Für BYD sind Flotten eine der wichtigsten Säulen, um das Unternehmenswachstum voranzutreiben. Im Interview sprechen Lars Bialkowski und Carsten Schopf über Pläne und Herausforderungen.
Lars Bialkowski ist seit dem 1. Juni 2025 Country Manager Germany bei BYD. Seit Ende des vergangenen Jahres hat er zusätzlich die Position des Regional Directors für die Märkte Belgien, Niederlande und Luxemburg (Benelux) übernommen. Carsten Schopf verantwortet seit November 2025 als Direktor B2B den Bereich Flotte und Geschäftskunden. Im Interview mit bfp Fuhrpark & Management geben Lars Bialkowski und Carsten Schopf Auskunft darüber, was das Flottengeschäft für die Marke BYD bedeutet.
Lars Bialkowski: Der Fuhrpark ist eine der wichtigsten Säulen in dem Vorhaben, unser Wachstum voranzutreiben. BYD ist jetzt seit etwa 24 Monaten in Deutschland aktiv. Dabei haben wir im Privatkundenbereich schon ziemlich viel erreicht. Hinsichtlich der Flottenkunden wissen wir, dass es sich um langfristige Geschäftsbeziehungen handelt, die aufgebaut werden müssen.
Carsten Schopf: Da sind zunächst einmal unsere guten Produkte und die breite Palette. Zudem haben wir natürlich besondere individuelle Preisangebote, sowohl im Cash- als auch im Leasing-Bereich. Es gibt Monats- und Quartalsaktionen, mit denen wir besondere Akzente im B2B-Bereich setzen. Zur Unterstützung der Händler in der Akquise vor Ort ist ein starkes Team im Einsatz.
Bialkowski: Wir sind uns aber sehr bewusst, dass das Flottengeschäft kein Sprint, sondern ein Marathon ist. BYD hat eine strategische Ausrichtung, die natürlich kurzfristige Erfolge sicherstellen möchte. Das zeigt sich an unserem Marktanteil von derzeit 2,7 Prozent im Privatkundenbereich. Generell aber sind wir langfristig ausgerichtet. Deswegen investieren wir in Ressourcen, in Personal, in Händler und in Produkte, wie jetzt im B-Segment wir mit dem Dolphin G DM-i. Ich glaube, da sind wir gut aufgestellt.
Schopf: Grundsätzlich haben wir Produkte für alle Flottengrößen. Wir haben bisher das Glück gehabt, dass viele große Flotten direkt auf uns zugekommen sind. 90 Prozent des Volumens im Flottengeschäft spielen sich jedoch im Bereich bis 50 Einheiten ab. Hier sind unsere lokalen Händler gefragt und im Einsatz. In den nächsten Monaten werden wir uns darauf fokussieren.
Schopf: Elektroautos werden auch im B2B-Bereich immer wichtiger. Deswegen steigt bei uns die Nachfrage entsprechend. Aber es gibt noch ganz viele Fuhrparks, für die Plug-in-Hybride eine gute Übergangslösung sind, um dann für 2035 gewappnet zu sein. Stehen Austauschzyklen in den Fuhrparks an, ist Elektrifizierung immer ein Thema. Das gilt für große und kleine Flotten gleichermaßen.
Bialkowski: Mit einer elektrischen Reichweite von je nach Akkugröße bis zu 105 Kilometern hat der Dolphin G DM-i in diesem Segment ein Alleinstellungsmerkmal. Für den Einsatz im urbanen Bereich, also Altenpflege, Lieferdienste, Service, ist das unserer Ansicht nach ein perfektes Angebot. Die allgemeine Entwicklung, sich Produkte und Services liefern zu lassen, macht den Wagen zu einem unserer Schlüsselprodukte im Flottenbereich.
Bialkowski: Vom ersten Tag an stand das Thema Händler ganz oben auf unserer Liste. Uns war bewusst, dass ein gutes und umfangreiches Händlernetz Rückgrat des Erfolgs ist. Deswegen haben wir da richtig Gas gegeben. Derzeit gibt es 200 Vertriebsstandorte, Ende des Jahres sollen es 300, idealerweise 350 sein. Um eine flächendeckende Kundennähe zu haben, peilen wir 400 Standorte bis Ende 2027 an. Flottenkunden haben insbesondere im After-Sales-Bereich berechtigterweise ein hohes Anspruchsdenken und ein hohes Qualitätsempfinden. Deswegen ist die Nähe zum Händler ebenso wichtig wie dessen Fähigkeit, die notwendigen Dienstleistungen möglichst schnell zu erledigen. Entscheidend ist es, eine gute und vertrauensvolle Beziehung zum Kunden aufzubauen.

