Trotz sinkender Neuzulassungen wächst der Markt für E-Transporter kräftig. Welche Hersteller und Modelle profitieren von dieser Entwicklung?
Der Absatz leichter Nutzfahrzeuge in Deutschland bleibt hinter dem Vorjahr zurück. Nach aktuellen Zahlen von Dataforce wurden von Januar bis August 2026 rund 332.500 Nutzfahrzeuge bis sieben Tonnen sowie Pkw-Utilities neu zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während insbesondere kleinere und mittlere Fuhrparks bei Neuanschaffungen zurückhaltend sind, verzeichnen große Flotten mit mindestens 100 Fahrzeugen Zuwächse. VW, Mercedes und Ford dominieren den Flottenmarkt
Im Flottengeschäft dominieren weiterhin Volkswagen Nutzfahrzeuge, Mercedes und Ford. Zusammen entfallen auf die drei Hersteller rund 70 Prozent der Transporter-Neuzulassungen bei Flottenkunden. Ihre Entwicklung fällt jedoch unterschiedlich aus:
Auch die dahinter platzierten Stellantis-Marken Opel, Peugeot, Citroën und Fiat Professional verzeichneten Rückgänge. Mit Kia zeichnet sich zudem ein neuer Wettbewerber ab. Der koreanische Hersteller erreichte mit seiner bislang einzigen vollelektrischen Transporterbaureihe bereits Rang elf im Herstellerranking.
Bei den einzelnen Modellen behauptet der Mercedes Sprinter seine Spitzenposition. Von Januar bis August 2026 lag er bei den Neuzulassungen knapp vor dem VW Transporter. Der Vorsprung betrug lediglich etwas mehr als 100 Fahrzeuge.
Auf Platz drei folgt der Ford Transit Custom. Dahinter reihen sich unter anderem der Mercedes Vito und der VW Caddy ein. Insgesamt wird die Rangliste der zehn meistzugelassenen Transporter nahezu vollständig von Mercedes, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Ford bestimmt. Einzige Ausnahme ist der MAN TGE auf Platz neun.
Auch im Fahrzeugbestand der Flotten gewinnen Elektro-Transporter an Bedeutung. Laut Dataforce ist der Anteil der Fuhrparks mit mindestens einem Elektro-Transporter von 2,2 Prozent im Jahr 2021 auf 9,9 Prozent im ersten Halbjahr 2026 gestiegen.
Bei der Entscheidung zwischen Elektro- und Verbrenner-Transportern spielen vor allem die geplanten Routen und Einsatzradien eine Rolle. In einer Dataforce-Studie aus dem Jahr 2025 nannten 74 Prozent der Befragten dieses Kriterium. Weitere 21 Prozent entscheiden je nach Einsatz individuell. Die benötigte Ladekapazität und Nutzlast sowie die Fahrerpräferenz wurden von jeweils 16 Prozent genannt.
Während die gesamten Transporter-Neuzulassungen zurückgehen, entwickelt sich der Markt für elektrische Antriebe deutlich dynamischer. Laut Dataforce stiegen die Neuzulassungen vollelektrischer Transporter von Januar bis August um 43,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch bei den Marktanteilen zeigt sich eine Verschiebung:
Damit verfügen weiterhin rund drei Viertel aller neu zugelassenen Transporter über einen Dieselmotor.
Unter den vollelektrischen Modellen belegt der VW ID. Buzz mit 3.908 Neuzulassungen den ersten Platz. Dahinter folgen der Ford E-Transit Custom mit 2.860 und der Mercedes eSprinter mit 2.797 Fahrzeugen. Besonders deutlich verbesserte sich der VW e-Transporter. Das Modell rückte im Vergleich zum Vorjahr von Rang 16 auf den vierten Platz vor und erreichte 2.630 Neuzulassungen. Auf Rang fünf folgt der Ford E-Transit mit 1.479 Fahrzeugen.
Auch der neue Kia PV5 schaffte es auf Anhieb in die Spitzengruppe. Mit 1.085 Neuzulassungen belegt er den sechsten Rang, knapp vor dem Mercedes eCitan mit 1.072 Fahrzeugen. Komplettiert werden die Top Ten durch den Mercedes eVito, den Ford E-Transit Courier und den Toyota Proace City Electric. (iz)
Quelle: Dataforce, Auswertung Januar bis August 2026