Für uns ist wichtig, sowohl zufriedene Kunden als auch zufriedene Händler zu haben. Dann läuft das System rund.
Schrick: Selbstverständlich haben wir spezielle Leasingangebote auch für Geschäftskunden. Dabei geht es nach der jeweiligen Größe der Flotte. Zudem bieten wir attraktive Pakete an, um Flottenkunden an Xpeng zu binden. Hohe Rabatte aber machen keinen Sinn. Wenn wir das machen, verspielen wir die Zukunft. Nach drei Jahren ist dann der Restwert im Keller. Und dann ist das Vertrauen der Kunden und der Händler dahin.
Schrick: Ganz frisch haben wir den Xpeng L03 in München präsentiert. Ein SUV-Coupé als kompaktes sowie preislich attraktives Einstiegsmodell mit hochwertiger Komfort- und Sicherheitsausstattung. Gleichzeitig führen wir mit dem Xpeng L03 eine neue Antriebs- und Angebotsstruktur ein, mit der Kunden mehr Flexibilität und Wahlmöglichkeiten bekommen.
Wir bauen die Modellpalette sukzessive aus. So werden wir in diesem Jahr auf der gleichen Plattform noch ein weiteres SUV ungefähr in der Größe des G6 sowie einen G9 als Sechs- und Siebensitzer bringen. Mit dem dann noch breiteren Angebot decken wir ein großes Kundenspektrum ab. Sowohl im Privat- als auch im B2B-Bereich. So wollen wir die Marke Xpeng auf Dauer etablieren und erfolgreich in die Zukunft führen.