Das schwache China-Geschäft belastet die Verkaufszahlen der großen deutschen Autohersteller im ersten Quartal.
Die deutschen Autokonzerne sind mit rückläufigen Auslieferungen in das neue Jahr gestartet. Besonders das schwache Geschäft in China drückte bei allen großen Herstellern die Bilanz. In Europa und Deutschland stellt sich die Marktlage besser dar.
BMW lieferte im ersten Quartal weltweit 565.748 Fahrzeuge aus, 3,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In China sanken die Auslieferungen um 10 Prozent auf 144.000 Fahrzeuge, in den USA um 4,3 Prozent auf gut 90.000 Fahrzeuge. In Deutschland legte der Absatz dagegen um 10,7 Prozent auf 68.000 Fahrzeuge zu, Europa kam insgesamt auf ein Plus von 3 Prozent.
Die Kernmarke BMW lag mit 496.050 Fahrzeugen 4,6 Prozent unter Vorjahr, Mini verzeichnete ein Plus von 5,9 Prozent. Der Absatz von Elektroautos sank um 20 Prozent auf 87.500 Fahrzeuge. Vertriebsvorstand Jochen Goller sprach von „deutlich mehr als 50.000 Auftragseingängen seit Bestellstart in Europa“.
Der VW-Konzern setzte im ersten Quartal 2,05 Millionen Fahrzeuge ab, 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In China gingen die Auslieferungen bei einer Stückzahl von 548.700 um fast 15 Prozent, in Nordamerika um mehr als 13 Prozent auf 205.500 Stück zurück. In Westeuropa stieg die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge dagegen um 4,2 Prozent auf 850.000 ausgelieferte Fahrzeuge. Allein in Deutschland lag der Zuwachs bei 4,8 Prozent.
Schwächer als der Gesamtkonzern entwickelte sich aufgrund des hohen China-Anteils die Kernmarke Volkswagen. Die Auslieferungen gingen um 7,6 Prozent auf 1,05 Millionen Fahrzeuge zurück. Audi verzeichnete weltweit ein Minus von 6,1 Prozent auf 360.000 Fahrzeuge. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Porsche aus: Die Auslieferungen sanken um 14,7 Prozent auf knapp 61.000 Sport- und Geländewagen.
Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert betonte aber: „Die Volkswagen Group hat ihren globalen Marktanteil dennoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weitgehend stabil gehalten.“
Auch bei Mercedes belastete das China-Geschäft die Entwicklung deutlich. Der Pkw-Absatz der Marke ging dort um 27 Prozent auf 111.600 Fahrzeuge zurück. Weltweit sank der Pkw-Absatz ohne Vans um 6 Prozent auf 419.400 Fahrzeuge. Ohne den Rückgang in China hätte der Absatz dagegen um 5 Prozent zugelegt, hieß es. Ursächlich für diese Entwicklung seien die deutlich steigenden Verkaufszahlen in Europa und den USA.
In den USA konnte Mercedes den Absatz um 20 Prozent auf 81.100 Fahrzeuge steigern. In Europa lag das Plus mit 158.400 Fahrzeugen bei 7 Prozent. In Deutschland stieg der Absatz mit 49.300 Fahrzeugen sogar um 9 Prozent. Diese Zuwächse reichten jedoch nicht aus, um die Rückgänge in China auszugleichen.
Aufgrund unterschiedlicher Berechnungsgrundlagen sind die Zahlen nur eingeschränkt vergleichbar, lassen jedoch eine Entwicklung erkennen. (dpa)