Nach mehr als vier Jahren bei Škoda verlässt Klaus Zellmer den Volkswagen-Konzern und wechselt spätestens 2027 zu Volvo Cars.
Klaus Zellmer gibt seinen Posten als Vorstandsvorsitzender von Škoda Auto ab. Künftig übernimmt er eine Aufgabe außerhalb des Volkswagen-Konzerns. Laut Spiegel steht auch sein nächster Arbeitgeber bereits fest: Spätestens im Oktober 2027 soll Zellmer die Führung von Volvo Cars übernehmen.
Bei Volvo Cars soll Zellmer Håkan Samuelsson ablösen. Der heute 75-Jährige steht derzeit zum zweiten Mal an der Spitze des schwedischen Herstellers. Nach seiner ersten Amtszeit von 2012 bis 2022 kehrte er im April 2025 auf den Chefposten zurück. Volvo Cars gehört mehrheitlich zum chinesischen Geely-Konzern.
Vor seiner Zeit bei Škoda war Zellmer viele Jahre für Porsche tätig. 2020 wechselte er zu Volkswagen, zwei Jahre später übernahm er die Leitung der tschechischen Konzernmarke.
Während seiner Amtszeit legte Škoda in Europa deutlich zu. Nach Angaben des Unternehmens stieg die Marke in der europäischen Zulassungsstatistik vom zehnten Platz im Jahr 2022 auf Rang zwei im ersten Halbjahr 2026. Zudem verweist Škoda auf Rekordwerte bei Absatz, Umsatz und Profitabilität. Auch die Elektromobilitätsstrategie und die internationale Expansion wurden in dieser Zeit weiter ausgebaut.
Thomas Schäfer, Aufsichtsratsvorsitzender von Škoda Auto und Leiter der Brand Group Core, erklärt: „Klaus Zellmer hat Škoda in den vergangenen Jahren erfolgreich mitgeprägt. Jüngstes Beispiel ist der Škoda Epiq als Teil der Electric Urban Car Family. Wir respektieren seinen persönlichen Wunsch, beruflich ein neues Kapitel aufzuschlagen.“
Bis ein Nachfolger benannt ist, führt Finanzvorstand Holger Peters Škoda kommissarisch. Peters gehört seit Juni 2023 dem Vorstand des Herstellers an.
Zellmers Abschied kommt in einer wirtschaftlich angespannten Phase des Volkswagen-Konzerns. Wie der Spiegel berichtet, hatte Volkswagen seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr zuletzt deutlich nach unten korrigiert. Genannt werden unter anderem eine milliardenschwere Abschreibung auf Porsche, schwächere Geschäfte in China und zusätzliche Belastungen durch den Konzernumbau.
Zellmer selbst sagt zu seinem Abschied: „Nun ist für mich der Zeitpunkt gekommen, mich einer neuen Aufgabe außerhalb des Volkswagen Konzerns zu widmen. Škoda und die Menschen dieser großartigen Marke werden immer einen besonderen Platz in meiner beruflichen Laufbahn behalten.“ (iz)