Zwei Jahre nach Marktstart erhält der Polestar 3 eine umfangreiche technische Überarbeitung. Im Mittelpunkt stehen 800‑Volt‑Technik, kürzere Ladezeiten und höhere Leistungen.
Zwei Jahre nach dem Marktstart hat Polestar sein elektrisches SUV Polestar 3 technisch umfassend überarbeitet. Äußerlich bleibt das Modell unverändert, die Neuerungen betreffen vor allem Antrieb, Elektronik und Ladearchitektur.
Kern der Überarbeitung ist der Wechsel von einer 400‑Volt‑ auf eine 800‑Volt‑Architektur. Dadurch steigen die Ladeleistungen von bislang bis zu 250 kW auf maximal 350 kW. Unter optimalen Bedingungen lässt sich der 106‑kWh‑Akku in 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden.
Für die Umstellung sind umfangreiche Anpassungen notwendig gewesen, unter anderem an Akku-Komponenten, Leistungselektronik, Verkabelung und Thermomanagement. Diese Veränderungen bleiben für Nutzer weitgehend unsichtbar, wirken sich jedoch direkt auf die Ladezeiten und Effizienz aus.
Auch Bestandskunden profitieren teilweise: Ein angekündigtes Update beim Händler soll die maximale Ladeleistung bestehender Fahrzeuge von 250 auf 320 kW erhöhen.
Mit der neuen Technik steigt auch die Leistung der Antriebe deutlich. Das heckgetriebene Basismodell „Rear“ kommt künftig auf 245 kW (333 PS) statt bisher 220 kW (299 PS). Der Preis beginnt hier bei 78.900 Euro.
Die Allradversion „Dual“ leistet nun 400 kW (544 PS) gegenüber zuvor 360 kW (489 PS) und startet mit Preisen ab 87.900 Euro.
Die stärkste „Performance“-Variante erreicht 500 kW (680 PS) statt bislang 380 kW (517 PS) und beschleunigt in 3,9 Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Der Preis dieser Version steigt auf 106.900 Euro und liegt damit rund 10.000 Euro über dem Niveau zum Marktstart vor zwei Jahren.
Eine Besonderheit zeigt sich beim Basismodell: Hier sinkt die Batteriekapazität von 106 auf 92 kWh, wodurch sich auch die Reichweite um rund 100 auf 603 Kilometer reduziert. Die mittlere Variante erreicht mit 647 Kilometern nun die größte Reichweite innerhalb der Baureihe
Die Fahreigenschaften variieren je nach Version. In der getesteten „Performance“-Variante zeigt sich das Fahrzeug trotz hoher Leistung eher als souveräner Gleiter denn als ausgeprägter Sportler. Das serienmäßige Luftfahrwerk gleicht Unebenheiten aus, wird jedoch nicht durchgehend als komfortorientiert wahrgenommen. Unter hoher Last wirkt das Fahrverhalten teilweise nervös, die Lenkung reagiert sehr direkt.
Unverändert bleibt die Karosserie: Der Innenraum bietet viel Platz auch im Fond und gilt als gut verarbeitet. Das Kofferraumvolumen beträgt 484 Liter und fällt gemessen an der Fahrzeuggröße eher klein aus, ergänzt durch einen zusätzlichen Stauraum im Frontbereich.
Die schnelle Modellüberarbeitung könnte Folgen für Bestandskunden haben. Insbesondere Käufer früher Fahrzeuge dürften die Entwicklung kritisch sehen, da sich Auswirkungen auf Restwerte ergeben könnten. (sp-x)


