Vom Arbeitstier zum Stromer: Mit E-Antrieb und Reichweite treten Pick-ups den Wandel vom klassischen Arbeitsfahrzeug zum smarten Nutzmobil an.
Pick-ups stehen in den USA sinnbildlich für robuste Arbeit, große Motoren und konservative Technik. Doch die Gattung wandelt sich – getrieben von Elektrifizierung, neuen Nutzungsszenarien und jungen Herstellern. Fünf Beispiele zeigen, wie der Wandel vom Spritfresser zum Smart Utility Vehicle gelingen soll.
Mit nur 3,86 Metern Länge denkt das Start-up Telo das Pick-up-Konzept radikal neu. Der RT-1 nutzt den Raum effizient, verzichtet auf eine klassische Motorhaube und verwandelt dank klappbarer Rückbank den Innenraum in zusätzliche Ladefläche.
Eine 106-kWh-Batterie soll bis zu 560 Kilometer Reichweite bieten, die Leistung von 500 PS ermöglicht Fahrleistungen auf Sportwagenniveau. Noch ist das Projekt im Prototypenstadium – ab 2027 sollen jährlich rund 5.000 Fahrzeuge gebaut werden.
Der Rivian R1T gilt als Pionier unter den vollelektrischen Pick-ups. Das Modell verbindet Outdoor-Tauglichkeit mit modernem Design und hochwertigen Details wie einer integrierten Outdoor-Küche. Mit bis zu 840 PS, von null auf 100 km/h in 3,3 Sekunden und Akkupaketen bis 180 kWh erreicht der R1T über 600 Kilometer Reichweite. Damit etabliert Rivian das Segment des elektrischen Premium-Abenteuerfahrzeugs – eine Mischung aus Nutzfahrzeug und Lifestyle-Mobil.
Volkswagen wagt mit der neu gegründeten Marke Scout den Einstieg in den US-Pick-up-Markt. Das Modell Terra soll ab 2027 als robuster E-Pick-up mit Leiterrahmen, Allradantrieb und 800-Volt-Architektur auf den Markt kommen.
Die geplante Reichweite liegt bei über 550 Kilometern, die Ladeleistung bei bis zu 350 kW. Optional ist ein Range Extender vorgesehen, der den Aktionsradius auf rund 800 Kilometer erhöht. Damit zielt VW auf Kunden, die Arbeits- und Freizeitfahrzeug in einem suchen – mit elektrischem Fokus, aber hoher Alltagstauglichkeit.
Kaum ein Fahrzeug steht so für den US-Markt wie der Ford F-150. In der Variante Lightning bringt Ford den Bestseller in die elektrische Ära – ohne sein traditionelles Design aufzugeben. Mit bis zu 580 PS und Batteriegrößen von 98 bis 130 kWh bietet der Lightning rund 500 Kilometer Reichweite. Trotz unveränderter Nutzlast und Geländetauglichkeit blieb der große Erfolg bislang aus – der Preis wurde mehrfach gesenkt, die Produktion vorübergehend gedrosselt.
Das Start-up Slate will die Idee des E-Pick-ups erschwinglich machen. Der Zweisitzer soll unter 30.000 Dollar kosten und mit 53 kWh Batterie rund 240 Kilometer weit kommen. Leistung: 200 PS, Nutzlast auf Groß-Pick-up-Niveau – aber ohne überflüssige Ausstattung. Fensterheber, Lackierung und Infotainment sind optional. Investor Jeff Bezos unterstützt das Projekt, das den Markt für günstige E-Nutzfahrzeuge aufmischen könnte. (SP-X/vdf)