Der südkoreanische Hersteller KGM, früher als SsangYong bekannt, erweitert sein Elektro-Angebot um einen Cargo Van und einen Pick-up.
Die Automarke KGM hat vor gut einem Jahr das Import- und Vertriebsgeschäft von SsangYong in Deutschland übernommen. Seither arbeitet die südkoreanische KG Group, ein Mischkonzern aus Chemie-, Stahl- und Finanzbereichen, daran, sowohl das Produkt- und Antriebsangebot als auch das Händlernetz auszubauen. Derzeit gibt es bereits 140 Verkaufs- und Service-Standorte. Ende des Jahres sollen es mindestens 180 sein.
Damit sei eine flächendeckende Betreuung der Kunden gewährleistet, betont KGM-Verkaufschef Michael Martensen. „Unser wachsendes KGM-Team und -Händlernetz kann sowohl Privat- als auch Großkunden im Alltag kompetent und zuverlässig unterstützen. Das Flottengeschäft spielt eine zunehmend wichtige Rolle, weshalb wir dieses sukzessive ausbauen. Unsere wachsende Produktpalette ist dabei ein sehr hilfreicher Faktor.“ Mit dem neuen Torres EVX Cargo Van habe KGM beispielsweise seit kurzem ein geräumiges Lieferfahrzeug im klassischen SUV-Gewand im Angebot. Mit viel Platz sei der Wagen ideal für Kurierdienste und Handwerksbetriebe.
„Derzeit arbeiten wir an attraktiven Konditionen für kleine und größere Flotten – unabhängig davon, ob ein kompaktes City-Crossover, ein zugkräftiges SUV oder ein Pick-up wie den Musso benötigt wird. Mit dem Musso EV und dem Torres EVX, klassisch und als Cargo Van, offerieren wir zudem drei vollelektrische Modelle, die dabei helfen, den Fuhrpark zu dekarbonisieren. Durch diese Kombination soll der Flottenanteil perspektivisch auf etwa ein Viertel unseres Gesamtabsatzes steigen“, betont Martensen.
Als SUV bietet KGM den Elektro-Torres bereits seit dem Start des Unternehmens in Deutschland an. Beim leichten Nutzfahrzeug (LCV) Torres EVX Cargo Van verzichtet KGM auf die Rückbank hinter den beiden vorderen Sitzplätzen. Stattdessen gibt es einen 1,80 Meter langen und 1,30 Meter breiten Stauraum. Das Zwei-Personen-Passagierabteil gleicht in diesem Bereich dem SUV, ist jedoch durch eine Trennwand hinter den beiden Vordersitzen abgesichert. So wird verhindert, dass Transportgut beispielsweise bei einem Unfall eindringen und zu Verletzungen führen kann. Innenliegende Stangen schützen zudem die hinteren Seitenfenster und die Heckscheibe. Die Ladeklappe öffnet elektrisch – und das automatisch, sobald eine Person drei Sekunden lang mit dem Schlüssel hinter dem Torres Cargo Van steht.
Da das leichte Nutzfahrzeug wie das SUV mit vier Türen ausgestattet ist, ist das Ladeabteil auch von beiden Seiten bequem zu erreichen. Das maximale Ladevolumen beträgt zwei Kubikmeter. Maximal 485 Kilogramm können zugeladen werden. Das erste ausgebaute Fahrzeug wurde mit der Firma Aluca umgesetzt. Feste Umbaupartner gibt es nicht.


