Nachhaltigkeit beim Reifenkauf? Vielen ist das neu. Moderne Reifen bieten nicht nur Sicherheit, sondern senken Kosten und CO₂-Emissionen – ein Plus für Fuhrparkmanager.
Ein Autoreifen ist mehr als nur rund, schwarz und gerillt. Er ist die einzige direkte Verbindung zwischen Fahrzeug und Straße. Doch trotz seiner zentralen Rolle bleibt er für viele Autofahrer eine Nebensache – es sei denn, ein Wintereinbruch zwingt zum Handeln oder die Profiltiefe sinkt unter die gesetzliche Grenze von 1,6 Millimetern. Besonders bei Fuhrparkmanagern, die große Fahrzeugflotten betreuen, steckt hier enormes Potenzial, Kosten zu sparen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit zu fördern.
Maria Röttger, Nordeuropa-Chefin von Michelin, erklärt: „Heutige Premium-Reifen behalten ihre volle Leistungsfähigkeit bis zur Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern.“ Viele Flottenmanager könnten daher ihre Reifen deutlich länger nutzen, als es derzeit üblich ist. Laut Schätzungen wechseln viele ihre Reifen schon frühzeitig, was in Europa zu 128 Millionen überflüssigen Altreifen pro Jahr führt. Dabei könnten Fuhrparkleiter durch eine optimierte Reifenstrategie Kosten senken und die Umwelt schonen.
Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist beim Reifenkauf oft noch unterrepräsentiert. Gerade einmal fünf Prozent der Verbraucher berücksichtigen laut einer aktuellen Michelin-Studie die Umweltverträglichkeit. Dabei haben große Hersteller wie Michelin, Goodyear und Pirelli bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Moderne Reifen werden zunehmend aus recycelten PET-Flaschen, Orangenschalen und Sonnenblumen-Öl gefertigt. Der geringere Abrieb verringert den Mikroplastikausstoß, was nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die Lebensdauer der Reifen erhöht – ein direkter Vorteil für Fuhrparkmanager.
Röttger verweist zudem auf die langfristigen Vorteile für Flottenbetreiber: „Mit den richtigen Reifen können Fuhrparkmanager den Kraftstoffverbrauch senken und gleichzeitig die Wartungskosten reduzieren.“ Elektronische Systeme zur Überwachung des Reifendrucks helfen zusätzlich, die optimale Leistung zu gewährleisten und unnötigen Verschleiß zu vermeiden. So lassen sich Leerlaufzeiten minimieren und die Effizienz der gesamten Flotte steigern.
Michelin setzt zudem auf nachhaltige Fertigung in seinen Werken. Bis 2030 soll der Anteil an biologischen und recycelten Materialien auf 40 Prozent steigen. Die Umstellung auf elektrische Vulkanisationspressen senkt den Energieverbrauch um bis zu 90 Prozent. Bis 2050 will Michelin vollständig klimaneutral produzieren – ein Ziel, das auch den wachsenden Anforderungen an umweltfreundliche Unternehmensstrategien entgegenkommt.
Für Fuhrparkmanager bedeutet das: Die Wahl der richtigen Reifen ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch eine strategische Entscheidung. Mit modernen, nachhaltigen Reifen lässt sich die Effizienz der Flotte steigern, die Betriebskosten senken und gleichzeitig ein Beitrag zum Umweltschutz leisten. (ja)