Dienstrad-Leasing boomt: Im Gespräch erklären Tommy Zimmerer und Marcus Deiters von linexo, wie KMU durch nachhaltige Mobilität und Steuervergünstigungen profitieren.
Mitarbeiterbindung und Nachwuchswerbung durch umweltfreundliche Mobilität: Im bfp-Interview erklären Tommy Zimmerer und Marcus Deiters von linexo, warum das Dienstrad-Leasing für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Win-Win-Situation ist und wie besonders kleine und mittelständische Unternehmen von dieser innovativen Lösung profitieren können.
Tommy Zimmerer: Gerne! Dienstrad-Leasing ist im Grunde ein Konzept, das dem Firmenwagen-Leasing ähnelt. Arbeitgeber ermöglichen ihren Mitarbeitenden, hochwertige Fahrräder, häufig E-Bikes, über einen Leasingvertrag zu beziehen. Die monatlichen Raten werden über eine Gehaltsumwandlung abgerechnet. Das Besondere: Fahrräder sind steuerlich begünstigt, mit einem geldwerten Vorteil von nur 0,25 Prozent. Für die Unternehmen bedeutet das, dass sie ihren Mitarbeitenden ein attraktives Benefit bieten können – das stärkt die Mitarbeiterbindung und hilft gleichzeitig, neue Talente zu gewinnen.
Marcus Deiters: Genau, und der Vorteil für Mitarbeitende liegt klar auf der Hand: Ein Dienstrad ist über Leasing oft günstiger als ein Barkauf, gerade bei hochpreisigen Modellen wie E-Bikes. Außerdem ist in den Leasingverträgen immer eine Versicherung enthalten, die den Arbeitnehmer zusätzlich absichert.
Deiters: Mittelständische Unternehmen stehen oft vor der Herausforderung, im Wettbewerb um Fachkräfte attraktiv zu bleiben. Ein Dienstrad-Leasing-Angebot kann dabei helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben. Außerdem ist das Modell extrem flexibel und risikoarm. Dank eingebauter Schutzmechanismen wie der Absicherung bei Kündigung oder Elternzeit müssen Unternehmen keine langfristigen Verpflichtungen fürchten.
Zimmerer: Richtig. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Akzeptanz bei Mitarbeitenden. Fahrräder – besonders E-Bikes – erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Mittlerweile haben rund zwei Millionen Menschen in Deutschland ein Dienstrad. Das zeigt, wie stark das Modell in der Gesellschaft angekommen ist.
Zimmerer: Nehmen wir ein Beispiel: Ein Unternehmen least für einen Mitarbeiter ein Fahrrad über 36 Monate. Nach zwölf Monaten kündigt der Mitarbeiter. Beim Firmenwagen-Leasing müsste das Unternehmen weiterhin die Leasingraten zahlen. Beim Dienstrad-Leasing hingegen springt eine spezielle Versicherung ein. Wir als Anbieter übernehmen dann die weiteren Raten oder kümmern uns um die Vermarktung des Fahrrads. Das reduziert das Risiko für den Arbeitgeber erheblich.
Deiters: Und das gilt nicht nur bei Kündigung. Auch temporäre Ausfälle wie Elternzeit oder längere Krankheitszeiten sind abgedeckt. In diesen Fällen trägt die Versicherung die Leasingraten für die Dauer des Ausfalls.
Deiters: Das ist ein berechtigter Punkt, aber in der Praxis kaum spürbar. Die Prozesse sind mittlerweile digitalisiert und effizient gestaltet. Zudem unterstützen wir Unternehmen aktiv bei der Einführung des Modells. Über unser Fachhandelspartnernetzwerk können wir auch kleinen und mittelständischen Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen bieten.
Zimmerer: Der Hauptunterschied liegt in der Flexibilität und Reichweite. Ein Firmenwagen steht meist nur Führungskräften oder bestimmten Mitarbeitenden zur Verfügung. Ein Dienstrad hingegen kann fast jedem Mitarbeitenden angeboten werden. Dazu kommt die steuerliche Begünstigung: Während beim Firmenwagen ein geldwerter Vorteil von 1 Prozent gilt, sind es beim Dienstrad nur 0,25 Prozent. Das macht das Modell besonders attraktiv.
Zimmerer: Unser Netzwerk umfasst rund 1.800 Fachhandelspartner. Diese agieren als lokale Ansprechpartner und können potenzielle Arbeitgeber direkt ansprechen. Sie bieten den Unternehmen Unterstützung bei der Implementierung des Dienstrad-Leasings und profitieren gleichzeitig von einer Provision. Dieses Modell hat sich besonders in der Ansprache von kleinen und mittelständischen Unternehmen bewährt.
Deiters: Wir befinden uns in einer extrem dynamischen Wachstumsphase. Zwischen 2019 und 2023 lag die jährliche Wachstumsrate bei über 15 Prozent. Das Dienstrad-Leasing etabliert sich zunehmend als Standard-Benefit in Unternehmen. Besonders bei größeren Unternehmen ist das Modell bereits weit verbreitet, aber auch bei kleineren Firmen sehen wir enormes Potenzial.
Zimmerer: Die größte Herausforderung liegt darin, das Modell noch breiter bekannt zu machen. Viele Unternehmen wissen noch gar nicht, wie einfach und vorteilhaft Dienstrad-Leasing ist. Hier setzen wir an – mit Aufklärung, gezieltem Marketing und der Unterstützung durch unsere Fachhandelspartner.
Deiters: Definitiv. Das Dienstrad ist ein wichtiger Baustein in der sogenannten Mikromobilität. Gerade in urbanen Regionen gewinnen nachhaltige und flexible Verkehrsmittel an Bedeutung. Hinzu kommt, dass Unternehmen zunehmend auf umweltfreundliche Alternativen setzen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
Zimmerer: Fahrräder sind nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. Sie fördern die Gesundheit der Mitarbeitenden, reduzieren Stress und sparen Kosten. All das trägt dazu bei, dass das Dienstrad-Leasing eine langfristige Zukunft hat.
Deiters: Unser Fokus liegt klar auf den kleinen und mittelständischen Unternehmen. Über unser Partnernetzwerk können wir diese Zielgruppe gezielt ansprechen und maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Dazu kommt, dass wir eine sehr enge Kooperation mit unseren Fachhandelspartnern pflegen und keine Einkaufsmargen verlangen. Das macht unser Modell für alle Beteiligten besonders attraktiv.
Zimmerer: Wir kombinieren das Beste aus zwei Welten: die Vorteile eines großen Netzwerks und die Flexibilität eines spezialisierten Anbieters. Damit sind wir bestens aufgestellt, um den Markt weiter zu prägen und das Dienstrad-Leasing noch populärer zu machen.