Der Sparkurs von VW könnte für Flottenbetreiber weniger Fahrzeugauswahl bedeuten. Gleichzeitig investiert der Konzern weiter in Zukunftstechnologien.
Produktionskapazitäten senken und in neue Technologien investieren: Volkswagen plant eine umfassende Umstrukturierung. Für Flottenbetreiber dürfte vor allem entscheidend sein, wie stark das künftige Fahrzeugangebot gestrafft wird.
Im zweiten Quartal 2026 musste Volkswagen bei Gewinn und Auslieferungen Rückgänge hinnehmen. Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:
Damit verzeichnete Volkswagen den zehnten Rückgang des Quartalsgewinns in Folge. Vom bisher angestrebten Umsatzwachstum rückt der Konzern ab und rechnet nun bestenfalls mit stabilen Erlösen.
Für Fuhrparkverantwortliche ist vor allem die geplante Verkleinerung des Modell- und Variantenangebots relevant. Volkswagen will die Zahl der Modelle halbieren und die Zahl der verwendeten Komponenten um drei Viertel reduzieren. Geplant ist außerdem, Modell- und Ausstattungsvarianten in größerem Umfang zu streichen. Welche Baureihen und Konfigurationen konkret betroffen sein werden, ist bislang offen.
Auch die Produktionskapazitäten sollen sinken. Der Konzern plant, sie auf rund neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr zu reduzieren. Das wären etwa eine Million weniger als derzeit und rund drei Millionen weniger als vor der Corona-Pandemie. Allein in Europa sollen Kapazitäten für weitere 500.000 Fahrzeuge abgebaut werden.
Darüber hinaus stehen rechnerisch bis zu 50.000 weitere Stellen weltweit und vier deutsche Werke auf dem Prüfstand. Laut Blume handelt es sich bei der Zahl der Stellen bislang jedoch nur um eine theoretische Größe, die sich aus den angestrebten Kostensenkungen ergibt.
Für die Werke in Emden, Zwickau und Hannover sowie den Audi-Standort Neckarsulm fehlt laut Blume derzeit eine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre. Werksschließungen will er dennoch möglichst vermeiden. „Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Das ist immer die letzte Option.“
Bis 2030 hält der Konzernchef Schließungen für unrealistisch, da die aktuell dort produzierten Modelle weiterhin benötigt würden. Bis Ende des Jahres will Blume im Aufsichtsrat Beschlüsse zum geplanten Konzernumbau erreichen.
Parallel zu den Einsparungen investiert Volkswagen weiter in Software, Batterietechnik und autonomes Fahren. Bis 2035 will sich der Konzern als globaler Technologietreiber der Automobilindustrie positionieren. Dabei setzt VW sowohl auf eigene Kompetenzen, etwa über die Batterietochter PowerCo, als auch auf strategische Partnerschaften.
Ein Beispiel ist die Tochter MOIA, die in Hamburg selbstfahrende ID. Buzz mit ausgewählten Fahrgästen erprobt. Volkswagen bereitet damit den Betrieb autonomer Fahrzeugflotten in größerem Maßstab vor. Für Mobilitätsanbieter und gewerbliche Flotten könnten solche Systeme langfristig neue Einsatzmodelle eröffnen. (mit Material der dpa)