Bidirektionales Laden könnte künftig Milliarden einsparen und die Stromkosten für E-Auto-Nutzer stark senken. Eine Studie zeigt großes Potenzial für Europa.
Elektroautos könnten in Zukunft mehr als nur ein Fortbewegungsmittel sein – sie könnten zum wichtigen Baustein für das europäische Energiesystem werden. Laut einer neuen Studie der Umweltorganisation „Transport & Environment“ könnten E-Autos als flexible Stromspeicher jährlich bis zu 22 Milliarden Euro an Kosten einsparen. Die Technologie des bidirektionalen Ladens, bei der E-Autos überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf ins Netz zurückspeisen, bietet enorme wirtschaftliche und ökologische Vorteile.
Zwischen 2030 und 2040 könnte das europäische Energiesystem so um mehr als 100 Milliarden Euro entlastet werden, da weniger stationäre Stromspeicher und zusätzliche Erzeugungskapazitäten notwendig wären. Auch für Deutschland sind die Potenziale laut Studie beeindruckend: Jährlich könnten bis zu 8,4 Milliarden Euro eingespart werden.
Die Technik birgt auch für private E-Auto-Besitzer finanzielle Vorteile. Sie könnten beispielsweise günstigen Überschuss-Strom aus Wind- und Sonnenenergie in ihrem Fahrzeug speichern und bei höherem Bedarf ins Netz zurückspeisen – und dabei Geld verdienen. Die Studie rechnet vor, dass eine jährliche Stromkostenersparnis von bis zu 45 Prozent möglich ist, was rund 727 Euro pro Jahr entspricht. Die genaue Einsparung hängt dabei von Faktoren wie der Batteriegröße des Autos, dem Standort und eventuell vorhandenen Solaranlagen ab.
Um die Vision bidirektionalen Ladens Realität werden zu lassen, sind allerdings noch einige Schritte nötig. Noch fehlen günstige Ladesysteme für Privathaushalte und entsprechende gesetzliche Regelungen. Doch erste Fahrzeuge mit dieser Technologie sind bereits auf dem Markt. Es bleibt spannend, wie schnell sich bidirektionales Laden als Standard etablieren wird – und welche Vorteile dies für Fahrer und die Gesellschaft letztlich bringt. (sp-x/ja)