Die europäische Automobilindustrie steckt in einer Krise. Um diese zu bewältigen, hat die EU-Kommission nun einen Action-Plan vorgestellt. Ziel ist es, die europäische Automobilindustrie gegenüber internationalem Wettbewerb zu stärken.
Der europäische Automobilsektor befindet sich in einer Krise. Um dieser entgegenzutreten, legte die Kommission nun einen Action-Plan (“Industrial Action Plan for the European Automotive Sector“) vor, der Maßnahmen vorstellt, wie der europäische Automobilsektor gestärkt werden soll:
Kaufanreize: Die Nachfrage nach emissionsfreien Fahrzeugen in Europa soll gesteigert werden. Der Aktionsplan umfasst Maßnahmen, die Anreize für den Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge schaffen und das Vertrauen der Verbraucher durch konkrete Maßnahmen, wie z. B. die Verbesserung des Zustands und der Reparierbarkeit von Batterien, stärken sollen.
CO2-Normen für Pkw und Lieferwagen: Die EU-Kommission will noch in diesem Monat eine gezielte Änderung der Verordnung über CO2-Normen für Pkw und Lieferwagen vorschlagen. Die Änderung würde es dem Automobilsektor ermöglichen, Zielvorgaben zu erfüllen, indem er seine Leistung über einen Zeitraum von drei Jahren (2025-2027) mittelt. Etwaige Defizite in einem oder zwei Jahren könnten so durch Übererfüllung in den anderen Jahren ausgeglichen werden, ohne die Ziele für 2025 aus den Augen zu verlieren. Die Kommission will auch die Vorbereitungen für die vorgesehene Überarbeitung der Verordnung über CO2-Normen für Pkw und Lieferwagen beschleunigen.
Batterieproduktion: Die Kommission will die EU-Batterieindustrie unterstützen und ihr helfen, eine starke europäische Produktionsbasis aufrechtzuerhalten. Das soll mit Mitteln aus dem Innovationsfonds geschehen. Die Kommission will auch eine direkte Produktionsunterstützung für Unternehmen, die Batterien herstellen, prüfen.
Bürokratie: Der Verwaltungsaufwand für die europäischen Automobilhersteller soll durch eine Vereinfachung der Rechtsvorschriften verringert werden.
Internationaler Wettbewerb: Mit handelspolitischen Schutzinstrumenten wie Antisubventionsmaßnahmen will die Kommission europäische Unternehmen vor unlauterem Wettbewerb schützen. Gleichzeitig sollen die Verhandlungen mit den Partnerländern fortgesetzt werden, um den Marktzugang und die Beschaffungsmöglichkeiten für die Automobilindustrie zu verbessern. Darüber hinaus wird die Kommission Maßnahmen vorschlagen, um sicherzustellen, dass ausländische Investitionen im EU-Automobilsektor zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit der Branche beitragen.
Lieferketten: Um strategische Abhängigkeiten zu vermeiden, sollen 1,8 Milliarden Euro für sichere und wettbewerbsfähige Lieferketten für Batterierohstoffe geschaffen werden, die das Wachstum der europäischen Automobilindustrie unterstützen.
Autonomes Fahren: Eine europäische Allianz für vernetzte und autonome Fahrzeuge soll die Interessengruppen der europäischen Automobilindustrie zusammenbringen, um die Entwicklung von Fahrzeugen der nächsten Generation zu gestalten. Diese soll Software und digitale Hardware entwickeln, die erforderlich ist, um die erforderliche Technologie zu entwickeln.
Die Kommission will außerdem den Rechtsrahmen für autonome Fahrzeuge weiterentwickeln und Innovatoren die Freiheit gewähren, ihre Technologien für autonome Fahrzeuge zu testen und zu verfeinern. Diese Maßnahmen sollen durch gemeinsame öffentlich-private Investitionen in Höhe von rund 1 Milliarde Euro unterstützt werden, die zwischen 2025 und 2027 bereitgestellt werden sollen.
Personal: Eine verstärkte Initiative zur Unterstützung von Arbeitnehmern in strategischen Sektoren wie der Automobilindustrie soll vorschlagen werden, die sich auf Programme zur Höherqualifizierung und Umschulung konzentriert. (ks)