Die emotionale Form des Funky Cat hilft der chinesischen Elektro-Marke Ora bei der Kundenansprache, so O!-Automobile-Chef Jens Schulz.
Mit Ora startet die nächste chinesische Marke in Deutschland. Der Importeur O! Automobile ist Teil der Emil Frey Import Services, unter deren Dach auch das Deutschland-Geschäft von Mitsubishi und Subaru erfolgt. Wie Ora, vollelektrische Marke des Great-Wall-Konzerns, Vertrieb und Service organisiert, welche Rolle Flotten- und Gewerbekunden spielen und welche Neuheiten kurzfristig geplant sind, erklärt O!-Automobile-Geschäftsführer Jens Schulz im Gespräch mit bfp FUHRPARK & MANAGEMENT.
Jens Schulz: Großes Interesse und viel Neugier, so lässt sich die Resonanz auf Ora am besten beschreiben. Die Marke Ora selbst ist natürlich noch relativ unbekannt, aber mit unserem ersten Modell Funky Cat finden wir leicht Zugang zu verschiedenen Zielgruppen, und mit dem Start der deutschlandweiten Kommunikationskampagne im April erwarten wir uns einen weiteren zusätzlichen Push. Das Design des Funky Cat löst fast immer positive Emotionen aus und ist damit ein wichtiger Türöffner für uns. Aber auch die technischen Funktionen kommen sehr gut an, zum Beispiel die Sprachsteuerung oder auch die Fahreigenschaften.
Schulz: Ora ist eine junge Lifestyle-Marke und daran orientieren sich auch unsere Zielgruppen. Wer Lust auf Neues hat, auf neue digitale Funktionen wie die Sprachsteuerung, und gleichzeitig ein zuverlässiges und in Sachen Sicherheit klassenbestes Fahrzeug sucht, ist bei Ora genau richtig – unabhängig von Alter, Geschlecht oder anderen demographischen Faktoren. Genau dafür steht der Name Ora auch – Open, Reliable, Alternative.
Schulz: Eine ganz wichtige Rolle. Nicht nur, aber auch speziell in unserer Startphase. Weil die staatliche Förderung für gewerbliche Kunden Ende August ausläuft, stehen viele Fuhrparkverantwortliche in diesem Segment aktuell vor einem Beschaffungsproblem. Das ist ein Grund, weshalb wir heute eine große gewerbliche Nachfrage nach dem Funky Cat sehen.
Schulz: Sehr schnell, oder anders ausgedrückt: sofort. Für Great Wall Motors, den Konzern hinter der Marke Ora, besitzt der Markteintritt in Europa und in Deutschland höchste strategische Relevanz. Weil sich das direkt in den Produktionsquoten auswirkt, profitieren wir jetzt von einer entsprechend hohen Fahrzeugverfügbarkeit.
Schulz: Nein, wir sprechen alle Fuhrpark- und Unternehmensgrößen an. Vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Großfuhrpark.
Schulz: Richtig ist, dass das Key-Account-Management von Frey Import Services auch Ansprechpartner für gewerbliche Ora-Kunden ist. Richtig ist auch, dass dieses Key-Account-Management jedem Kunden ein individuelles und maßgeschneidertes Angebot aus der gesamten Bandbreite unseres Portfolios vorlegen können, das bei Bedarf alle drei von der Emil-Frey-Gruppe in Deutschland importierten Marken berücksichtigt – neben Ora also auch Mitsubishi und Subaru. Ich möchte dabei aber auch betonen, dass diese drei Marken bei aller Kooperation ein sehr klares Profil vertreten und selbstverständlich eigenständig am Markt auftreten.
Schulz: Das ist teilweise richtig. Denn im gesamten Ora-Händlernetz mit aktuell etwa 150 Händlern vertreten zehn Betriebe unseres eigenen Emil-Frey-Retailnetzes ebenfalls die Marke Ora. Dort finden gewerbliche Kunden in Verkauf und Service eine speziell auf sie zugeschnittene Infrastruktur vor. Zum Beispiel mit einem eigenen Key-Account-Management vor Ort. Auf der anderen Seite sind viele kleine Familienunternehmen Teil des Ora-Vertriebs- und Servicenetzes, vor allem im ländlichen Raum. Dort ist eine separate Groß- und Gewerbekundenstruktur natürlich nicht darstellbar. Dafür punkten diese Unternehmen mit der Stärke des persönlichen Kontakts. Die klassischen Familienunternehmer sind im lokalen Umfeld hochgradig vernetzt, auch und gerade mit gewerblichen Kunden. Gepaart mit ihrer außerordentlich hohen Servicebereitschaft ist das die perfekte Voraussetzung, gewerbliche Kunden anzusprechen und zu betreuen.
