In den USA bereits seit drei Jahren unterwegs, steht der Stapellauf von Mitsubishis Dickschiff Outlander PHEV Anfang 2025 jetzt auch hierzulande an.
Volle Kraft voraus, Flaute überwunden. Er gehörte zu den unbestrittenen Vorreitern im SUV-Segment, die mit einem Stecker ausgestattet waren. Unter der Haube des bereits in seiner ersten Auflage recht stattlichen Teilzeitstromers werkelte ein alltagstauglicher Hybrid-Antrieb der ersten Stunde mit immerhin ordentlichen 52 Kilometern elektrischer Reichweite. Damals galt der Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid (PHEV) nicht nur als Pionier, obendrein sogar noch mit einem 4x4-Drive ausgestattet, sondern erstrecht als großer Hoffnungsträger, als wichtiger Meilenstein der Mobilitätswende. Rund 12 Jahre und eine politisch vermurkste E-Auto-Förderung später, sieht die Zukunft von Stecker-SUVs auf den ersten Blick gar nicht mehr so rosig aus. Statt abgefeierte Helden mit fortschrittlicher Brückentechnologie gerieten Teilzeitstromer zuletzt arg unter Zeitgeistbeschuss. Es herrschte allerorten regelrechtes PHEV-Bashing. Doch, oh Wunder, mit dem abrupten Ende der sogenannten Innovationsprämie, keimte bereits kurze Zeit später – zuerst noch ganz zaghaft, dann sehr ordentlich – die Nachfrage nach dieser vermeintlich überflüssigen Antriebstechnik.
Zumindest in Anbetracht der aktuellen Zulassungszahlen kann man inzwischen vorsichtig von einer kleinen PHEV-Renaissance sprechen. Von den im Monat September insgesamt 208.848 frisch zugelassenen Pkw verfügen 75.433 Neuwagen über einen hybriden Antrieb. Ihr Anteil: 36,1 Prozent (+3,1 Prozent). Und darunter finden sich immerhin 14.936 Plug-in-Hybride mit einem Anteil von 7,2 Prozent wieder. Abkehr und Abgesang klingen irgendwie anders.
Und genau zu diesem strategisch nicht ungeschickten Zeitpunkt bringt Mitsubishi die vierte Generation seines Outlander PHEV an den Start. Anfang 2025 sollen die ersten Exemplare hierzulande ausgeliefert werden. Von den Vertriebsstrategen des japanischen Herstellers vollmundig als „die Rückkehr des Marken-Flaggschiffs nach Europa“ angekündigt – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Seine Dynamik und das Design, eigens auf den europäischen Geschmack zugeschnitten, seien besonders hervorstechende Merkmale der ambitionierten Neuauflage, lassen die Mitsubishi-Oberen wissen. Gerade auch Gewerbetreibende wolle man damit ansprechen, schließlich sei der Outlander PHEV ein wirklich belastbares Allroundtalent. Gleichwohl werde der Mix Business-/Privatmarkt im Verhältnis 20 zu 80 Prozent prognostiziert.
Einer der Hauptgründe dafür dürfte mit Sicherheit die gar nicht so berauschende, wenig alltagstaugliche Ladelösung sein, die Mitsubishi zum Start anbietet. An einem AC-Ladepunkt oder einer herkömmlichen Wallbox benötigt es laut Hersteller mit der einphasigen, nur 3,7 kW starken Ladevorrichtung, etwa 6,5 Stunden, um den Akku voll zu bekommen. Wer jetzt auf die Schnellladefunktion verweist, muss sich noch mehr wundern: Mitsubishi liefert dafür einen zwar in Japan äußerst gängigen CHAdeMo-Stecker mit, doch damit kommt man hierzulande nicht weit. Die Krux: Diese Ladetechnik ist in Deutschland alles andere als verbreitet, eher nur rudimentär vertreten. Dies wollten die Mitsubishi-Verantwortlichen jedoch schleunigst nachbessern, hieß es bei der internationalen Fahrzeugpräsentation in Madrid. Da war dann wohl doch ein wenig zu viel „I-Fu-Do-Do“ im Spiel, wie die Japaner ihr Produktionskonzept nennen und was so viel wie authentisch und majestätisch bedeutet.
Ansonsten gibt es jedoch tatsächlich wenig zu meckern. Das gilt insbesondere auch für den optimierten Antriebsstrang, der mit Leistung und Reichweite punkten kann. Der 2,4-Liter-Benziner kommt in Verbindung mit den beiden Elektromotoren auf eine Systemleistung von satten 306 PS, die für eine Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in nur 7,9 Sekunden sorgt. Neben allerhand Technikfeatures legten die Mitsubishi-Entwickler auch großen Wert auf eine gehobene und stimmige Ausstattung, viel Komfort sowie eine ausgeprägte Fahrdynamik und ein äußerst behagliches Geräuschniveau. Des Weiteren ist die absolut wettbewerbsfähige rein elektrische Reichweite von bis zu 86 Kilometern nach WLTP hervorzuheben. Damit surrt der Outlander PHEV ziemlich weit vorne mit. Es handelt sich zudem um eine Akku-Kapazität, die für die meisten täglichen Fahrten vollkommen ausreicht.
Darüber hinaus sollen vier hochwertige Ausstattungslinien, die bereits zur Markteinführung bereitstehen, deutlich machen, dass das neue Marken-Flaggschiff an Sicherheit sowie Qualität in puncto Materialien und Verarbeitung hohe Ansprüche legt. Modernste Fahr-Assistenzsysteme, etliche Digitalisierungsmerkmale und Multimedia-Optionen sollen dies zusätzlich unterstreichen. Die Preisliste beginnt bei 42.008 Euro (zzgl. Ust.).


