Beim VMF Future Mobility Summit 2025 diskutierten Experten auf dem Lausitzring über Batterietechnik, Ladeinfrastruktur und die Zukunft elektrischer Flotten.
Beim Future Mobility Summit 2025 diskutierten Experten aus Industrie, Forschung und Beratung über die Zukunft der betrieblichen Mobilität. Der Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) lud am 21. und 22. Oktober auf den Dekra Lausitzring – einen Ort, an dem Teststrecke, Forschung und Praxis aufeinandertreffen. Im Mittelpunkt standen neue Entwicklungen in der Batterietechnologie, der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Rolle der Elektromobilität im Fuhrparkmanagement.
Zur Eröffnung unterstrich Guido Kutschera, Vorsitzender der Dekra-Geschäftsführung, die Bedeutung des Lausitzrings als Teststandort für Fahrzeuginnovationen. Das Batterie-Testcenter vor Ort schaffe die Verbindung zwischen Forschung und Anwendung. Dr. Markus Collet (CVA) machte im Auftaktvortrag deutlich: „Es geht nicht nur um Elektromobilität, sondern um intelligente Elektromobilität.“ Software und Daten würden zum zentralen Erfolgsfaktor für Flottenmanager.
Auch Catharina von Appen (Dekra) betonte die Bedeutung präziser Tests. Bei einigen Batteriezellen stoße man an physikalische Grenzen – hier brauche es neue Ansätze und internationale Standards. Testzentren wie das in Brandenburg seien dafür essenziell.
Ein zentrales Thema war der schleppende Ausbau der Ladeinfrastruktur. Conrad Hammer von der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur forderte mehr Präsenz von Ladepunkten im öffentlichen Raum und an Lade-Hubs. „Der Vergleich mit der Tankstelle zeigt, wie groß der Nachholbedarf ist“, sagte er. Auch VMF-Geschäftsstellenleiter Dieter Brandl bestätigte: Diese Infrastruktur sei der entscheidende Erfolgsfaktor für die Elektrifizierung der Flotten.
In der anschließenden Podiumsdiskussion herrschte Einigkeit: Ohne klare politische Rahmenbedingungen wird Elektromobilität in Deutschland nicht flächendeckend gelingen. „Die Zukunft ist elektrisch. Die Frage ist nicht, ob sie kommt, sondern wann“, fasste Benedikt Middendorf (Deloitte) zusammen.
Am zweiten Tag rückte die Vernetzung von Energie und Mobilität in den Fokus. Dr. Christoph Ebert (Eon Drive) sprach über das Potenzial von Elektrofahrzeugen als Teil des Stromnetzes: „Fahrzeuge haben auch einen Wert als Stehzeug.“ Voraussetzung dafür sei eine digitalisierte Netzinfrastruktur.
Auch Imelda Labbé, Präsidentin des VDIK, machte deutlich, dass Vertrauen und klare Kommunikation entscheidend seien: Kunden reagierten sensibel auf Unsicherheit und politische Debatten. Werkstattkapazitäten und steigende Ersatzteilpreise verstärkten die Zurückhaltung zusätzlich.
China setze Maßstäbe in Geschwindigkeit und Innovationskraft, erklärte Dr. Collet. Deutsche Hersteller müssten stärker kooperieren, um Schritt zu halten. „Die Zukunft lässt sich nur in Partnerschaften bewältigen“, sagte Middendorf. Zugleich verwies er auf ein Alarmsignal: Nur etwa 40 Prozent der Deutschen seien bereit, die Automarke zu wechseln – ein Hinweis auf Unsicherheit im Markt. Leasing- und nutzungsbasierte Mobilitätsmodelle könnten hier neue Impulse setzen.
Der Future Mobility Summit 2025 zeigte, wie eng die Zukunft der Elektromobilität mit Netz, Daten und Vertrauen verknüpft ist. Eine Ausstellung flottentauglicher E-Modelle rundete das Forum ab. Klar wurde: Nur wenn Politik, Industrie und Fuhrparkverantwortliche zusammenarbeiten, kann die Transformation zur nachhaltigen betrieblichen Mobilität gelingen.