Mit 87-kWh-Batterie, 150 kW DC-Ladeleistung und bis zu 635 km WLTP-Reichweite will der Eclipse Cross im Flotteneinsatz durch Komfort und Effizienz überzeugen.
Fast ein Jahrzehnt ist vergangen, seit Mitsubishi zuletzt ein reines Elektroauto auf die Räder stellte. Den i-MiEV gab es in Deutschland zuletzt Mitte 2016, danach herrschte elektrische Funkstille. Nun melden sich die Japaner mit dem Eclipse Cross Electric zurück – ein Kompakt-SUV, das sich die Gene mit dem Renault Scénic E-Tech teilt, optisch aber klar eigene Akzente setzt.
Bei der ersten Ausfahrt auf Mallorca zeigte sich das Elektro-SUV unter idealen Bedingungen: trockene Straßen, frühlingshafte Temperaturen, kurvige Bergstrecken. Für einen vollständigen Test war die Zeit zu kurz, doch für ein erstes Fazit reicht es allemal: Mitsubishi liefert ein solides, komfortables Elektroauto, das sich vor allem als Langstreckenbegleiter versteht – unaufgeregt, ausgewogen und alltagstauglich.
Technisch basiert der Eclipse Cross auf der AmpR-Medium-Plattform der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Sie arbeitet mit einer 400-Volt-Architektur und bildet auch die Grundlage des Renault Scénic. Beide Fahrzeuge sind mit 4,49 Metern nahezu gleich lang, unterscheiden sich jedoch in der Formensprache deutlich.
Mitsubishi hat sich sichtbar Mühe gegeben, dem Modell ein eigenständiges Gesicht zu verleihen. Die weiterentwickelte „Dynamic Shield 2.0“-Designsprache prägt die Front mit markanten LED-Tagfahrlichtern und einer dreidimensionalen Wabenstruktur. Eine in J-Form gezogene Seitenlinie sorgt für Dynamik, das Heck trägt das markentypische Hexagon-Motiv. Nur die Hauptscheinwerfer stammen unverändert vom Renault.
Im Innenraum ist die Verwandtschaft dagegen unübersehbar. Vom digitalen Doppeldisplay bis zur Google-Integration entspricht der Aufbau weitgehend dem des Scénic – was keineswegs ein Nachteil ist. Das System arbeitet flüssig, bietet moderne Funktionen und eine intuitive Bedienung.



Zum Marktstart im Dezember 2025 bietet Mitsubishi eine Antriebsvariante an. Der 87-Kilowattstunden-Akku (netto) versorgt einen 160 Kilowatt (218 PS) starken Elektromotor an der Vorderachse. Das maximale Drehmoment von 300 Newtonmetern liegt permanent an, was für gleichmäßige und kräftige Beschleunigung sorgt.
Eine Allradversion gibt es bislang nicht – der Eclipse Cross bleibt frontgetrieben. Dafür punktet er mit hoher Reichweite: bis zu 635 Kilometer nach WLTP, laut Hersteller. Der kombinierte Stromverbrauch liegt offiziell zwischen 16,7 und 17,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Bei unserer ersten Ausfahrt pendelte sich der Wert auf etwa 15 bis 16 Kilowattstunden ein. Das lässt hoffen, dass die Werksangabe auch unter Alltagsbedingungen erreichbar bleibt. Ein Test auf deutschen Autobahnen und bei winterlichen Temperaturen steht allerdings noch aus.
Beim Laden zeigt sich der Eclipse Cross solide, wenn auch ohne Überraschungen. Die Schnellladeleistung von bis zu 150 Kilowatt über CCS liegt im Mittelfeld der Kompaktklasse. Von fünfzehn auf achtzig Prozent füllt sich der Akku in 37 Minuten – ideal für den Zwischenstopp auf der Langstrecke.
An der heimischen Wallbox oder am Firmenstandort lädt der Mitsubishi serienmäßig mit 11 Kilowatt Wechselstrom. Eine Vollladung dauert dann rund neun Stunden. Wer häufig über Nacht oder während des Arbeitstags lädt, profitiert von der optionalen 22-Kilowatt-Ladefunktion (Aufpreis 1.176,47 Euro zzgl. USt.). Sie halbiert die Ladezeit auf etwa fünf Stunden und lohnt sich besonders für Unternehmen mit eigener Ladeinfrastruktur.
Positiv fällt die serienmäßige Wärmepumpe mit Vorklimatisierungsfunktion auf. Sie hält die Reichweite im Winter stabil und verbessert den Komfort. Damit zeigt sich der Eclipse Cross auch im Ladealltag praxistauglich.
Auf den kurvigen Gebirgsstraßen Mallorcas offenbart der Eclipse Cross, wo seine Stärken liegen: Komfort vor Sportlichkeit. Das Fahrwerk bügelt Unebenheiten souverän weg – selbst mit den 20-Zoll-Rädern der Top-Ausstattung. Die Lenkung reagiert präzise, und das Fahrverhalten bleibt berechenbar.
