Immer mehr Fahrer setzen auf Elektroautos – auch in Flotten. Doch während das Vertrauen wächst, gibt es regionale Unterschiede, besonders bei Ladeinfrastruktur und Arbeitgeberunterstützung.
Die Shell Recharge Elektromobilitätsstudie 2024 zeigt, dass Autofahrerinnen und Autofahrer in Europa, den USA und China mehr Vertrauen in E-Fahrzeuge als ihr Hauptfahrzeug haben. In Deutschland besitzen demnach nur 38 Prozent der E-Fahrer einen zusätzlichen Verbrenner. Damit liegt Deutschland über dem EU-Schnitt von 32 Prozent. Ein größeres Vertrauen in E-Fahrzeuge und die dazugehörige Ladeinfrastruktur ist ebenso ersichtlich. Die Mehrheit der E-Auto-Fahrer in Deutschland gibt an, dass ein E-Fahrzeug ihr Hauptfahrzeug ist. Der EU-Schnitt liegt bei 97 Prozent. Die USA liegen mit 82 Prozent hinter China (90 Prozent).
Diese Entwicklung wird unter anderem getragen von einem Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland und Europa:
Verbesserte Ladeerfahrungen, mehr Ladepunkte und das gestiegene Sicherheitsgefühl bei Besitzerinnen und Besitzern von E-Fahrzeugen hätten die Reichweitenangst weltweit verringert:
Unternehmen stellen ihre Fahrzeugflotten zunehmend auf Elektromodelle um. Diese Entscheidung wird durch eine Mischung aus wirtschaftlichen, ökologischen und praktischen Vorteilen motiviert, wie geringere Betriebskosten, kürzere Kaufzyklen, steuerliche Anreize und die Unterstützung umfassenderer Ziele im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG).
Der Shell-Studie zufolge legen E-Flottenfahrer mehr Kilometer zurück als Benziner. In Deutschland fahren 60 Prozent der E-Fahrzeugfahrer mehr als 15.000 km pro Jahr, während dies nur für 46 Prozent der Fahrer von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gilt.
In Bezug auf die Lademöglichkeiten bieten Arbeitgeber in Deutschland, Europa, den USA und China folgende Unterstützung für ihre Mitarbeiter an: In Deutschland haben 31 Prozent der Befragten Zugang zu einer Ladestation, die vom Arbeitgeber finanziert wird. In China (34 Prozent), Europa (36 Prozent) und den USA (43 Prozent) haben mehr Menschen Zugang zu einer vom Arbeitgeber finanzierten Ladestation.
Ladestationen, deren Kosten vom Arbeitnehmer getragen werden, sind in Deutschland und Europa jeweils bei 20 Prozent der Befragten verbreitet, während der Anteil in den USA mit 39 Prozent und in China mit 50 Prozent deutlich höher ist. Zusätzlich bieten 18 Prozent der Arbeitgeber in Deutschland eine Ladekarte oder App für öffentliches Laden an. In Europa sind es 22 Prozent und in den USA und China jeweils 26 Prozent.
Für die Studie von Shell wurden im April 2024 europaweit insgesamt 24.179 Fahrerinnen und Fahrer befragt, die entweder ein vollelektrisches Fahrzeug oder ein Hybridfahrzeug fahren. Die Befragungen wurden per E-Mail-Einladung und mithilfe einer Online-Umfrage durchgeführt. Über die Hälfte der Befragten kam aus Deutschland und den Niederlanden. Auch wurden E-Auto-Fahrerinnen und Fahrer aus China und den USA erstmals berücksichtigt. (ks)