Das Beratungsunternehmen Sybit stellt seine Flotte auf E-Mobilität um – und flankiert sie mit einem Mobilitätsbudget. Fuhrparkmanager Tobias Walther erklärt, warum er dafür einen Dienstleister nutzt und wie gering der laufende Aufwand ist.
Tobias Walther: Wir sind ein SAP-CRM-Beratungsunternehmen, entsprechend hoch ist der Mobilitätsbedarf. Lange Zeit war der Firmenwagen neben dem Jobrad-Angebot unser zentraler Benefit. Aber seit Corona sind die Kosten explodiert – bei vergleichbaren Fahrzeugen und identischen Leasing-Faktoren reden wir heute von 50 bis 60 Prozent Preissteigerung. Das betrifft sowohl die Leasing-Raten als auch die zu versteuernden Listenpreise. Gleichzeitig wurde für uns immer sichtbarer, dass Mobilität nicht mehr nur ein Kosten-, sondern auch ein Gerechtigkeits- und Nachhaltigkeitsthema ist.
Walther: Ja, an erster Stelle. Aber eben auch: Gerechtigkeit. Die Ungleichheit zwischen Mitarbeitenden mit und ohne Firmenwagen wurde immer größer. Während die einen ein stark subventioniertes Fahrzeug fahren, müssen andere – etwa Azubis – ihr Ticket komplett selbst bezahlen. Gleichzeitig steigen auch für private Mobilität die Preise. Das ist schwer vermittelbar. Uns war klar: Wir brauchen eine zusätzliche, faire Lösung, die auch Mitarbeitende ohne Firmenwagen unterstützt. Wir wollten dabei von Anfang an eine Lösung, die bundesweit einheitlich funktioniert – unabhängig von Verkehrsverbünden, Sondertickets oder lokalen Regelungen.
Walther: Genau. Wir wollten den ÖPNV unterstützen, aber ohne bürokratische Monster. Klassische Jobtickets sind kompliziert, weil wir deutschlandweit aktiv sind und es unzählige Verkehrsverbünde und Sondertickets gibt. Wir brauchten eine bundesweit einheitliche Lösung. Über eine Schwesterfirma im NTT-Data-Verbund, die bereits sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, sind wir auf Mobiko gestoßen.
Walther: Kosten, Einfachheit und vor allem Support. Viele unterschätzen, wie entscheidend der Support ist – gerade mit Blick auf Lohnsteuer, Belegprüfung, Archivierung, Betriebsprüfungen.
Walther: Tatsächlich nicht. Unser Ansatz war: machen, lernen, nachjustieren. Wir sind bewusst nicht mit einer fertigen Richtlinie gestartet, sondern mit einem klar abgegrenzten Pilotprojekt. Wir haben mit einem monatlichen Budget von 30 Euro begonnen – zunächst nur für den ÖPNV. Das wurde extrem gut angenommen.
Walther: Die Zusammenarbeit mit Mobiko war von Anfang an extrem vertrauensvoll. Die Integration in unsere Lohnabrechnung – wir arbeiten mit DATEV – lief reibungslos. Innerhalb von zwei Wochen waren über 100 Mitarbeitende im System. Das hat uns ehrlich gesagt selbst überrascht. Rückblickend hätten wir gerne früher gewusst, wie niedrig der tatsächliche Verwaltungsaufwand ist.
Walther: Richtig. Seit April 2025 nehmen wir keine neuen Verbrenner mehr in die Flotte auf – nur noch vollelektrische Fahrzeuge. Das hat unseren Arbeitsalltag massiv verändert, weil E-Mobilität viel Erklärung braucht: Reichweite, Laden unterwegs, Laden im Ausland, Heimladen, Wallbox, Elektriker. Wir wollten unbedingt vermeiden, Mitarbeitende beim Umstieg auszuschließen – zum Beispiel, weil sie zu Hause keine Ladeinfrastruktur haben.
Walther: Ja. Über Mobiko können wir privaten Ladestrom abrechnen. Das war für uns ein entscheidender Punkt. Ohne so eine Lösung hätten wir die vollständige Umstellung auf E-Mobilität nicht machen können, da uns bis dato die Möglichkeit fehlte, privaten Ladestrom, unabhängig vom Wallboxhersteller, abzurechnen.
Walther: Es gibt natürlich immer Features, die man sich wünschen würde – zum Beispiel, wenn man Mobilität noch stärker mit anderen Benefits bündeln könnte. Aber: Ich würde niemals zu einem anderen Anbieter wechseln, nur weil ein Wettbewerber ein einzelnes Feature mehr anbietet. Für uns ist entscheidend, dass die Kernprozesse – Steuer, Abrechnung, Support, Prüfungsfähigkeit – stabil funktionieren. Das tun sie.
Walther: Sehr positiv. Wir erhalten praktisch keine Kritik. Die Web-App ist einfach, logisch, selbsterklärend. Updates werden transparent kommuniziert. Im Schnitt wird das Budget zu rund 63 Prozent ausgeschöpft. Beim komplett übernommenen Deutschlandticket (55,10 Euro) liegen wir bei etwa 72 Prozent Auslastung. Viele überschätzen, wie hoch Mobilitätskosten wirklich sind. Aus unserer Sicht ist das ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Walther: Unser Mobilitätsbudget liegt bei rund 73.000 Euro pro Jahr inklusive Lohnnebenkosten. Unser Fuhrpark bewegt sich bei rund 1,4 Millionen Euro. Das zeigt ganz gut, wie klein dieser Budgetblock im Vergleich ist – und wie groß gleichzeitig der wahrgenommene Nutzen bei den Mitarbeitenden.
Walther: Für mich ist der Verwaltungsaufwand minimal: Einen neuen Nutzer anzulegen, dauert etwa eine Minute. Monatlich habe ich vielleicht zwei Stunden Gesamtaufwand. Der größte Aufwand liegt heute nicht mehr beim Fahrzeug, sondern in der individuellen Begleitung der Mitarbeitenden beim Umstieg.
Walther: Definitiv. Sybit strebt CO₂-Neutralität bis 2030 an, inklusive Scope-3-Emissionen. Und Scope 3 ist brutal, denn Arbeitswege und private Mobilität sind ein riesiger Emissionsblock. Über Mobiko bekommen wir erstmals reale, belastbare Daten, mit denen wir ab 2027 sauber reporten und gezielt steuern können. Ohne solche Dienstleisterdaten bleibt Nachhaltigkeits-Reporting reine Schätzung.
Walther: Traut euch! Wir waren am Anfang auch vorsichtig. Heute wissen wir: Hätten wir gewusst, wie einfach das alles ist, hätten wir viel früher angefangen. Mobilitätsbudgets sind kein Kostentreiber – sie sind ein strategisches Instrument für Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Mitarbeiterbindung.