Mit dem neuen Hinterachsantrieb erhalten die kommenden ID-Modelle von VW ein vollständig neu entwickeltes Antriebsaggregat. Los geht es Ende des Jahres mit einer 286 PS starken Variante.
Der Modulare Elektro-Baukasten (MEB) bildet auch künftig die Basis für die Elektrofahrzeuge des Volkswagen-Konzerns. Entsprechend bleiben die Anforderungen an das neue Antriebsaggregat in Sachen Bauraum unverändert. Dennoch sollte der neue Antrieb mehr Leistung bieten, effizienter arbeiten und weniger Rohstoffe benötigen. Während Leistungssteigerung und Effizienz in gewissen Punkten miteinander einhergehen, so steht eine Rohstoff- und Kosteneinsparung meist konträr zu solchen Zielen.
Die Leistung des neuen Aggregats beträgt 286 PS bei einem maximalen Drehmoment von rund 550 Nm – je nach Getriebeübersetzung des Fahrzeugs. Insbesondere das deutlich gestiegene Drehmoment sorgt für eine souveräne Kraftentfaltung – ab dem Stillstand sowie bei höheren Geschwindigkeiten. Das hohe Drehmoment des Elektroantriebs erreicht der APP550 genannte Antrieb durch einen weiterentwickelten Stator mit hoher effektiver Windungszahl und größerem Drahtquerschnitt. Der Rotor als Gegenstück ist mit einem stärkeren und höher belastbaren Permanentmagneten ausgerüstet. Für die dadurch entstehenden Momente wurde der Antrieb verstärkt konstruiert.
Um die Effizienz des Elektroantriebs zu steigern, optimierte Volkswagen gleich mehrere Komponenten im Aggregat, unter anderem beim Thermomanagement. So besitzt der neue Antrieb eine energiesparende Kühlung, die ohne elektrisch angetriebene Ölpumpe arbeitet.
Karsten Bennewitz, Leiter Antriebs- und Energiesysteme in der Technischen Entwicklung: „Der Bauraum hat sich nicht verändert. Es galt also, einen neuen Antrieb zu entwickeln, der trotz gleicher Rahmenbedingungen maßgebliche Verbesserungen in Performance und Effizienz schafft. Eine große Herausforderung für das Team der Technischen Entwicklung und der Group Components. Das Ergebnis zeigt, dass wir neben einer erheblich gestiegenen Fahrzeugeffizienz auch den Einsatz von Rohstoffen reduzieren konnten.“ (SB)