Das Arval Mobility Observatory zeigt: Unternehmen setzen verstärkt auf Gebrauchtfahrzeuge, verlängern Haltedauern und treiben die Elektrifizierung ihrer Flotten voran.
Das Arval Mobility Observatory hat für das Fuhrpark‑ und Mobilitätsbarometer 2026 weltweit 10.157 Entscheiderinnen und Entscheider befragt, darunter 300 in Deutschland. Von den deutschen Unternehmen erwarteten 92 Prozent in den kommenden drei Jahren ein stabiles oder wachsendes Flottenvolumen – ein Trend, der seit drei Jahren anhält.
46 Prozent der Unternehmen hätten bereits Gebrauchtfahrzeuge integriert, weitere 39 Prozent zögen dies in Betracht. Zudem verlängerten Firmen ihre Haltedauern auf durchschnittlich 5,5 Jahre. Leasing bleibe wichtig: 61 Prozent nutzten Leasingmodelle für Gebrauchtfahrzeuge.
Zur Leistungsfähigkeit gebrauchter E-Autos erklärt Katharina Schmidt, Head of Consulting, Arval Mobility Observatory: „Die Angst vor dem Reichweitenverlust bei gebrauchten E-Autos ist unbegründet. Unsere Daten belegen: Die Batteriekapazität lag nach rund 70.000 Kilometern bei etwa 93 Prozent.“
43 Prozent der Unternehmen hätten Dekarbonisierungsziele definiert oder befänden sich in der Prüfung. Vor allem mittlere und große Unternehmen würden entsprechende Strategien vorantreiben, während kleinere Firmen zurückhaltender seien.
70 Prozent der Unternehmen nutzten bereits Fahrzeuge mit elektrischer Antriebsform. Als Gründe würden CSR-Vorgaben, Umweltaspekte und geringere Betriebskosten genannt. Gleichzeitig gewinne die Ausweitung von Umweltzonen an Bedeutung.
Größtes Hemmnis bleibe laut Befragung die Ladeinfrastruktur: 63 Prozent sähen fehlende Ladelösungen als entscheidenden Bremsfaktor, insbesondere private Ladepunkte (31 Prozent) und betriebliche Ladestationen (27 Prozent). Die Sorge um Reichweite habe zugenommen. Zugleich seien 88 Prozent der Arbeitgeber bereit, Heimladestationen finanziell zu unterstützen.
Schmidt ergänzt: „Wir sehen zum einen, dass fehlende Ladepunkte immer noch die größte Herausforderung für den Umstieg auf Elektromobilität im Fuhrpark sind. Gleichzeitig zeigen die von uns befragten Firmen eine große Offenheit, Ladesäulen bei ihren Mitarbeitern zuhause finanziell zu unterstützen.“
33 Prozent der Unternehmen nutzten Telematik, aber nur 17 Prozent werteten die Daten aktiv aus. Priorität hätten technische Diagnosen, Verbrauchsdaten und Ortung.
86 Prozent der Unternehmen böten Mobilitätsmaßnahmen an. Ridesharing und Fahrradleasing würden besonders häufig genutzt; 17 Prozent hätten bereits Lastenräder eingeführt.
Schmidt betont: „Moderne Mobilitätspolitik orientiert sich an den Bedürfnissen der Mitarbeitenden: Unternehmen können mit modernen und flexiblen Mobilitätslösungen die Bindung der Mitarbeitenden stärken und neue Talente gewinnen.“ (red)