Die Studie von Geotab analysierte 17 Länder und sieht großes Potential für Elektroantriebe.
Mit der Studie „Profitable Sustainability: The Potential of European Fleet Electrification“ untersuchte Geotab das Potential von E-Antrieben in 17 Ländern. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass 60 Prozent der europäischen Pkw und Nutzfahrzeuge schon heute mit einem Elektromotor betrieben werden könnten. Die Umstellung würde laut der Studie 261 Millionen Euro auf eine Nutzungsdauer von sieben Jahren einsparen. Dafür verfolgte Geotab 46.000 Verbrennerfahrzeuge anonymisiert und analysierte deren Fahrmuster.
Durch die Verwendung realer Leistungsdaten von Elektrofahrzeugen will Geotab überzeugende Nachweise des Return on Investment (ROI) und der positiven Nachhaltigkeitsauswirkungen von Elektrofahrzeugen sichergestellt haben. Den Daten zufolge könnten Flottenmanager über einen Zeitraum von sieben Jahren mit durchschnittlichen Einsparungen von 9.508,47 Euro pro Fahrzeug rechnen, selbst wenn man die Einsparungen durch staatliche Anreize, wie Zuschüsse beim Erstkauf, nicht berücksichtige. Jedes Fahrzeug würde zudem mehr als fünf Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Über alle Fahrzeuge hinweg entspricht dies der Kohlenstoffbindung von 2,6 Millionen Baumsetzlingen über einen Zeitraum von zehn Jahren.
Die Studie kommt weiterhin zu dem Ergebnis, dass 86 Prozent der Reichweitenanforderungen von Flotten in 98 Prozent der Zeit durch ein E-Fahrzeug erfüllt werden könnten. Das viel diskutierte Reichweitenproblem weist Geotab damit größtenteils zurück. Den größten Anteil an E-Fahrzeugen mit hoher Reichweite (nicht näher definiert) hat derzeit Großbritannien, gefolgt von Spanien (86 Prozent), den Niederlanden (85 Prozent), Italien (77 Prozent), Deutschland (76 Prozent) und Frankreich (63 Prozent).
Bei der Betrachtung der Kosteneffizienz wurde das Vereinigte Königreich von Kontinentaleuropa übertroffen. Etwa 71 Prozent der E-Fahrzeuge in Italien sind sowohl reichweitenstark als auch wirtschaftlich, während Spanien (70 Prozent) und Deutschland (69 Prozent) ähnliche Werte aufweisen. Im Vereinigten Königreich sind es hingegen nur 55 Prozent. Die staatliche Förderung hält Geotab weiterhin für sinnvoll. In zehn Mitgliedsstaaten der EU sind Zuschüsse dieser Art aber aktuell nicht zu bekommen. Bei einem Stichprobenanreiz von 6.500 Euro steige die Kosteneffizienz um neun Prozentpunkte, so das Ergebnis der Geotab-Studie.
Unternehmen können das Geotab-Tool Electric Vehicle Suitability Assessment (EVSA) nutzen, das die bestehenden Fahrprofile eines Unternehmens und Geotabs Einblick in das Flottenverhalten nutzt, um wichtige Fragen für Unternehmen zu beantworten, die eine Elektrifizierung in Betracht ziehen. Durch die Analyse des Fahrverhaltens ermittelt das EVSA-Tool, welche vorhandenen Fahrzeuge für die Elektrifizierung geeignet sind, schlägt geeignete elektrische Alternativen für bestimmte Einsatzzwecke vor und quantifiziert, wie viel Unternehmen sowohl hinsichtlich Kosten als auch potenziellen Kohlenstoffemissionen einsparen können.(deg)