Schulz: Ihre Beobachtung teilen Sie mit vielen anderen Menschen. Unsere und die Aufgabe unserer Händler ist es deshalb, den Menschen direkt am Fahrzeug zu vermitteln, dass der Funky Cat eben nicht nur sympathisch gezeichnet ist, sondern die kompletten Vorzüge eines vollelektrischen Kompaktautos bietet.
Schulz: Auch auf Modellebene fokussieren wir uns nicht auf zu enge Zielgruppen. Wir sehen deshalb verschiedenste Einsatzmöglichkeiten für den Funky Cat. Angefangen bei Pflegediensten, die derzeit neben dem Umweltbonus von weiteren Förderungen für Elektrofahrzeuge profitieren, bis hin zu Freiberuflern oder letztlich auch User Choosern in größeren Unternehmen.
Schulz: Ja, Santander bleibt auch künftig unser einziger Partner für Captive-Leasingangebote. Aber selbstverständlich ist die Marke Ora auch bei anderen Leasinggesellschaften gelistet.
Schulz: Es gibt Unternehmen unter dem Dach der Frey Import Services, die bereits seit Jahren Erfahrungen mit Services rund um die Elektromobilität haben. Davon profitieren wir jetzt auch mit Blick auf die Marke Ora und können über die Händler von Beginn an Wallboxen, Ladekarten oder auch Installationsservices anbieten. Dazu kommen Beratungsleistungen, vor allem für Kunden, die bislang noch keine oder nur wenig Erfahrung mit der E-Mobilität sammeln konnten.
Schulz: Unser Ladekarten-Partner für die Marken der Frey Import Services ist der Energieversorger Maingau. Über Roaming-Abkommen bietet dessen Ladekarte auch deutschlandweit Zugang zu Ladepunkten. Für Ora arbeiten wir aber derzeit darüber hinaus an einer weiteren Ladekarten-Lösung.
Schulz: Wir beobachten das Potenzial von Autoabos mit großer Aufmerksamkeit. Aktuell sehen wir darin aber noch kein nachhaltig profitables Geschäftsmodell. Weshalb wir kurzfristig kein eigenes Autoabo anbieten werden. Zusammen mit einem Kooperationspartner wäre ein Autoabo mittelfristig aber denkbar. Auch das steht derzeit aber nicht weit oben auf unserer Prioritätenliste.
Schulz: Richtig, voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres werden wir eine Limousine mit Coupé-Silhouette auf den Markt bringen. Als The Next Ora Cat war sie bereits in Paris zu sehen und wird wie alle Ora-Modelle in Europa vollelektrisch sein. Rechnen Sie im ersten Halbjahr 2024 außerdem mit einem Kompakt-SUV von Ora.
Schulz: Lassen Sie uns über ein Quartett sprechen. 2024 werden wir nicht nur das Kompakt-SUV einführen, sondern ein weiteres, viertes Modell. Details dazu kann ich heute aber leider nicht verraten.
Schulz: Sicherlich erzielt der Funky Cat mit 67 kW Schnellladeleistung im Wettbewerbsvergleich keinen Spitzenwert. Great Wall Motors wird diesen Wert aber in nicht allzu ferner Zeit nach oben anzupassen. Lassen Sie mich dazu aber bitte einen Punkt ergänzen: Für die meisten Funky-Cat-Kunden wird die Schnellladeleistung praktisch kaum Relevanz besitzen. Weil sie nicht oder nur ganz selten auf der Langstrecke unterwegs sind und deshalb meistens zu Hause an der Wallbox, beim Einkaufen oder im Büro laden.
Schulz: Great Wall Motors hat sich in Deutschland für ein Direktvertriebs-Modell entschieden. Wir als Emil-Frey-Gruppe unterstützen das im Rahmen eines Agentur-Modells auf Retail-Ebene. Spekulationen darüber hinaus kann und möchte ich an dieser Stelle nicht kommentieren.
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