Der urbane Lieferverkehr steht vor einem Wandel. Renault-Tochter Flexis präsentiert eine innovative E-Fahrzeugflotte, die mit Vernetzung und KI den Markt revolutionieren soll.
Der Markt für urbanen Lieferverkehr boomt. Bis 2030 wird in Europa ein Marktvolumen von 60 Milliarden Euro erwartet, mit einer steigenden Nachfrage nach schneller Warenzustellung. Besonders der Online-Lebensmittelhandel treibt diesen Trend an. Eine zunehmende Anzahl von Lieferfahrzeugen führt jedoch zu Verkehrsproblemen und höheren Emissionen. Flexis, eine Renault-Tochter, setzt genau hier an und präsentiert eine vollelektrische Lieferwagen-Flotte mit smarter Vernetzung.



Flexis wurde 2024 gegründet und wird von Renault, Volvo Trucks und dem Logistikriesen CMA CGM finanziert. Mit einem Budget von einer Milliarde Euro will das Unternehmen den Lieferverkehr neu definieren. Die Produktion startet 2026 im Renault-Werk Sandouville, erste Abnehmer wie Colis Privé, Hived und DB Schenker haben bereits Interesse bekundet.
Herzstück der neuen Flotte ist eine modulare Skateboard-Plattform. Hier sind Batterie, Antrieb und Elektronik integriert. Der Hinterradantrieb und die kompakte Bauweise bieten hohe Wendigkeit, ideal für enge Innenstädte. Bis zu eine Tonne Zuladung ist möglich, und die niedrige Ladehöhe von 51 Zentimetern erleichtert den Arbeitsalltag der Fahrer. Zudem sinkt der Energieverbrauch, da 80 Prozent der Komponenten aus europäischer Produktion stammen.
Flexis bringt drei Varianten auf den Markt:
Alle Modelle bieten Akkugrößen mit bis zu 600 Kilometern Reichweite und eine 800-Volt-Technologie, die schnelles Laden ermöglicht. In 20 Minuten kann der Akku von 10 auf 80 Prozent geladen werden.
Flexis setzt stark auf Digitalisierung. KI-gestützte Software optimiert Routen, prognostiziert Wartungen und minimiert Ausfallzeiten. Fahrer profitieren von personalisierten Tourenempfehlungen und intelligenter Ladeplanung. Auch das Be- und Entladen wird durch smarte Gepäckraumgestaltung erleichtert.
Die vernetzten Fahrzeuge sollen 20 Prozent effizienter als konventionelle Transporter sein. Zudem spart das System pro Fahrzeug monatlich bis zu 400 Euro an Energiekosten.
Preise wurden noch nicht genannt, jedoch plant Flexis ein Pay-per-Use-Modell, bei dem nur für genutzte Fahrzeuge gezahlt wird. Damit wird die letzte Meile nicht nur nachhaltiger, sondern auch wirtschaftlicher gestaltet. (sp-x/ja)