Wer sportliche Ambitionen sucht, wird hier allerdings nicht fündig. Der Mitsubishi versteht sich als ruhiger, sicherer Gleiter und nicht als Kurvenjäger. Dafür überzeugt er mit entspanntem Langstreckencharakter und gut abgestimmter Rekuperation. Über Schaltwippen lässt sich die Energierückgewinnung in vier Stufen regulieren – vom sanften Segeln bis zum One-Pedal-Drive, das Verzögerungen bis zum Stillstand ermöglicht.
Mit 218 PS beschleunigt der Stromer in 7,9 Sekunden von null auf einhundert Kilometer pro Stunde. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 170 Kilometern pro Stunde elektronisch begrenzt. Für den Alltag und den Dienstwagenbetrieb reicht das völlig aus.
Auch im Innenraum zeigt sich der Eclipse Cross großzügig. Der Radstand von 2,78 Metern sorgt für viel Beinfreiheit im Fond, und die Sitze bieten guten Seitenhalt. Das Gepäckabteil fasst 487 Liter und lässt sich bei umgeklappten Rücksitzen auf 1.670 Liter erweitern.
Allerdings entsteht beim Umklappen eine deutliche Stufe – ein doppelter Ladeboden wie beim Renault Scénic fehlt. Für sperriges Ladegut ist das unpraktisch. Die Anhängelast von 1.100 Kilogramm gebremst liegt im Mittelfeld. Sie reicht für kleinere Anhänger oder Fahrradträger mit E-Bikes, nicht jedoch für schwerere Lasten.
Zum Marktstart bietet Mitsubishi den Eclipse Cross in mehreren Ausstattungslinien an. Die Variante Diamant Plus kostet 40.327,73 Euro zzgl. USt. und umfasst bereits die große Batterie, Sitz- und Lenkradheizung, Google Maps mit EV-Services sowie den 11-Kilowatt-AC-Lader. Die Basisversion Diamant mit kleinerem Akku folgt Mitte 2026 und verzichtet auf Heizfunktionen – bei einem Elektroauto ein fragwürdiger Kompromiss.
Mehr Komfort bietet der Diamant Top für 44.361,34 Euro zzgl. USt. mit 20-Zoll-Rädern, adaptiven LED-Scheinwerfern, elektrochromatisch dimmbarem Panorama-Glasdach, 360-Grad-Kameras, Park- und Ausparkassistent sowie MI-Pilot. Das optionale Luxury-Paket (Aufpreis 2.857,14 Euro zzgl. USt.) ergänzt elektrisch einstellbare Sitze mit Massagefunktion, Memory-Funktion für Fahrer und Beifahrer, Gesichtserkennung und ein Harman-Kardon-Soundsystem mit neun Lautsprechern.
In Vollausstattung liegt der Preis bei 47.218,49 Euro zzgl. USt. – für ein reichweitenstarkes Elektro-SUV mit hohem Komfortlevel durchaus marktgerecht.



Ein klarer Pluspunkt für Flottenbetreiber ist die umfangreiche Herstellergarantie. Mitsubishi gewährt fünf Jahre oder 100.000 Kilometer auf das Fahrzeug. Bei regelmäßiger Wartung in der Vertragswerkstatt lässt sich diese auf acht Jahre oder 160.000 Kilometer verlängern. Für die Batterie gilt die erweiterte Garantie automatisch.
Das schafft Planungssicherheit für Unternehmen und senkt das Risiko bei längeren Leasinglaufzeiten – ein Argument, das im Fuhrparkalltag Gewicht hat.
Der Mitsubishi Eclipse Cross hinterlässt einen sehr ausgewogenen Eindruck. Das Fahrwerk überzeugt mit Komfort, die Reichweite ist langstreckentauglich, und die Garantiebedingungen sind im Segment vorbildlich.
Mitsubishi bringt damit kein spektakuläres, aber ein erwachsenes und verlässliches Elektro-SUV auf die Straße – ideal für pragmatische Dienstwagennutzer und Fuhrparkmanager, die Berechenbarkeit schätzen.
Ob das in einem hart umkämpften Segment reicht, bleibt abzuwarten. Die angepeilten 4.000 Einheiten für 2026 sind ambitioniert. Entscheidend wird sein, ob Designunterschiede und Garantieversprechen ausreichen, um sich vom technisch identischen Renault Scénic abzugrenzen.
Ein geplanter längerer Test wird zeigen, wie sich der Eclipse Cross im Alltag auf deutschen Straßen, im Stadtverkehr und an der Ladesäule schlägt. Der erste Eindruck: solide, komfortabel, verlässlich – und klar auf Wirtschaftlichkeit getrimmt.