Das Geely-Tochterunternehmen Ecri übernimmt für Autohersteller die Entwicklung neuer Fahrzeuge – von der Plattform über die Homologation bis zur Fertigung.
Ecri, das External Collaboration Research Institute des chinesischen Geely-Konzerns, bietet Fahrzeugentwicklung als Dienstleistung an. Kunden erhalten Unterstützung bei der Entwicklung kompletter Fahrzeuge und können dabei auf Plattformen und Technologien des Konzerns zurückgreifen. Zu den bisherigen Auftraggebern zählen unter anderem Waymo und Renault. Nach Angaben von Ecri wurden seit der Gründung Ende 2021 mehr als 108 Fahrzeugprojekte umgesetzt. Der Kundenkreis umfasst derzeit neun Automobilhersteller und drei Zulieferer.
Unternehmen, die ein neues Fahrzeug auf den Markt bringen wollen, erhalten bei Ecri Unterstützung von der Konzeptphase über Entwicklung und Erprobung bis hin zur Fertigung und Homologation. Dafür nutzt Ecri Entwicklungsleistungen, Fahrzeugplattformen und Testkapazitäten des Geely-Konzerns.
Ecri kann auf acht Fahrzeugarchitekturen mit unterschiedlichen Antriebsarten zurückgreifen. Zum Geely-Konzern gehören unter anderem die Marken Volvo, Polestar, Lotus, Lynk & Co, Zeekr und Geely sowie die gemeinsam mit Mercedes-Benz betriebene Marke Smart.
Zu den bisherigen Kunden zählt das US-Unternehmen Waymo. Das Robotaxi Waymo Ojai basiert auf einer Plattform von Zeekr. Ecri unterstützte den Validierungs- und Fertigungsprozess. Die Fahrzeuge sind bereits in den USA im Einsatz.
Auch Renault setzt auf die Zusammenarbeit mit Geely. Seit Anfang 2022 nutzt der Hersteller für seine Modelle in Südkorea eine Plattform des chinesischen Konzerns. Später wurde die Kooperation auf Fahrzeuge für den brasilianischen Markt ausgeweitet.
Zum Angebot von Ecri gehört auch die Unterstützung bei der Homologation neuer Fahrzeuge. Dafür betreibt Geely in Hangzhou Bay ein Testzentrum mit rund 82.000 Quadratmetern Nutzfläche. Dort werden unter anderem Crashtests, Klimatests und Prüfungen von Fahrerassistenzsystemen durchgeführt. Ergänzt wird die Anlage durch Labore für Cybersicherheit und Software-Validierung.
Mit seinem Angebot positioniert sich Ecri als Alternative zu etablierten Entwicklungsdienstleistern wie Magna, EDAG oder FEV. Neben Engineering und Tests bietet das Unternehmen auch Zugang zu Fahrzeugplattformen, Fertigungstechnik und Lieferketten des Geely-Konzerns. Für Hersteller kann das den Entwicklungsaufwand reduzieren und die Einführung neuer Modelle beschleunigen. Gleichzeitig entsteht eine stärkere Abhängigkeit von einem Technologiepartner, dessen eigene Marken ebenfalls auf internationalen Automobilmärkten aktiv sind. (SP-X /lb)