Vor dem Fahrerplatz erstrecken sich Cockpit und Armaturenbrett wie im Torres EVX. Die 12,3 Zoll große digitale Instrumentenanzeige hinter dem Lenkrad liegt direkt neben dem gleichgroßen Touchscreen. Über den lassen sich Navigation, Infotainment und Smartphone steuern. Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig im Preis von 38.990 Euro enthalten. Aufpreispflichtig sind Metallic-Lackierung (700 Euro), Wärmepumpe (1.300 Euro) und das Technikpaket mit 360-Grad-Kamera und kabelloser Lademöglichkeit fürs Smartphone (1.000 Euro).
Die Technik der Cargo-Version wurde komplett vom Torres EVX übernommen. So leistet die E-Maschine 152 kW/207 PS und treibt die Vorderräder an. Der Strom wird in einer 80,6 kWh großen Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie gespeichert. Geladen werden kann mit maximal 120 kW an einer DC-Ladesäule. Dann dauert es laut KGM 36 Minuten, um den Akkustand von 10 auf 80 Prozent zu bringen. An der Wallbox kann mit 11 kW geladen werden. Die Energie soll WLTP-Reichweiten von 498 Kilometern, innerorts sogar bis zu mehr als 650 Kilometern ermöglichen.
Als Fronttriebler ist der in der Basisausstattung 41.990 Euro teure Musso EVX Pick-up mit dem Torres Cargo Van technisch identisch. Allerdings wird der Musso auch mit Allradantrieb und einem Aufpreis von 4.000 Euro angeboten. In dem Fall ist an der Hinterachse zusätzlich eine 152 kW (207 PS) starke E-Maschine verbaut. In beiden Antriebsvarianten ist eine Batterie mit einer Kapazität von 80,6 kWh verbaut. Die Reichweiten sind mit 419 beziehungsweise 546 Kilometern schon bei der Version mit Frontantrieb etwas geringer als beim Torres-Stromer. Werden beide Achsen angetrieben, liegen die WLTP-Reichweiten bei lediglich noch 379 und 466 Kilometern.


Hinter der viertürigen Doppelkabine des Musso erstreckt sich eine 1,52 Meter lange, 1,35 Meter breite und 51 Zentimeter hohe Pritsche. Damit überragt der 5,16 Meter lange und (ohne Außenspiegel) 1,92 Meter breite Musso den Torres um 44 beziehungsweise drei Zentimeter. Zwar liegt der Unterschied zwischen dem Leer- und dem maximal zulässigen Gesamtgewicht je nach Antrieb bei 800 beziehungsweise 900 Kilogramm. Doch die Nutzlast auf der Pritsche ist auf 500 Kilogramm begrenzt.


1,8 Tonnen können beim Fronttriebler, 2,3 Tonnen bei der Allradvariante an den Haken genommen werden. Um das Ladegut auf der Pritsche wetterfest zu transportieren, können sowohl ein Hardtop als auch eine feste Plane geordert werden.
Der Musso Pick-up überrascht mit seinem Fahrkomfort und einer durchaus erstaunlichen Dynamik in den Kurven. Während die Vollhybride eher etwas schwammig in den Kurven wirken, macht sich beim Musso EVX die tief liegende Batterie und der damit weit nach unten gewanderte Schwerpunkt des Fahrzeugs positiv bemerkbar. Der Pick-up bleibt selbst bei flotter Kurvenfahrt exakt in der Spur.
Für alle elektrisch angetriebenen Modelle gibt es von KGM eine Herstellergarantie von sieben Jahren oder bis zu 150.000 Kilometern, auf die Fahrbatterie sogar zehn Jahre oder eine Million Kilometer. Hinzu kommen sechs Jahre Garantie gegen Durchrostung.
Weitere Gemeinsamkeiten sind die bequemen Sitze. Allerdings dauert es in jedem Modell eine gewisse Zeit, um eine möglichst passende Position am Steuer zu finden. Möglichst passend, denn so richtig ideal und ergonomisch zufriedenstellend will es einfach nicht werden.
Mit den elektrifizierten Vollhybriden und den E-Modellen hat KGM sein Angebot jetzt auf eine noch breitere Basis gestellt. Tivoli, Korando, Rexton Musso, Actyon und Torres zählen weiterhin zum Portfolio.
Nach dem Torres stattet KGM jetzt auch den Actyon mit einem Vollhybrid-Antrieb aus. Zum Einsatz kommt bei beiden Fahrzeugen die identische Kombination aus einem 110 kW/150 PS starken 1,5-Liter-Turbobenziner und einem Elektromotor, der 130 kW/177 PS leistet. Da beide Modelle um die 1,7 Tonnen wiegen, liegt der Verbrauch nach der WLTP-Norm für Torres und für Actyon bei 6,1 Litern.
Verbrauch, Emissionen und Reichweiten nach WLTP, Preise inkl. MwSt.