Im Geschäftskundenbereich punktet Kia derzeit vor allem mit E-Modellen. Doch die Marke setzt auch weiter auf Verbrenner – unter anderem auf den neuen Kia Seltos.
In Deutschland ist der Kia Seltos noch relativ unbekannt. Weltweit aber ist das Modell hinter dem Sportage das zweiterfolgreichste Modell des Herstellers. Deshalb lohnt es sich, den Wagen genauer unter die Lupe zu nehmen. Über eine Gesamtdistanz von 2.300 Kilometern mit vielen Autobahnabschnitten und reichlich Passstraßen hat das die Fuhrpark-Redaktion mit dem Kia Seltos GT-Line gemacht.
Beginnen wir mit dem Platzangebot des kompakten SUV, das mit einer Länge von 4,43 Metern elf Zentimeter kürzer ist als der Sportage. Das aber macht sich keinesfalls negativ bemerkbar. Aufgrund des Radstands von 2,69 Metern können es sich Reisende auf allen Plätzen überaus bequem machen, mit ausreichend Kopf- und Beinfreiheit. Zudem steht ein Kofferraumvolumen bis zur Fensterhöhe von 536 Litern zur Verfügung. Die im Verhältnis 60:40 umklappbaren und auch in der Neigung verstellbaren Rücksitzlehnen erlauben eine variable Vergrößerung auf bis zu maximal 1.511 Liter. Nicht zu vergessen der wirklich große Raum unterhalb des Laderaumbodens. Hier lässt sich nicht nur eine Menge Kleinkram verstauen. Außerdem sind von Kia Gepäcknetzösen verbaut.



Zurück im Passagierabteil blickt der Fahrer auf ein breites, über die Mittelkonsole hinaus reichendes Panoramadisplay mit einem 12,3-großen digitalen Kombiinstrument sowie einem gleichgroßen Infotainment-Touch-Display. Als trennendes Objekt dazwischen liegt wie auch bei Kias E-Modellen ein kleinerer Bildschirm, über den die Klimaautomatik bedient werden kann. Aber auch auf physische Bedienelemente hat Kia im Seltos nicht verzichtet. Unterhalb des Infotainment-Displays liegt eine Schalterleiste, um bei Bedarf den Homescreen, die Kartendarstellung oder den Medienempfang zu wählen. Auch eine Walze zur Lautstärkeregelung ist hier platziert. Noch ein paar Zentimeter darunter gibt es Schalter zur Temperaturveränderung.
Diverse Bedienmöglichkeiten wie unter anderem die Sprachsteuerung bietet auch das gut in der Hand liegende Multifunktionslenkrad. Bei der Senderwahl aber tut sich die Sprachsteuerung schwer. Oftmals lautet die Antwort, dass der gewünschte Sender in diesem Bereich nicht verfügbar sei. Händisch lässt er sich auswählen und ist in bester Qualität zu hören. Das zusätzliche Tippen und Suchen auf dem Touchscreen ist auf Dauer dennoch nervig.
Die Sitze im Kia Seltos bewertet die Redaktion nach der Testfahrt als langstreckentauglich – die Polsterung ist fest, die Beinauflage in der richtigen Länge. Die beiden vorderen Sitze sind elektrisch verstell- und beheizbar und der Platz am Steuer verfügt zudem über eine elektrisch einstellbare Lendenwirbelstütze. Da sich das Lenkrad sowohl in der Höhe als auch in der Länge verschieben lässt, ist eine ebenso bequeme wie ergonomische Position für Personen so gut wie jeder Größe möglich.


In dem uns zur Verfügung gestellten Seltos sorgt ein 1,6-Liter-Turbobenziner mit 132 kW (180 PS) für Vortrieb. Übertragen wird die Kraft des Aggregats über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) auf die Vorderachse. Überzeugen kann der Motor auf der gleichmäßigen Fahrt mit Laufruhe. Bei niedrigen Drehzahlen und beim Anfahren aus dem Stand indessen tut sich ein ordentliches Turboloch auf. Das ist vor allem bei Überholmanövern aus geringem Tempo gewöhnungsbedürftig. Ist das gelungen, macht das Auto Freude. Im Modus Sport, der außer Eco und Normal über eine Taste am Lenkrad anzuwählen ist, fallen die Gedenksekunden des Triebwerks zudem eine Spur kürzer aus.
Im Normalmodus, mit dem wir fast immer unterwegs waren, rollt der Seltos souverän über schlechte Straßenabschnitte. Mitfahrer spüren kaum etwas davon. Schnelle Kurvenfahrten meistert das SUV ebenfalls, wobei dann die Lenkung eine Spur straffer sein könnte und eine kleine Seitenneigung der Karosserie zu spüren ist. Doch für sportliche Manöver dieser Art ist der Kia Seltos nicht gedacht.
Der Verbrauch hält sich bei entsprechend zurückhaltendem Gasfuß auch in erfreulichen Grenzen. 7,6 Liter haben wir im Durchschnitt auf der langen Distanz erfahren. Und das, obwohl dabei auch eine knapp 100 Kilometer lange Strecke in der Nacht mit hohen Geschwindigkeiten zwischen 160 und 180 Kilometern pro Stunde mit einem Durchschnittsverbrauch laut Anzeige von genau zehn Litern zurückgelegt wurde. Das kann sich für ein ganz im aktuellen Kia-Stil eher kantig gezeichnetes Fahrzeug mit der Leistung von 180 PS absolut sehen lassen.
Front, Seitenansicht und Heck des 1,83 Meter breiten und 1,61 Meter hohen Seltos zeigen deutlich die Familienzugehörigkeit zur von den E-Fahrzeugen geprägten Designsprache Kias. Ungewöhnlich aber ist für einen Verbrenner, dass unterhalb des Frontstoßfängers eine aktive Luftklappe installiert ist. Sie trägt laut Kia zur Reduzierung des Luftwiderstands ebenso wie zu einer optimalen Temperierung des Motors bei.
Ausgestattet ist der Kia Seltos GT-Linie serienmäßig unter anderem mit LED-Scheinwerfern, Dachreling, elektrisch bedienbarer Heckklappe, 19-Zoll-Alurädern, Rückfahrkamera, Surround-View-Kamera, Navigationssystem, Head-up-Display, Bluetooth mit Spracherkennung, Apple CarPlay und Android Auto, induktiver Ladeschale für Smartphones, Harman-Kardon-Premium-Soundsystem, USB-Anschlüssen vorne (100 W) und hinten, sehr angenehmen Mesh-Komfort-Kopfstützen, Sitzbezüge aus hochwertiger Ledernachbildung, Schaltwippen am Lenkrad sowie einer Vielzahl von Assistenzsystemen.
Das alles bietet Kia für Interessenten an, die sich noch für einen Verbrenner-Antrieb entscheiden – von unserer Ansicht nach zu einem attraktiven Preis von 35.580 Euro netto.



Alle News zu Dienstwagen, Kosten und neuen Mobilitätslösungen kompakt in Ihrem Postfach.