Was passiert, wenn die Batterieladung des Stromers sich dem Ende nähert und was dann zu tun ist.
Mit einem fast leeren Tank unterwegs zu sein, ist für die meisten Menschen kein schönes Gefühl. Zwar mag es die ein oder andere Person geben, die die Reserve restlos ausnutzt und dabei nicht nervös wird, aber das dürfte ein sehr kleiner Anteil der Autofahrerinnen und -fahrer sein. Dasselbe gilt auch bei Elektroautos. Irgendwann sinkt die Prozentanzeige der Batterieladung gen null und eine Ladesäule muss her. Wie die Stromer davor warnen, hat der ADAC mit verschiedenen Fahrzeugmodellen getestet.
Bei den sechs getesteten Modellen lief die „Warndramaturgie“ laut ADAC recht ähnlich ab. Zuerst erscheinen visuelle Hinweise. Wird weitergefahren, ohne darauf zu achten, warnen die Fahrzeuge mit mehr Nachdruck. Zu den visuellen Warnungen kommen akustische Hinweise oder die Empfehlung von energiesparenden Maßnahmen. Irgendwann, laut ADAC meist im einstelligen Prozentbereich, verringert sich auch die Fahrleistung. Die Beschleunigung nimmt ab und der Stromer bewegt sich träger. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte eine Ladesäule aufgesucht werden.
In seinem Versuch fand der ADAC heraus, dass sich die Warnzeitpunkte der verschiedenen Fahrzeugmodelle deutlich voneinander unterscheiden. Die Modelle Kia EV6 und VW ID.3 beginnen am frühsten mit der Warnung. Hier haben die Fahrer noch 21 respektive 20 Prozent Batterieladung zur Verfügung. Am unteren Ende der Skala liegen der BYD Seal mit zehn Prozent und der Volvo EX40 mit sieben Prozent Batterieladung.
Auch der Zeitpunkt, zu dem eine Leistungsreduktion einsetzt, unterscheidet sich je nach Modell deutlich. Der BYD Seal beginnt schon bei sechs Prozent Batterieladung seine Leistung zu verringern, gefolgt vom VW ID.3 mit fünf Prozent. Der Nio EL6 fährt am längsten mit voller Leistung. Bei dem Modell setzt die Leistungsreduktion nämlich erst bei null Prozent Batterieladung ein.
Nur weil die Batterieleistung null Prozent erreicht, heißt das aber nicht, dass die Fahrzeuge einfach stehenbleiben. Wie bei den Verbrennern setzt auch hier die Notlaufreserve ein. So können die Fahrerinnen und Fahrer noch zwischen 15 und 20 Kilometer zurücklegen. Allerdings mit erneut reduzierter Leistung. Am weitesten kam der Volvo EX40 mit 21 Kilometern im Notlauf.


Falls trotz der Hinweise die Ladesäule nicht rechtzeitig erreicht wird, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Erstens: den Akku mit einer mobilen Lademöglichkeit wieder aufladen. Das kann laut ADAC aber länger dauern. Sonderlich praktisch wirkt es auch nicht, für den Fall der Fälle so etwas mitzutransportieren. Zweitens: Abschleppdienst rufen. Elektrofahrzeuge darf man nicht schieben, denn dabei erzeugt der Motor Spannung. Diese kann die Elektronik im Fahrzeug beschädigen.
Was auf jeden Fall zu tun ist: Das Fahrzeug muss möglichst am Straßenrand oder auf dem Seitenstreifen abgestellt werden und im Sinne der StVO abgesichert werden. Achten Sie dabei darauf, sich nicht in Gefahr zu begeben und tragen Sie eine Warnweste. Rufen Sie, falls das Fahrzeug eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellt, die Polizei; in jedem Fall aber den Abschleppdienst.
Der Versuch des ADAC zeigt aber deutlich: Die oft angeführte Reichweitenangst ist unbegründet. Denn dafür müssten mehrere sehr energische Warnungen komplett ignoriert werden. Außerdem wird die Technologie ständig weiterentwickelt und die Reichweite immer mehr gesteigert. In einem ADAC-Versuch lag die durchschnittliche Reichweite von Elektrofahrzeugen 2024 erstmals bei mehr als 400 Kilometern.
Nach Angaben des ADAC kommt das Liegenbleiben wegen eines leeren Akkus nur in Einzelfällen vor. „Fahrer von E-Autos gehen meist sehr bewusst mit ihrer Reichweite um“, sagt ein Sprecher des Automobilclubs.
Hier sind ein paar Tipps, was Sie tun können, um das Liegenbleiben wegen eines leeren Akkus zu vermeiden – oder was Sie tun sollten, falls es doch mal dazu kommt: