Der Geely E5 und der Starray EM-i im ersten Fahrtest: Wie fahren sich der Stromer und der Plug-in-Hybrid und was bieten sie für Flottenkunden?
Geely bringt seine Kernmarke nach Deutschland. Zunächst startet der Hersteller mit zwei SUVs: dem vollelektrischen Geely E5 und dem Plug-in-Hybrid Starray EM-i. Im dritten Quartal sollen auch Flotten- und Geschäftskunden gezielt angesprochen werden.
In Europa ist Geely längst kein unbekannter Name mehr. Schließlich gehören Volvo, Polestar, Zeekr und Lynk & Co zum Konzern. Für Lotus werden die Antriebe gefertigt. Zudem gibt es Joint Ventures und Beteiligungen mit Smart, Mercedes-Benz und Aston Martin.
Klares Ziel des Unternehmens ist es nun, mit der Marke Geely in Europa erfolgreich zu sein. Geely Technology Europe (GTEU), die europäische Forschungs- und Entwicklungsorganisation der Geely Auto Group, bündelt dazu die Entwicklungsaktivitäten der Standorte in Raunheim bei Frankfurt, im schwedischen Göteborg sowie im britischen Coventry. Zwei Drittel der Verkäufe in Europa sollen bis 2030 durch lokale Produktion in den Hauptmärkten abgedeckt werden.
Deutschland nimmt laut Geely eine Schlüsselrolle ein. „Bis Ende 2026 wollen wir in Deutschland mindestens 50 Geely Vertriebs- und Servicestandorte etablieren – mit Fokus auf Betriebe, die Verkauf und Service aus einer Hand anbieten“, sagt Philipp Hempel, Executive Director Germany bei Geely Auto Deutschland. Die ersten zehn Händler sind bereits aktiv, Verträge mit 40 weiteren Partnern wurden unterschrieben.
Starke Handelspartner und ein kundenorientiertes Vertriebs- und Servicekonzept sollen dazu beitragen, Vertrauen bei den Kunden aufzubauen. Aus diesem Grund hat Geely sowohl bei Privat- als auch bei Flottenkunden bislang noch Zurückhaltung geübt.
„Wir machen einen Schritt nach dem anderen. Die ersten 50 Händler sind eine gute Basis“, so Hempel. Im dritten Quartal sollen über die Händler sowie eigene Teams gezielt Flotten- und Geschäftskunden angesprochen werden
Neben dem vollelektrischen Geely E5 und dem Plug-in-Hybrid Starray EM-i hat der chinesische Hersteller ab September mit dem Geely E2 noch einen weiteren, etwas kleineren Stromer im Angebot. Wir konnten sowohl den E5 als Max+ als auch den Starray EM-i auf kurzen Testfahrten kennenlernen.




Die Bedürfnisse der europäischen Kunden standen bei der Entwicklung des E5 im Lastenheft. Erste Kilometer mit dem 4,62 Meter langen, ohne Außenspiegel 1,90 Meter breiten und 1,67 Meter hohen SUV zeigen, dass vor allem auf Komfort geachtet wurde.
Der Stromer gleitet souverän dahin. In zügig gefahrenen Kurven zeigt der E5 jedoch Schwächen. Federung und Dämpfung sind vergleichsweise weich abgestimmt, zudem arbeitet die Lenkung selbst im Sport-Modus nicht präzise genug.
Im Innenraum steht auch großgewachsenen Passagieren im Fond ausreichend Platz zur Verfügung. Das Ladeabteil hinter der weit öffnenden Heckklappe bietet ein Volumen von 461 Litern. Bei vorgeklappten, im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehnen lässt sich das Ladevolumen auf bis zu 1.877 Liter erweitern.
Allerdings muss beim Be- und Entladen eine Stufe überwunden werden. Im Unterboden steht zudem ein Fach mit 108 Litern Stauraum zur Verfügung. Unter der Rücksitzbank sind weitere Schubladen eingebaut. Einen Frunk, also einen zusätzlichen Stauraum unter der Fronthaube, gibt es nicht.
Die vorderen Sitze sind gut gepolstert, elektrisch verstellbar und können beheizt sowie belüftet werden. Das 10,2 Zoll große digitale Cockpit zeigt alle wichtigen Fahr- und Fahrzeuginformationen an. Mittig auf dem mit Kunstleder bezogenen Armaturenträger ist das 15,4 Zoll große Zentraldisplay mit Touchfunktion angeordnet.
Außenspiegel und Lenkrad lassen sich über separate Schalter und Bedienelemente verstellen. Knöpfe und Schalter hinterlassen einen wertigen Eindruck – Volvo lässt grüßen.
Zur Serienausstattung gehören unter anderem:
Angetrieben wird der in den Varianten Pro, Pro+ und Max+ angebotene Geely E5 von einem 160 kW beziehungsweise 218 PS starken Elektromotor an der Vorderachse. Alle Versionen erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h.
Bei einem solchen Tempo dürfte die Reichweite von bis zu 450 Kilometern allerdings erheblich geringer ausfallen und der WLTP-Verbrauch von 15,8 beziehungsweise 16,9 kWh je 100 Kilometer beim Max+ in weite Ferne rücken. Auf unserer Testfahrt mit moderatem Tempo zeigte der Bordcomputer des Max+ einen Verbrauch von 17,8 kWh je 100 Kilometer an.
Als Stromspeicher dient eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Sie bietet einen Energiegehalt von 60,22 kWh im Pro sowie 68,39 kWh im Pro+ und Max+.
Die Schnellladeleistung liegt je nach Version bei 120 oder 135 kW, an der Wallbox sind bis zu 11 kW möglich. Für alle drei Versionen gibt Geely eine Ladezeit von 20 Minuten an, um die Batterie von 30 auf 80 Prozent zu laden. Von zehn auf 80 Prozent dürfte es entsprechend einige Minuten länger dauern.
Der Geely E5 startet bei 37.990 Euro. Der Pro+ ist 2.000 Euro teurer, der Max+ steht mit 42.990 Euro in der Preisliste.
Günstiger ist der Starray EM-i, der ebenfalls in den drei genannten Ausstattungsstufen angeboten wird. Der Einstiegspreis für den Plug-in-Hybrid liegt bei 32.990 Euro. Der Pro+ kostet 35.990 Euro, der Max+ 37.990 Euro. Alle Preise verstehen sich brutto.



Der Starray EM-i bringt mit 4,74 Metern Länge einige Zentimeter mehr auf die Straße als der E5. Bei Breite und Höhe sowie beim Radstand von 2,76 Metern fallen die Unterschiede dagegen marginal aus.
Somit gibt es auch im Starray EM-i viel Platz im Passagierabteil. Das Ladeabteil bietet mit 528 Litern und maximal 2.065 Litern noch einmal mehr Stauraum als der Stromer.
Angetrieben wird der Starray von einem 1,5-Liter-Vierzylinder-Saugmotor mit 73 kW beziehungsweise 99 PS sowie einer 160 kW beziehungsweise 218 PS starken E-Maschine.
Die wichtigsten Daten im Überblick:
E5 und Starray EM-i unterscheiden sich sowohl bei der Ausstattung und der Gestaltung des Innenraums als auch optisch nur unwesentlich. Eine Familien-DNA, die auch beim kleineren E2 zu erkennen sein wird.