Nach einer Pilotphase mit mehr als 2.800 Fahrzeugen bringt Ford Pro eine Lösung auf den Markt, die Wartungsbedarf frühzeitig erkennen lässt.
Welcher Betrieb kennt das nicht? Der Termin für die Wartung des Fahrzeugs stand zwar im Kalender, doch in der tagtäglichen Hektik wurde die Anmeldung beim Händler vergessen. Noch schlimmer: Der Transporter hat plötzlich ein technisches Problem, doch die Werkstatt ist bereits überlastet.
Probleme dieser Art will Ford Pro mit dem Software-Tool Dealer Uptime Services weitestgehend aus dem Weg räumen. Nach Angaben von Ford zeigt die neu entwickelte Software nach Einwilligung der Kunden Daten der vernetzten Fahrzeuge an. „So erhalten die Ford-Händler einen Überblick über den technischen Zustand der Flotte. Sie sehen aktive Fahrzeugwarnmeldungen, aber auch regulär anstehende Wartungen. Sie kennen beispielsweise den aktuellen Ölzustand jedes Flottenfahrzeugs oder wissen, wann für welches Modell ein Software-Update verfügbar ist.“
Vor etwa einem Jahr wurde das Pilot-Projekt mit 16 Ford-Händlern in Deutschland und Österreich gestartet. Dabei konnten Erfahrungen mit mehr als 2.800 Fahrzeugen von 250 Gewerbekunden gesammelt werden. Das Ergebnis stimmt alle Beteiligten positiv: „Bisher waren wir darauf angewiesen, dass sich die Kunden bei uns melden und ihren Servicebedarf schildern. Das kam oft zu spät, also wenn das Fahrzeug schon nicht mehr fahrtauglich war, und führte zu unnötigen Ausfallzeiten. Diese verlängerten sich noch, wenn wir kurzfristig keine Werkstatttermine anbieten konnten“, beschreibt ein Händler die Situation vor dem Pilotprojekt. „Statt reagieren zu müssen, können wir nun agieren, noch ehe ein Problem entsteht.“ Die Daten der vernetzten Fahrzeuge würden mehrmals täglich geprüft.
Wenn notwendig, meldet sich der Händler beim Kunden, um auf das Problem hinzuweisen und den Service abzusprechen. Werkstatttermine könnten so besser geplant und bei Bedarf benötigte Ersatzteile bestellt werden, bevor das Fahrzeug in die Werkstatt komme. Nach dem Ablauf des Pilotprojekts mit dem Software-Tool Dealer Uptime Services habe sich gezeigt, dass der damit verbundene proaktive Ansatz die Ausfallzeiten der Fahrzeuge um bis zu 50 Prozent reduziere.
Ford erklärt: „ Das Wartungsmanagement wird optimiert, die Ausfallzeiten werden minimiert und die Einsatzzeiten der Flottenfahrzeuge damit maximiert. Dazu kommt noch der Vorteil für die Kunden, dass sie sich nicht selbst um die Zustandsdaten ihrer Flotte kümmern müssen. Das übernimmt ihr lokaler Ford-Händler.“
Ganz neu ist der Ansatz der Datenübertragung zu den Ford-Händlern zwar nicht. Bereits seit 2019 produziert Ford Pro Nutzfahrzeuge mit integrierten Modems. Doch bisher haben vor allem größere Unternehmen mit eigenen Flottenmanagern die Daten-Services von Ford Pro genutzt. Inzwischen nutzen in Europa mehr als 1,2 Millionen Kunden Daten dieser vernetzten Ford-Pro-Fahrzeuge. Allein in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind laut Ford etwa 260.000 Nutzfahrzeuge mit freigeschalteten Modems unterwegs und senden alle fünf Sekunden ein Daten-Update. Die durchweg positiven Reaktionen waren nach den Worten von Wilhelm Buchmüller, Ford Pro Direktor für die drei genannten Länder, ausschlaggebend dafür, mit Dealer Uptime Services ein Software-Tool speziell für kleinere und mittlere Betriebe zu entwickeln.
Die zentrale Rolle, die lokale Händler beim Maximieren von Einsatzzeiten gewerblich eingesetzter Fahrzeuge spielen, zeigen die Ford Pro Service Vans. 93 dieser Werkstätten auf vier Rädern sind mit Service-Technikern im Einsatz, um Probleme direkt vor Ort zu beheben. Laut Ford lassen sich etwa 80 Prozent aller geplanten Arbeiten, also Wartung, Ersatzteilwechsel oder Software-Updates, so ohne Werkstattaufenthalt erledigen. Bis Ende des Jahres sollen 100 mobile Service-Vans der Händler unterwegs sein und etwa 50.000 Einsätze absolviert haben. Das sind dann fast doppelt so viele wie 2025. Ford Pro ist eigenen Angaben zufolge der einzige Hersteller, der seit 2022 deutschlandweit diesen mobilen Service anbietet.


